Ein Meer voller Daten

Carola Trahms ist erste promovierte marine Datenwissenschaftlerin der MarDATA Graduiertenschule

In der Meeresforschung müssen immer größere Datenmengen verarbeitet und ausgewertet werden. Hierfür werden Spezialistinnen und Spezialisten benötigt, die sowohl über fundierte Kenntnisse aus der Informatik und Mathematik als auch über die entsprechende naturwissenschaftliche Expertise verfügen. Solche marinen Datenwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler bildet die am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierte Helmholtz School für Marine Data Science (MarDATA) seit 2019 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnereinrichtungen, darunter die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), aus. Am 7. Dezember 2022 hat Carola Trahms als die erste Doktorandin in der MarDATA ihre Dissertation mit dem Titel „Marine Data Fusion for Analyzing Spatio-Temproral Ocean Region Connectivity“ erfolgreich verteidigt.

In ihrer interdisziplinären Arbeit konnte die Datenwissenschaftlerin eine hocheffiziente und maßgeschneiderte Methode an der Schnittstelle von Informatik und physikalischer Ozeanographie entwickeln, die die Analyse der Verknüpfung verschiedener Ozeanregionen ermöglicht. Diese kann zukünftig dazu beitragen, Erkenntnisse über grundlegende Prozesse im Ozean entscheidend zu verbessern. Carola Trahms wurde in ihrer Arbeit von Professor Matthias Renz, Mitglied im Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) und Leiter der Arbeitsgruppe Archaeoinformatik – Data Science am Institut für Informatik an der Uni Kiel, sowie von Professor Martin Visbeck, Ozeanograf und Leiter der Forschungseinheit Physikalische Ozeanographie am GEOMAR, betreut.

Fach- und einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit in der MarDATA

Auf Carola Trahms werden in den kommenden sechs Monaten weitere Promovierende folgen, die im Rahmen der MarDATA an der Schnittstelle von Meereswissenschaften sowie Daten- und Computerwissenschaften in Kiel, Bremen und Bremerhaven ausgebildet werden. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Helmholtz Zentren (GEOMAR und Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, AWI) mit den jeweiligen Partneruniversitäten, der Kieler Universität, Universität Bremen sowie Jacobs Universität Bremen, ermöglicht es, den MarDATA Doktorandinnen und Doktoranden die nötigen disziplinären Grundlagen für eine umfassende Expertise in einem fachübergreifenden Umfeld zu vermitteln. Von der Uni Kiel sind unterschiedliche Arbeitsgruppen des Instituts für Informatik, darunter Algorithmische Optimale Steuerung - CO2 Aufnahme des Meeres, Archäoinformatik - Data Science, Multimediale Informationsverarbeitung, Software Engineering und Web Science sowie Forschende aus dem Bereich der Mikrobiologie beteiligt.

Marine Data Scientists erstmals mit eigener Session auf der AGU 2022 vertreten

Während des jährlichen Fall Meetings der American Geophysical Union (AGU) haben Promovierende von MarDATA eine eigene Session mit dem Titel „Interpretable Machine Learning for Marine Sciences“ geleitet. Die Veranstaltung ist weltweit eine der einflussreichsten und größten im Bereich der Geowissenschaften. Beteiligt waren Yvonne Jenniges (2. Kohorte MarDATA), Carola Trahms (MarDATA Alumni), Maike Sonnewald (Havard University) und Dani Jones (National Environment Research Council, NERC).

Das Hauptaugenmerk der Session lag darauf, quantitative Wege zu finden, um bestehende Ergebnisse aus der Meeresforschung objektiv mit Ergebnissen der Methoden aus den marinen Datenwissenschaften zu vergleichen. Dies ist eine der zentralen Fragestellungen von MarDATA: Wie kann die Integration von innovativen computerwissenschaftlichen Methoden in den Meereswissenschaften zu einem tatsächlichen Mehrwert beitragen und welche Kenntnisse und Werkzeuge sind notwendig, um zu besser interpretierbaren, erklärbaren und vertrauenswürdigen Ergebnisse zu gelangen? Den Nachwuchsforschenden ist mit der „MarDATA Session“ auf der AGU 2022 ein wichtiger Schritt zu mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz des noch jungen Wissenschaftsfeldes gelungen.

Über die Helmholtz School für Marine Data Science (MarDATA)

Die Mission von MarDATA ist es, das Profil von Meeresdatenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zu definieren, auszubilden und zu etablieren, indem es Nachwuchsforschenden mit einem starken Informatikhintergrund ermöglicht, ihre Fähigkeiten in multidisziplinären Meereswissenschaften anzuwenden und ihre Doktorarbeit durch ein umfassendes Schulungsprogramm zu unterstützen. Der durch die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren geförderten und am GEOMAR Helmholtz-Zentrum Ozeanforschung Kiel koordinierten Doktorandenschule gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), des GEOMAR, sowie von den Partneruniversitäten Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Universität Bremen und Jacobs University Bremen an.

Carola Trahms hält eine Urkunde und steht zwischen ihren beiden Betreuern
© Martin Visbeck, GEOMAR

Dr. Carola Trahms (Mitte) ist die erste promovierte marine Datenwissenschaftlerin der MarDATA Graduiertenschule. In ihrer Doktorarbeit wurde sie von Professor Matthias Renz (CAU, links) und Professor Martin Visbeck (GEOMAR, rechts) betreut.

Drei Menschen lehnen an den drei großen 3D-Buchstaben AGU
© Yvonne Jenniges

Marine Data Scientists waren erstmals auch mit einer eigenen Session auf dem Fall Meeting der AGU 2022 in Chicago, USA, vertreten. Von links nach rechts: Yvonne Jenniges (2. Kohorte MarDATA, AWI/Universität Bremen), Yannick Wölker (2. Kohorte MarDATA, GEOMAR/CAU) und Dr. Carola Trahms (MarDATA Alumni).

Kontakt:

Dr. Enno Prigge
Scientific Manager & Coordinator
MarDATA | Helmholtz School for Marine Data Science
eprigge@geomar.de

Pressekontakt:

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit | Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk