Wissenschaftlicher Beirat zu Besuch bei Kiel Marine Science (KMS)

Meereswissenschaftlicher Forschungsschwerpunkt der Uni Kiel hat internationalen Beirat zu Gast

Vergangene Woche hat ein internationales, elfköpfiges Wissenschaftsgremium den meereswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beraten. Damit kam der Beirat zum insgesamt vierten Mal zusammen, um die wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten zwei Jahre zu bewerten und zu zukünftigen Forschungs- und Strategievorhaben sowie strukturellen Entwicklungen zu beraten. KMS ist einer von insgesamt vier Forschungsschwerpunkten der Kieler Universität und bündelt Expertise von 70 Arbeitsgruppen aus den unterschiedlichsten Disziplinen der Natur-, Geistes-, Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

„Die internationale Steuerungsgruppe zeigte sich beeindruckt von der wissenschaftlichen Stärke des Forschungsschwerpunkts, gerade angesichts der Herausforderung einzelne Forschungsgebiete in gemeinsame Vorhaben zu kanalisieren“, resümiert Ralph Schneider, KMS-Direktor und Professor für Marine Paläoklimaforschung am Institut für Geowissenschaften. Das sei hier sehr gut gelungen und spiegelt sich unter anderem in der Beteiligung an Forschungsmissionen der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM), im Bereich der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz oder in neuen Initiativen zu Ocean Health und Coastal Hazards wider, so Schneider. Die Forschung von KMS ist außerordentlich vielfältig aufgestellt und widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Meere an der Schnittstelle zur Gesellschaft mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung und dem Schutz der Meere und Küsten. Die großen übergeordneten Themenfelder von KMS sind: Küsten, Rechtliche Regelungen (Governance), Blaue Bioökonomie, Digitaler Ozean und Biologische Marine Systeme.

Transdisziplinäre Arbeitsweise in Forschung und Wissensaustausch

KMS ist eingebunden in regionale, nationale und internationale wissenschaftliche sowie forschungspolitische Netzwerke. An der Sitzung des wissenschaftlichen Beirats waren auch führende KMS-Forschende beteiligt. „Unsere Mitglieder forschen gemeinsam und sind eng vernetzt mit universitären Einrichtungen wie beispielsweise dem FTZ Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in Büsum oder dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel als außeruniversitäre Forschungseinrichtung“, erläutert Dr. Nicole Schmidt, Leiterin der KMS-Geschäftsstelle. Mit dem Center for Ocean and Society (CeOS), einer fakultätsübergreifenden Plattform von KMS, und Reallaboren, einem wissenschaftlich-praktischen Forschungsansatz, wird der Wissensdialog in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik kontinuierlich und transdisziplinär umgesetzt.

Eine weitere zentrale Aktivität von KMS ist die Aus- und Weiterbildung sowie Karrierebegleitung von Studierenden, Promovierenden und Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Entsprechend standen auch die universitäre Ausbildung und die Unterstützung der Karriere von Nachwuchsforschenden auf der Agenda der zweitägigen Veranstaltung. „Mit KMS bilden wir an der Kieler Universität fakultätsübergreifend die nächste Generation an Meeresforschenden aus, die ihr Profil aufgrund des umfangreichen Angebots individuell schärfen können. Es ist auch für die Forschung wichtig, frühzeitig Nachwuchskräfte zu integrieren. Gemeinsam mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel organisieren wir deshalb ein statusgruppenübergreifendes Aus- und Weiterbildungsprogramm mit dem Namen FYORD, welches eine deutliche Assoziation zu Kiel aufweist“, freut sich Dr. Christine Haunhorst, die neue Koordinatorin dieses Programms. FYORD steht für Foster Young Ocean Researchers Development. Im Bereich Internationalisierung spielt auch die Europäische Universität der Meere (SEA-EU) eine wichtige Rolle, an der die CAU als Partneruniversität beteiligt ist. Das ursprünglich in KMS angesiedelte EU-Projekt wird zukünftig im Geschäftsbereich des International Centers liegen.

Professor Schneider ist äußerst zufrieden mit den Empfehlungen des Beirats und blickt auf gegenwärtige und zukünftige Aufgaben von KMS: „Wir nehmen auch kritische Hinweise des Beirates sehr ernst, um unserer wissenschaftlichen Verantwortung gegenüber den Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene noch besser gerecht zu werden. Mit dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science möchten wir den zukünftigen Herausforderungen für den Ozean durch den Klimawandel und zunehmende Nutzung mit innovativen Lösungsansätzen und exzellenter Forschung begegnen.“

Logo KMS: Kiel Marine Science. Connected Research
Menschen in einem Innenraum während einer Vortragssituation
© Friederike Balzereit, Uni Kiel

Professor Ralph Schneider, Direktor von KMS und Professor für Marine Paläoklimaforschung am Institut für Geowissenschaften, eröffnete die Sitzung des wissenschaftlichen Beirats mit einem Vortrag zu aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen aus dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science.

Menschen in einem Innenraum während einer Redesituation
© Friederike Balzereit, Uni Kiel

Professor Eckhard Quandt, CAU-Vizepräsident für Forschung, Transfer, wissenschaftliche Intrastruktur und Digitalisierung, richtete das Grußwort an den wissenschaftlichen Beirat und die beteiligten Mitglieder von KMS.

Menschen in einem Innenraum während einer Vortragssituation
© Friederike Balzereit, Uni Kiel

Professorin Marie-Catherine Riekhof (Center for Ocean and Society/KMS) präsentierte wissenschaftliche Highlights aus der Blauen Bioökonomien, einem der fünf übergeordneten Themenfelder von KMS, und ordnete die Vorhaben in die globalen Nachhaltigkeitsziele ein.

Gesprächssituation in einem Innenraum vor einer Posterwand
© Friederike Balzereit, Uni Kiel

Dr. Christine Haunhorst, Koordinatorin des FYORD-Programms (Foster Young Ocean Researchers Development) für die statusgruppenübergreifende Aus- und Weiterbildung von Nachwuchsforschenden, im Gespräch mit zwei Mitgliedern von KMS.

Über Kiel Marine Science (KMS)

Kiel Marine Science (KMS), das Zentrum für interdisziplinäre Meereswissenschaften an der CAU widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Meere an der Schnittstelle von Mensch und Ozean. Dabei bündeln die Forschenden ihre Expertise aus unterschiedlichen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen und untersuchen die Risiken und Chancen, die das Meer für den Menschen bereithält und bilden die nächste Generation fachübergreifend aus. Gemeinsam mit Akteuren außerhalb der Wissenschaft arbeiten sie weltweit und transdisziplinär an Lösungen für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz des Ozeans.

Zu Kiel Marine Science

Pressekontakt:

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit | Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk