Europäische Forschungsfahrt entlang der Küstenregionen von Danzig bis Cadiz

Erste gemeinsame Expedition der europäischen Hochschulallianz SEA-EU macht Stopp an der Kieler Hörn

Mehr als 45 Meereswissenschaftlerinnen und Meereswissenschaftler aus sechs Ländern untersuchen in rund 40 Tagen auf See an insgesamt 18 Stationen die Küstengewässer von Ostsee, Nordsee und Atlantik auf Gasaustritte, Mikroplastikkonzentration, der Zusammensetzung der Ozean-Atmosphären-Grenzschicht sowie die Luftverschmutzung in den angesteuerten Häfen. Die Fahrt mit dem polnischen Forschungskatamaran Oceanograf der Universität Danzig führt von Danzig über Kiel und Brest nach Cádiz und findet unter dem Dach der europäischen Hochschulallianz SEA-EU statt. Eine Strecke von mehr als 4.000 nautische Meilen wollen die Forschenden dabei beproben. Sie ist die erste gemeinsame wissenschaftliche Ausfahrt von Forschenden der sechs SEA-EU Partner-Universitäten Danzig, Kiel, Brest, Split, Malta und Cádiz.

Vom 1. bis 4. Juni macht der Forschungskatamaran Oceanograf der Universität Danzig an der Kieler Hörn (gegenüber Bahnhof) fest. Das polnische Forschungsschiff ist unterwegs auf einer Expedition von Polen über Deutschland, Frankreich nach Südspanien in die Hafenstadt Cádiz. Auf der rund 4.000 nautischen Meilen langen Etappe mit Stopps in den Häfen von Gydenia, Kiel, Brest sollen zum einen natürliche Gasaustritte, in den küstennahen Schelfgebieten untersucht und ihre Auswirkungen auf die Meeresumwelt analysiert werden. Darüber hinaus beschäftigen sich die Forschenden mit der Luftqualität in den Häfen von Danzig, Gdynia, Kiel, Brest und Cádiz. Hier werden Aerosole aus der Luft entnommen und auf ihre chemische Zusammensetzung untersucht. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Luftverschmutzung in Hafenregionen zu erhalten. Ein weiteres Vorhaben nimmt die Mikroplastikkonzentration sowohl in der Grenzschicht Ozean-Atmosphäre als auch im küstennahen Sediment und im Zooplankton unter die Lupe.

Die geplante Expedition umfasst kontinuierliche Messungen entlang der europäischen Küste in den Gewässern von Polen, Deutschland, den Niederlanden, in Frankreich und Spanien. An 18 ausgewählten Stationen einschließlich der Mündungen und Ästuare der wichtigsten europäischen Flüsse werden chemische, geologische und biologische Proben genommen, der Meeresboden akustisch vermessen, und Daten aus der Wassersäule entlang festgelegter Routen aufgenommen. Das Forschungsschiff Oceanograf ist für das wissenschaftliche Programm bestens ausgestattet. Es bietet hochwertige Forschungsausrüstung sowie moderne Labor- und Lagerräume für interdisziplinäre Experimente und Untersuchungen auf See.

Für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wird Dr. Jens Schneider von Deimling gemeinsam mit der Promovierenden Jenny Friedrich vom Institut für Geowissenschaften das wissenschaftliche Programm betreuen. Vor allem Methoden der Geophysik, seismische und hydroakustische Messungen, werden seitens der Kieler Uni durchgeführt.
Ziel der ersten Expedition unter dem Dach der europäischen Hochschulallianz SEA-EU ist die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und die Bündelung von Forschungsaktivitäten unter den sechs Partneruniversitäten Kiel, Cádiz, Brest, Danzig, Split und Malta bei der Erforschung von zentralen Themen des Ozeans- und Klimawandels. Darüber hinaus soll besonders der wissenschaftliche Nachwuchs im Rahmen der Fahrt gefördert werden. Die interdisziplinären Forschungsteams an Bord setzen sich jeweils aus erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Nachwuchsforschenden zusammen. Auf Tagesfahrten in Kiel, Brest und Cádiz haben ferner Studierende die Möglichkeit, das Schiff und wissenschaftliches Arbeiten auf See kennenzulernen und einen Beitrag zur aktuellen Forschung zu leisten.

Links
Institut für Geowissenschaften (Arbeitsgruppe Marine Geophysik)
 
SEA-EU Europäische Universität der Meere
 
Wissenschaftlicher Kontakt
Dr. Jens Schneider von Deimling
Institut für Geowissenschaften
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
jens.schneider@ifg.uni-kiel.de
 
Jenny Friedrich
Institut für Geowissenschaften
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
jenny.friedrich@ifg.uni-kiel.de

Forschungskatamaran Oceanograf
© Copy / Bild: Universität Danzig

Ablegen des Forschungskatamarans Oceanograf in Danzig. Nächster Halt: Kiel