Agrar & Ernährung

Pflanzen und Schädlinge als Filmstars in Lehrvideos

Preisgekrönte Filme von Kieler Professor zeigen Lebenszyklen landwirtschaftlicher Schaderreger

 

Um die Entwicklungszyklen landwirtschaftlicher Schaderreger wie Viren, Bakterien und Pilze besser zu verstehen, kann es helfen, sie auch einmal in Aktion zu sehen. Das Problem dabei: die Zyklen spielen sich auf Mikro-Ebene ab und sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Mit seinen international prämierten Lehrfilmen macht Joseph-Alexander Verreet sie sichtbar. Der Professor für Pflanzenkrankheiten vom Institut für Phytopathologie an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zeigt in seinen Filmen Aufnahmen und animierte Sequenzen von Lebenszyklen weltweit bedeutsamer Kulturpflanzenerreger in 400-facher Vergrößerung.

Sein aktueller Film über „Sojabohnenrost: Der Lebenszyklus von Phakopsora pachyrhizi; Soybean Rust: The life cycle of Phakopsora pachyrhizi“ wurde jetzt auf dem „World Media Festival 2018“ in Hamburg mit einem „Silver Globe“ in der Kategorie Bildung prämiert. Entstanden ist das Lehrvideo gemeinsam mit Verreets Kieler Kollegen Dr. Holger Klink und den US-amerikanischen Kollegen Dr. Thomas J. Baum, Dr. Daren S. Mueller und Dr. Steven A. Whitham vom Institut für Pflanzenpathologie und Mikrobiologie der Iowa State University. Die Auszeichnung erhält Verreet bereits zum zweiten Mal: „Über den Silver Globe freue ich mich sehr, da er eine Bestätigung der gemeinsamen Arbeit mit meinem Kollegen Dr. Holger Klink ist und uns zu weiteren Lehrfilmen ermutigt.“

Seit 1999 haben Verreet und Klink insgesamt 17 mehrsprachige, multimediale Lehrfilme über Kulturpflanzenpathogene, also schadhafte Krankheitserreger, produziert. Durch die Kombination von fotorealistischen dreidimensionalen Computeranimationen und Realkamera-Aufnahmen zeichnen die Filme ein lebensnahes Gesamtbild nach. Gezeigt werden dabei komplexe biologische Mikrodetails und komplette Lebenszyklen, die dem Zuschauer oder der Zuschauerin auf informative und spannende Weise nähergebracht werden. Ziel ist es, ein umfangreiches Verständnis biologisch-ökologischer Zusammenhänge der Wirt-Parasit-Beziehungen in der Mikrowelt zu vermitteln. Gleichzeitig helfen die gewonnenen Erkenntnisse, den Weg für eine effizientere Bekämpfung der Schädlinge zu ebnen, sodass landwirtschaftliche Erträge besser gesichert werden können.

Bislang erhielt Verreet für seine Filme verschiedene wissenschaftliche Filmauszeichnungen, darunter ein „Gold Globe“ und zwei „Silver Globes“ des „World Media Festivals“, außerdem ein Comenius-Award von der Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien e. V. sowie sieben Auszeichnungen beim jährlich stattfindenden „International Agrofilm Festival“ in Nitra, Slowakei. Für sein Lehrvideo „The Biology of Fungal Pathogens“ (Die Biologie von Pilzpathogenen) erhielt Verreet 2014 den Lehrpreis „Excellence in Teaching Award“ der Amerikanischen Phytopathologischen Gesellschaft (APS). Das Video wird in Hörsälen weltweit eingesetzt und auch von Kieler Studierenden als E-Learning-Angebot genutzt.

Die Lehrfilme richten sich gleichermaßen an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Schuleinrichtungen, Hochschullehrende, Studierende der Agrarwissenschaften, Biologie, Ökologie und angrenzender Fachgebiete wie auch an staatliche und private Beratungseinrichtungen sowie die landwirtschaftliche Praxis.

Weitere Informationen über die Lehrfilme:
www.uni-kiel.de/phytomed/vvideo.shtml

Erwerb der Lehr-DVD über Sojabohnenrost:
https://my.apsnet.org/ItemDetail?iProductCode=45942

Gewinner des World Media Festivals 2018:
www.worldmediafestival.org/de/festival_informationen/gewinner

Kontakt:

Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet
Institut für Phytopathologie
Telefon: +49(0)431/880-2996
javerreet@phytomed.uni-kiel.de
www.agrar.uni-kiel.de

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
Telefon: 0431/880-7126
dsaggau@agrar.uni-kiel.de

Farah Claußen
Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation