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DFG fördert Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften in der Universitätsbibliothek Kiel

Mit 64.932 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Digitalisierung der mittelalterlichen Bordesholmer Handschriften der Universitätsbibliothek (UB Kiel) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Bei dem wissenschaftlich bedeutenden Bestand handelt es sich um 142 mittelalterliche Handschriften aus dem holsteinischen Augustiner-Chorherrenstift Bordesholm. Darunter ist die bekannte „Bordesholmer Marienklage“. Die zu digitalisierenden Handschriften werden stark von Forschenden nachgefragt und in den nächsten zwei Jahren im Digitalisierungsportal „Digitale Bibliothek Kiel“ (Dibiki) der UB Kiel ins Netz gestellt. Insgesamt werden knapp 70.000 Scans hergestellt. Alle Projektergebnisse werden online frei und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht, Metadaten und Bilder über Schnittstellen abrufbar sein und langzeitarchiviert. „Die Unterstützung der DFG nehmen wir als großes Glück wahr, da mit diesem Vorhaben der Gründungsbestand der CAU und damit der UB Kiel rund um die Uhr im Netz der internationalen Forschung und Lehre zur Verfügung stehen wird“, lobte CAU-Vizepräsidentin Professorin Dr. Anja Pistor-Hatam Projekt und Förderung.

Den wissenschaftlichen Wert der Sammlung für die CAU unterstreicht auch Professor Timo Felber, Experte für die Deutsche Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit: „Der Bestand ist in seiner Geschlossenheit und inhaltlichen Vielfältigkeit einmalig und beinhaltet Anknüpfungspunkte für zahlreiche interdisziplinäre Forschungsfragen insbesondere der Mediävistik“. Stefan Farrenkopf, Leiter der IT-Abteilung der UB Kiel, freut sich in diesem Zusammenhang besonders über die Möglichkeit, die Digitalisate gemeinsam mit der von Fachleuten der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel vorgenommenen wissenschaftlichen Tiefenerschließung anbieten zu können. Die Ergebnisse des ebenfalls von der DFG geförderten Projekts werden durch die Digitalisierung und die gemeinsame, frei zugängliche Bereitstellung dieser herausragenden Handschriften nun vervollständigt. Für Dr. Kerstin Helmkamp, Direktorin der Universitätsbibliothek, ist „die Digitalisierung eine wesentliche Grundlage für die Digitalen Geisteswissenschaften, da sie neue Arbeitsformen und -weisen ermöglicht, wie zum Beispiel die direkte Verbindung von Transkription, Handschriftenbeschreibung und Faksimile oder die Bearbeitung in Virtuellen Forschungsumgebungen bis hin zu digitalen Editionen.“
 

Digitalisierungsportal „Digitale Bibliothek Kiel“ (Dibiki) der UB Kiel

Kontakt:

Dr. Rüdiger Schütt
Universitätsbibliothek Kiel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
0431/880-5419
schuett@ub.uni-kiel.de

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