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Sechs Kieler Forscher zählen zu den „Highly Cited Researchers“

Zur Liste der einflussreichsten Wissenschaftler 2020 gehören vier Mediziner, ein Biochemiker und ein Ingenieurwissenschaftler der CAU.

Einmal im Jahr analysiert die „Web of Science-Group“ des US-Unternehmens Clarivate Analytics die Bedeutung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angesichts ihrer Zitationsraten. Forschende, deren Arbeiten besonders häufig von Fachkolleginnen und -kollegen zitiert werden, gelten als besonders bedeutend und einflussreich in ihrem Gebiet. Das Ranking „Highly Cited Researchers" listet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im letzten Jahrzehnt an mehreren der Top-ein-Prozent der meistzitierten Publikationen ihres Fachgebiets beteiligt waren. 2020 standen 6.167 Namen auf dieser Liste. Darunter fünf Professoren von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und einer von der Technischen Fakultät: Ralf Baron, Günther Deuschl, Axel Hauschild, Marco Liserre, Stefan Rose-John und Stefan Schreiber. Drei der Ausgezeichneten sind Mitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI), vier von ihnen sind Mediziner und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).

Link zur Liste der am häufigsten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

https://recognition.webofscience.com/awards/highly-cited/2020/

 

Porträtfoto
© Jürgen Haacks, Uni Kiel

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Cross Field“: Prof. Dr. Stefan Schreiber ist Sprecher des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI), Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie, CAU und UKSH, und Direktor der Klinik für Innere Medizin I des UKSH, Campus Kiel.

Ralf Baron
© UKSH

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Cross-Field“: Prof. Dr. Ralf Baron leitet die Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel.

Günther Deuschl
© privat

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Cross-Field“: Prof. Dr. Günther Deuschl leitet als Seniorprofessor der CAU die Arbeitsgruppe Tremor an der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel.

Stefan Schreiber

Innovative Ansätze für chronisch entzündliche Erkrankungen

Die Mechanismen von Entzündungen und die Entwicklung neuer Therapien für chronisch entzündliche Erkrankungen sind seit vielen Jahren der Forschungsschwerpunkt von Professor Stefan Schreiber. Aufbauend auf neuen molekularen Erkenntnissen erforscht er innovative Ansätze zur Prävention und Therapie dieser Krankheiten. Seine Arbeitsgruppe war zum Beispiel maßgeblich an der Aufklärung der genetischen Faktoren beteiligt, die bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine Rolle spielen. Auf Schreibers Initiative formierte sich 2004 das Netzwerk Entzündung an Grenzflächen (Inflammation at Interfaces), das von 2007 bis 2018 über die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wurde und seit 2019 als Exzellenzcluster Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) weitergeführt wird. Mit dem Ziel, Entzündungen nicht organfixiert, sondern ganzheitlich zu behandeln, entwickelte Schreiber die Idee zu einer interdisziplinären Entzündungsklinik. Seit 2009 werden im Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin am UKSH, Campus Kiel, Patientinnen und Patienten nach dieser Idee betreut. „Wir entwickeln neue Therapien, um bei chronischen Krankheiten bessere Therapieerfolge zu erzielen. Wir müssen daher intensiv forschen, um besser zu werden“, betont Schreiber, der in einer aktuellen Studie auch die Langzeitfolgen der COVID-19-Erkrankung erforscht. 2020 hat Schreiber den renommierten Forschungspreis des Dachverbands der europäischen Fachgesellschaften für Gastroenterologie, der UEGF, erhalten, um eine neue Therapie für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf Basis einer molekularen Ernährungsintervention zu entwickeln. Auf der Liste der "highly cited researchers" steht Schreiber seit 2017 zum vierten Mal in Folge.

Zur Person

Stefan Schreiber ist Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie an der CAU und am UKSH, Campus Kiel, sowie Sprecher des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI). Er kam 1996 nach Forschungsstationen an der Washington University, St. Louis, der University of Pennsylvania, Philadelphia, und der Charité - Unversitätsmedizin Berlin, als Professor für Innere Medizin und Gastroenterologie an die CAU. Schreiber hat als leitender Prüfarzt mehr als 80 klinische Studien im Bereich der chronische entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa begleitet, davon mehr als 50 als federführender Studienleiter. Er ist Mitglied in diversen Fachgesellschaften und führte bei zahlreichen nationalen und internationalen Tagungen den Vorsitz, Mitherausgeber von internationalen Fachzeitschriften und Autor beziehungsweise Mitautor von mehr als 950 Veröffentlichungen in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften.

Ralf Baron

Standardisierte Diagnose und personalisierte Therapie bei Nervenschmerzen

Professor Ralf Baron gründete Anfang der 2000er Jahre den „Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz“. Innerhalb dieses deutschlandweiten Netzwerks wurden große Datenbanken aufgebaut und Patientinnen und Patienten anhand ihrer Beschwerden genau charakterisiert. Inzwischen ist das Netzwerk europaweit etabliert und bündelt Forschungsgruppen, die auf dem Gebiet Nervenschmerzen tätig sind. Dadurch war es möglich Untergruppen von Patientinnen und Patienten zu bilden, die von einer spezifischen Therapie profitieren können. „Das geht in Richtung personalisierte Medizin im Schmerzbereich," erklärt Baron. Entwickelt wurden spezielle Techniken, mit deren Hilfe unterschiedliche Entstehungsmechanismen der Schmerzen erkannt werden. Diese Techniken wurden in die Leitlinien für klinische Studien aufgenommen. Aktuell forscht Baron zusammen mit seinem Forschungsteam an den Mechanismen der Nervenregeneration; er sucht also nach Möglichkeiten, wie man geschädigte Nerven wieder zum Auswachsen anregen kann. „Mit einer solchen Technik kämen wir einer kompletten Heilung von Nervenschmerzen einen großen Schritt näher", so Baron.

Zur Person

Ralf Baron ist Professor für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der CAU, Leiter der Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie des UKSH, Campus Kiel. Seit rund 30 Jahren erforscht er die Mechanismen der Entstehung und Chronifizierung von Nervenschmerzen sowie die Therapie neuropathischer Schmerzsyndrome. Baron war Feodor Lynen-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt Stiftung an der Universität von Kalifornien in San Francisco, ist Mit-Herausgeber und Reviewer für zahlreiche medizinische Journale, wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und veröffentlichte gemeinsam mit seinem Forschungsteam über 370 Originalarbeiten, Übersichtsarbeiten und Buchbeiträge. Er ist Mitherausgeber des Buchs „Praktische Schmerztherapie“, das 2019 in der vierten Auflage erschienen ist. Seit 2001 ist Baron Sprecher des „Deutschen Forschungsverbunds Neuropathischer Schmerz“, der die medizinische Versorgung von Menschen mit Nervenschmerzen grundlegend verbessern möchte.

 

Günther Deuschl

Therapie von Bewegungsstörungen

Seit Beginn seiner Karriere beschäftigte sich Professor Günther Deuschl mit den Bewegungsstörungen des Menschen. Einen besonderen Namen hat er sich als Experte für Tremor gemacht. Tremor ist der medizinische Fachbegriff für nicht kontrollierbares Zittern und die häufigste Bewegungsstörung weltweit. Als Leiter eines internationalen Konsortiums entwickelte er 1998 die erste Klassifikation der Tremorformen des Menschen. An der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel, baute er einen Schwerpunkt für die Behandlung von Menschen mit Bewegungsstörungen und Parkinson auf und etablierte die tiefe Hirnstimulation als wichtige Behandlungsmethode. Mit vielbeachteten Studien konnte er 2006 und 2013 nachweisen, dass dieser minimalinvasive Eingriff am Gehirn bei Parkinsonkranken mit fortgeschrittener Erkrankung die Lebensqualität verbesserte. Mit zahlreichen Studien entwickelte er die „Hirnschrittmacher“-Therapie weiter. „Eine Heilung für Parkinson gibt es zwar immer noch nicht, aber die Prognose der Patientinnen und Patienten hat sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre deutlich verbessert“, betont Deuschl, der als Seniorprofessor an der CAU die besten Behandlungsformen von Tremor und fortgeschrittener Parkinsonkrankheit weiter erforscht.

Zur Person

Günther Deuschl wurde 2018 zum ersten Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der CAU ernannt und leitet die Forschungsgruppe Tremor an der Klinik für Neurologie, außerdem hat er eine Gastprofessur an der Universität Zürich. Nach Stationen an den Universitäten München und Freiburg sowie dem National Institute of Health in Bethesda, Maryland, USA, folgte er 1995 dem Ruf an die CAU als Professor für Neurologie. Bis 2016 leitete er die Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel. Deuschl gehört international zu den führenden Tremor-Experten und gilt als einer der führenden Neurologen bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer Bewegungsstörungen mithilfe der tiefen Hirnstimulation. Er ist Mit-Herausgeber für verschiedene medizinische Journale und federführender Hauptautor zahlreicher Behandlungsleitlinien. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen für seine Arbeit. Deuschl war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Präsident der Internationalen Movement Disorder Society und Gründungspräsident der European Academy of Neurology.

Axel Hauschild
© privat

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Clinicial Medicine“: Prof. Dr. Axel Hauschild, Mitglied im Exzellenzcluster PMI, ist Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe „Dermatologische Onkologie“ an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH, Campus Kiel.

Portraitfoto Marco Liserre
© Claudia Eulitz, Uni Kiel

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Engineering“: Prof. Dr. Marco Liserre ist Professor für Leistungselektronik und Direktor am Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik der CAU.

Porträtfoto
© Tebke Böschen, Uni Kiel

„Highly Cited Researcher“ in der Kategorie „Cross Field“: Prof. Dr. Stefan Rose, John, Mitglied im Exzellenzcluster PMI, ist Direktor des Biochemischen Instituts der CAU und Leiter des Sonderforschungsbereichs 877 „Proteolyse als regulatorisches Ereignis der Pathophysiologie“.

Axel Hauschild

Therapeutische Fortschritte beim schwarzen Hautkrebs

Seit seiner Zeit als Assistenzarzt in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH, Campus Kiel, vor mehr als 30 Jahren interessiert sich Professor Axel Hauschild für Hautkrebs, speziell für das maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs, einen hochgradig bösartigen Tumor. Durch Einführung neuer Medikamente konnte die Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. „Das 5-Jahres-Überleben, das als ein Maß für die Heilung herangezogen wird, lag 2010 für das fortgeschrittene Melanom bei 5% und liegt jetzt bei 52%. Diesen Fortschritt gab es bisher bei keinem anderen Tumor“, betont Hauschild, der großen Anteil an diesem Erfolg hat. „Ich war an allen klinischen Studien, die zur Zulassung der neuen Medikamente geführt haben, in federführender Funktion beteiligt, entweder als deutscher, europäischer oder weltweiter Studienleiter.“ Aus dieser Arbeit seien viele Publikationen in renommierten Journalen hervorgegangen.

In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen für die Hautkrebstherapie erhielt Hauschild 2011 den Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft. „Das war für mich eine sehr große Ehre, weil damit auch mein interdisziplinäres Engagement bei der Erstellung von Therapie-Leitlinien gewürdigt wurde.“

