Das Meer beginnt hier - im echten Norden

Meeresforschung weltweit und an Nord- und Ostsee stand im Fokus der Schleswig-Holstein-Präsentation anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Erfurt

In Schleswig-Holstein sind mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht und mit Kiel Marine Science (KMS), dem Zentrum für interdisziplinäre Meereswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), gleich drei Institutionen vertreten, die weltweit Forschung im Ozean betreiben und die Küsten und Meere gemeinsam sowie mit nationalen und internationalen Partnern untersuchen.

Anlässlich des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit präsentierten sie zusammen mit der Staatskanzlei des Bundeslandes Schleswig-Holstein in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt Exponate und Themen aus ihrer Forschung in einem Ausstellung-Cubus und beantworteten die Fragen zahlreicher Besucherinnen und Besucher. Dabei gab es viel zu entdecken: Von Nachhaltiger Fischerei, Müll im Meer über aus dem Meer geborgenen Munitionsresten, über Forschung zu Nutzungskonflikten an der Nordseeküste, Messgeräten zur Ozeanbeobachtung und Fernerkundung, ein Miniatur-Offshore-Windrad bis hin zu Klimaausblicken für die verschiedenen Landkreise in Deutschland.

Interdisziplinäre und Internationale Meeresforschung aus Schleswig-Holstein

An allen drei schleswig-holsteinischen Institutionen wird interdisziplinär geforscht und werden Lösungsvorschläge zur nachhaltigen Ressourcennutzung, Anpassung und Resilienz im Zuge des fortschreitenden Klimawandels erarbeitet. Dabei geht es besonders auch um die Rolle der Menschheit und wie diese die Meere und Küsten nutzen und gleichzeitig schützen kann.

Lösungen werden zukünftig verstärkt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und digitalen Methoden erarbeitet. In Großforschungsprojekten wie Marispace-X, das Wissenschaft und Industrie zusammenbringt, werden große Mengen an Forschungsdaten erhoben und so aufbereitet, dass ein digitales maritimes Ökosystem entsteht. Mit diesen Daten können effizient Weltkriegsmunition im Meer lokalisiert oder genaue Karten von Seegraswiesen an der Ostseeküste erstellt werden. Die Erkenntnisse helfen etwa bei der Anpflanzung neuer Seegraswiesen, die wichtig für die Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels sein können.

Es gibt vielseitige Gründe für die Wichtigkeit des Ozeans, der sowohl im Fokus beim Tag der Deutschen Einheit als auch der UN-Dekade für Ozeanforschung steht: 71 Prozent der Oberfläche unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt, im Durchschnitt ist der Ozean 3700 Meter tief. Es gibt unter Wasser Gebirge, Canyons und Tiefebenen, und gleichzeitig Küstenregionen und Kontinentalsockel. Das Leben in der Tiefsee ist bisher kaum erforscht. Die Dimensionen des Weltmeeres sind gewaltig und seine Bedeutung für die Menschheit enorm.

Der Ozean ist auch das Langzeitgedächtnis unseres Klimasystems, liefert Nahrung und Rohstoffe, dient als Quelle für regenerative Energien und globaler Transportweg. Doch die Meere geraten zunehmend unter Druck, etwa durch die Erderwärmung, Überfischung oder Verschmutzung. Die Forscherinnen und Forscher aus Schleswig­Holstein untersuchen die Veränderungen von der Küste bis zum offenen Ozean mit dem Ziel, Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit dem wertvollen Lebensraum Meer zu entwickeln.

Ausstellungsobjekte in einem verglasten Container
Ausstellungsobjekte im einem verglasten Container
Menschen stehen vor einem verglasten Container mit der Aufschrift "Das Meer beginnt hier"
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Anlässlich des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt präsentierten das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht und das Zentrum für interdisziplinäre Meereswissenschaften Kiel Marine Science (KMS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zusammen mit der Staatskanzlei des Bundeslandes Schleswig-Holstein Exponate und Themen aus ihrer Forschung in einem Ausstellung-Cubus und beantworteten die Fragen zahlreicher Besucherinnen und Besucher.

Menschen im Gespräch
© Gerd Hoffmann-Wieck, GEOMAR

Im Rahmen des offiziellen Eröffnungsrundganges zum Tag der Deutschen Einheit verschafften sich der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein ein Bild der vielfältigen Meeresforschung aus Schleswig-Holstein. Inhaltlich berichtete das Team auch über das Konzept einer neuen, sicheren und autonomen Verkehrskette in Kiel am Beispiel des Projektes CAPTN (Clean Autonomous Public Transport), in dem Partnerinnen und Partner aus Forschung, Wirtschaft und Politik gemeinsam arbeiten.

Das Symbol für den Tag der Deutschen Einheit 2022 - ein Herz, das aus der Zahl 22 geformt ist - steht im Ausstellungs-Cube des Bundeslandes Schleswig-Holstein, in dem Meeresforschung aus Schleswig-Holstein ausgestellt ist.
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Meeresforschung weltweit und an Nord- und Ostsee stand im Fokus der Schleswig-Holstein-Präsentation anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Erfurt.

Pressekontakt:

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit | Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk