Kiel Life Science zeichnet erfolgreiche Nachwuchsforschende aus

CAU-Forschungsschwerpunkt vergibt die KLS-PostDoc-Awards 2021 für die besten jungen Forschenden in den Lebenswissenschaften

Am gestrigen Donnerstag, 11. November, ehrte der lebenswissenschaftliche Forschungsschwerpunkt Kiel Life Science (KLS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) seine erfolgreichsten Nachwuchsforschenden des vergangenen Jahres mit den Kiel-Life-Science-Postdoc-Awards: Preisträger 2021 sind Dr. Lukas Pfeifer vom Pharmazeutischen Institut der CAU und Dr. Michael Raatz vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EB). Pfeifer erhält die Auszeichnung als bester Postdoktorand in der nicht-medizinischen Forschung für seine Untersuchungen der Strukturen pflanzlicher Zellwände und möglicher Anwendungspotenziale in der Medizin. Raatz wird für seine Arbeiten in der theoretischen Populationsökologie und ihre Übertragbarkeit auf die Krebsforschung in der medizinischen Kategorie geehrt. Die jährlich ausgerichtete Ausschreibung ist auf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in den Lebenswissenschaften zugeschnitten, die sich bereits mit hervorragenden Leistungen in einer der mit KLS verbundenen Institutionen der CAU und ihrer Partnerinstitutionen ausgezeichnet haben. Die KLS-Postdoc-Awards, die bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Forschungsschwerpunkts vergeben werden, sind mit einer Fördersumme von je 6.000 Euro dotiert und werden in künftige Forschungsvorhaben investiert.
 

Kategorie Nicht-Medizinische Forschung

In seiner Doktorarbeit in der Forschungsgruppe von Professorin Birgit Classen erforschte Pfeifer die Strukturen von Zellwandpolysacchariden bei Seegräsern. Darin gelang es ihm, erste Erkenntnisse über mögliche biomedizinische Anwendungen im Bereich der Krebstherapie zu gewinnen. Aktuell forscht er weiterhin als Teil von Classens Arbeitsgruppe und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "MADland" (Molekulare Anpassung an das Landleben) im Rahmen des Schwerpunktprogramms 2237 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Kieler Teilprojekt steht die Evolution von Glykoproteinen bei Süßwasseralgen, Moosen und Farnen im Mittelpunkt. Der KLS-Postdoc-Award wird Pfeifer insbesondere dabei helfen, erste unabhängigen Schritte in der Forschung zu gehen und den eigenen wissenschaftlichen Fokus zu schärfen.
 

Kategorie Medizinische Forschung

In seiner Promotion erforschte Raatz die Theorie ökologischer Nahrungsnetze. Solche Nahrungsnetze und ihre Dynamik werden häufig durch Räuber-Beute-Interaktionen bestimmt. Raatz entdeckte, dass neben den bekannten Abwehr- und Angriffsmechanismen auch die Bereitstellung lebenswichtiger Ressourcen für andere Mitglieder der Gemeinschaft die Dynamik von Nahrungsnetzen stark beeinflussen und möglicherweise den Fortbestand von Beutetierarten sichern kann. In der Arbeitsgruppe Evolutionstheorie bei Professor Arne Traulsen am MPI-EB arbeitet er nun daran, seine evolutionstheoretischen Erkenntnisse auf die Ökologie und Evolution von Krebszellen anzuwenden. Mithilfe des KLS-Postdoc-Awards will Raatz diesen neuen Forschungsansatz künftig weiterverfolgen und vertiefen.

Die bisherigen Karrierewege der ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftler demonstrieren in besonderer Weise, dass erfolgreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine fundamentale Rolle für die Qualität der lebenswissenschaftlichen Forschung am Standort Kiel spielen. „Der wissenschaftliche Nachwuchs ist unsere wichtigste Ressource für die Zukunft. Daher möchten wir im Wettbewerb der internationalen Wissenschaftsstandorte möglichst gute Bedingungen für unsere jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schaffen. Die Förderpreise und Nachwuchsprogramme des Forschungsschwerpunkts KLS sind ein wichtiger Baustein, um ein solch attraktives Umfeld für talentierte junge Menschen an der CAU zu realisieren“, betont Professor Thomas Bosch, Sprecher des Forschungsschwerpunkts KLS. „Insgesamt wollen wir ein nachhaltiges Umfeld schaffen, das hochtalentierten Forschenden eine Karriere an der CAU ermöglicht und so die Zukunft der lebenswissenschaftlichen Spitzenforschung am Standort Schleswig-Holstein sichern“, so Bosch weiter. Die KLS-Nachwuchsförderung umfasst neben den Postdoc-Awards als zusätzliche Bausteine unter anderem das KLS Young Scientist-Programm und die sogenannten ZMB Young Scientist-Grants. Letztere vergibt das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) im Rahmen des Forschungsschwerpunkts jährlich.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Thomas Bosch
Sprecher „Kiel Life Science“
Zoologisches Institut, CAU
0431-880-4170
tbosch@zoologie.uni-kiel.de

Gruppenbild KLS Award
© Christian Urban, Uni Kiel

Pfeifer (links) und Raatz (Mitte), hier mit KLS-Sprecher Prof. Thomas Bosch, wurden als beste Nachwuchsforschende des lebenswissenschaftlichen Schwerpunkts an der CAU geehrt.

Preisverleihung Pfeifer
© Christian Urban, Uni Kiel

Dr. Lukas Pfeifer (links) erhält seinen KLS-PostDoc Award 2021 von Professor Thomas Bosch, Sprecher des Forschungsschwerpunkts.

Presiverleihung Raatz
© Christian Urban, Uni Kiel

Dr. Michael Raatz (links) nimmt seine Auszeichnung in der Kategorie „Medizinische Forschung“ entgegen.

 

Weitere Informationen:

Über Kiel Life Science (KLS)

Das interdisziplinäre Zentrum für angewandte Lebenswissenschaften – Kiel Life Science“(KLS) – vernetzt an der CAU Forschungen aus den Agrar- und Ernährungswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin. Es bildet einen von vier Forschungsschwerpunkten an der Universität Kiel und will die zellulären und molekularen Prozesse besser verstehen, mit denen Lebewesen auf Umwelteinflüsse reagieren. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Fragen, wie sich landwirtschaftliche Nutzpflanzen an spezielle Wachstumsbedingungen anpassen oder wie im Zusammenspiel von Genen, dem individuellen Lebensstil und Umweltfaktoren Krankheiten entstehen können. Gesundheit wird dabei immer ganzheitlich im Kontext der Evolution betrachtet. Unter dem Dach des Forschungsschwerpunkts sind derzeit rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 40 Instituten und sechs Fakultäten der CAU als Vollmitglieder versammelt.

Zu Kiel Life Science (KLS)

Pressekontakt:

Christian Urban
Wissenschaftskommunikation
„Kiel Life Science", CAU
0431-880-1974
curban@uv.uni-kiel.de