Zur Person

Axel Hauschild ist Professor für Dermatologie an der Medizinischen Fakultät der CAU und Leiter der Arbeitsgruppe für Dermatologische Onkologie am UKSH, Campus Kiel, und Mitglied im Exzellenzcluster PMI. Seine klinischen Schwerpunkte liegen in der Diagnose und Behandlung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) und anderen Krebserkrankungen der Haut. Hauschild war Studienleiter von mehr als 120 klinischen Studien zu verschiedenen Krebserkrankungen der Haut, wurde zu mehr als 700 Konferenzen auf der ganzen Welt eingeladen und hat über 400 Artikel in renommierten Fachzeitschriften wie dem New England Journal of Medicine, Lancet, Nature und dem Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. In Anerkennung seiner klinischen und wissenschaftlichen Leistung erhielt er 2003 den Deutschen Hautkrebspreis und 2011 den Deutschen Krebspreis. Er ist ehemaliger Präsident der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie, Vorstandsmitglied der European Association of Dermato-Oncology und der Melanoma World Society, war zweimal Präsident des Deutschen Hautkrebs-Kongress und wird 2021 zum zweiten Mal Präsident des Melanom-Weltkongress sein, der als virtuelle Konferenz stattfindet.

Marco Liserre

Neue Technologie für die Energiewende

Bereits sehr früh in seiner Laufbahn hat Professor Marco Liserre zu regenerativen Energien geforscht und damit Grundlagen für andere Forschungsgruppen gelegt. Pionierarbeit leistete er mit seiner Forschung zu Stromrichtern mit Netzanschluss, die eine Verbindung von regenerativen Energiequellen mit dem Netz ermöglichen. Diese Systeme sind notwendig, um Energie aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu nutzen und effizient in elektrische Energie für den täglichen Bedarf umzuwandeln. Zusammen mit seiner Arbeitsgruppe hat Liserre einen leistungselektronischen Transformator entwickelt, der ohne hohe Energieverluste Mittelspannung in Niederspannung umwandeln und dabei zusätzlich Gleichstromanschluss und Leistungsflusssteuerung ermöglicht. Die neuen Komponenten aus der Leistungselektronik könnten dazu beitragen, Strom bedarfsgerecht zu verteilen und so das Energienetz besser zu steuern sowie Überlastungen und Ausfällen entgegenzuwirken. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe sind elektrischen Antriebe für die industrielle Automatisierung und Mobilität. Aktuell arbeitet die Arbeitsgruppe von Liserre an der Entwicklung und Erprobung innovativer Batteriesysteme für intelligente Netze und die Elektromobilität. Die Ausstattung eines entsprechenden Labors förderte das Land Schleswig-Holstein 2020 mit knapp zwei Millionen Euro. „Langlebige Batterien, die mehr Energie speichern und sich schnell aufladen lassen, könnten die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität deutlich verbessern“, erklärt Liserre.

Zur Person

Marco Liserre war Professor in Italien und Dänemark bevor er die Professur für Leistungselektronik an der CAU im September 2013 übernahm. Seit rund 20 Jahren arbeitet er im Bereich der Regenerativen Energien. Liserre hat über 450 technische Veröffentlichungen verfasst und ist Mitautor des Buches „Grid Converters for Photovoltaic and Wind Power Systems“, das auch ins Chinesische übersetzt wurde.

Liserre ist Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Für ein Projekt zur Erforschung eines intelligenten und flexiblen Stromnetzes erhielt Liserre 2014 zwei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC). 2018 bekam er eine ERC-Förderung, um zentrale Entwicklungen aus dem Projekt zur Marktreife zu bringen.

 

Stefan Rose-John

Regulation entzündlicher Prozesse

Professor Stefan Rose-John ist ein international gefragter Experte für das Zytokin Interleukin-6 (IL-6). Der Biochemiker erkannte schon vor über 20 Jahren die zentrale Bedeutung des Botenstoffs im Entzündungsgeschehen und erforschte systematisch seine Struktur und Wirkungsweise. 2001 veröffentlichte er in dem renommierten Wissenschaftsjournal Science die räumliche Struktur, mit der IL-6 an einen seiner Rezeptoren bindet und legte damit die Grundlage für die weitere Forschung. Er wies außerdem nach, dass Interleukin-6 über zwei Signalwege wirkt. Entscheidend für das Auslösen einer chronischen Entzündung ist der von ihm entdeckte Trans-Signalweg durch Bindung an einen im Blut und Gewebe löslichen IL-6-Rezeptor, der alle Zellen im menschlichen Körper stimulieren kann, während über den klassischen Signalweg Prozesse der Zellerneuerung und der normalen protektiven Immunantwort reguliert werden. Diese Entdeckung ermöglicht es, gezielt nur die entzündungsfördernden Signale von Interleukin-6 zu hemmen.

Rose-John entwickelte das Designer-Protein sgp130Fc, das spezifisch den Interleukin-6-Trans-Signalweg blockiert und dadurch Entzündungen hemmt. Unter dem Namen Olamkicept wird die Weiterentwicklung des Proteins derzeit in klinischen Studien der Phase II am UKSH unter Leitung von Prof. Stefan Schreiber und in einer weiteren Studie in China an Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen getestet.

„Was meine Arbeitsgruppe auszeichnet und was uns zu sehr wertvollen Partnern für viele Labore der Welt macht, ist, dass wir die besten molekularen Werkzeuge haben, um die Signalwege von IL-6 zu untersuchen“, betont Rose-John.

Zur Person

Stefan Rose-John ist Professor für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der CAU und geschäftsführender Direktor des Biochemischen Instituts, und Mitglied im Exzellenzcluster PMI. Er leitet seit 2010 den Sonderforschungsbereichs 877„Proteolyse als regulatorisches Element der Pathophysiologie“.  Zuvor war er Professor an der Universität Mainz, Nachwuchsgruppenleiter an der Universität Aachen und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie Postdoktorand an der Michigan State University in den USA. Rose-John ist gewähltes Mitglied der Hamburger Akademie der Wissenschaften und wurde 2005 mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Kiel sowie 2019 mit der Jacob-Henle-Medaille der Universität Göttingen ausgezeichnet.

Über „Highly Cited Researchers“

Grundlage der Auswertung ist die Datenbank „Web of Science Core Collection“. Diese listet wissenschaftliche Artikel aus rund 21.000 Fachzeitschriften auf. Für die diesjährige Liste der „Highly Cited Researchers“ wurde der Zeitraum 2009 bis 2019 analysiert. Das Ranking ist ein wichtiger Indikator für den Einfluss wissenschaftlicher Publikationen, die zu dem meistzitierten ein Prozent ihres Fachs gehören. 2020 standen 6.167 der weltweit Forschenden aus 21 Forschungsfeldern auf der Liste. Darunter sind 26 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger. Vier der Kieler Wissenschaftler wurden in der Kategorie „Cross-Field“ ausgezeichnet. Sie berücksichtigt interdisziplinäre Arbeiten und den Einfluss der Forschenden auf mehrere Bereiche während des letzten Jahrzehnts.

 

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Stefan Schreiber
Klinik für Innere Medizin I, UKSH
Institut für Klinische Molekularbiologie, CAU Kiel, UKSH
0431/500-15101
s.schreiber@mucosa.de

Prof. Dr. Ralf Baron
Klinik für Neurologie, UKSH
Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie
0431/500-23805
ralf.baron@uksh.de

Prof. Dr. Günther Deuschl
Klinik für Neurologie, UKSH
0431/500- 23936
guenther.deuschl@uksh.de

 

Prof. Axel Hauschild
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, UKSH
Arbeitsgruppe Dermatologische Onkologie
0431/500-21130
ahauschild@dermatology.uni-kiel.de

Prof. Dr. Marco Liserre
Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik
Leistungselektronik
0431/880-6100
ml@tf.uni-kiel.de

Prof. Stefan Rose-John
Geschäftsführender Direktor Biochemisches Institut
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
0431/880-3336
rosejohn@biochem.uni-kiel.de

Pressekontakt:

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation

Pressekontakt:

Frederike Buhse
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Exzellenzcluster PMI

Pressekontakt:

Oliver Grieve
Pressesprecher Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
0173 4055 000
Oliver.Grieve@uksh.de
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