KMS-Forschungsprojekte

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunktes Kiel Marine Science (KMS) sind federführend in zahlreichen inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten eingebunden oder leiten diese. In diesen kooperieren sie sowohl mit universitären Forscherinnen und Forschern als auch mit außeruniversitären und internationalen Partnern sowie Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft, mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern oder Unternehmen. Darüber hinaus fördert Kiel Marine Science (KMS) über eigene Programme sowie über Ausschreibungen des Future Ocean Netzwerkes Forschungsvorhaben zu Schlüsselthemen in der Meeres-, Küsten- und Klimaforschung mit einem besonderen Fokus auf der Schnittstelle Mensch und Meer.

ArcticSense

ArcticSense

Im Projekt ArcticSense wird ein Verfahren zum Monitoring von Schmelzwassertümpeln im arktischen Meereis unter der Nutzung von Sentinel-2 MSI und Landsat 8 OLI Daten entwickelt. Als essenzielle Klimavariable steht die Veränderung von Meereis im Fokus. Es gibt Hinweise auf Habitatveränderungen durch den Klimawandel und dem Phänomen der „Arktischen Verstärkung“, welche die Konzentration von organischen und anorganischen Stoffen in Schmelzwassertümpeln erhöht. Unter der Leitung von Natascha Oppelt (AG Earth Observation and Modelling, CAU) soll ein Erdbeobachtungsprodukt entwickelt werden, das die raumzeitliche Entwicklung der Schmelzwassertümpel im sommerlichen arktischen Meereis auf einer Skala von ≤ 30m enthält.

Im Sommer tragen die Wassertümpel wesentlich zur Koppelung von Prozessen zwischen Atmosphäre, Kryosphäre und Ozean bei. Das Projekt wird in Kooperation mit der EOMAP GmbH drei Jahre bis September 2022 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, sowie vom Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gefördert.

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Eckernförder Bucht 2030

Eckernförder Bucht 2030

Im Projekt „Eckernförder Bucht 2030“ sollen umsetzbare Maßnahmen entwickelt werden, die dazu beitragen, einen guten Umweltzustand entsprechend der EU Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) zu erreichen. Dabei stehen Konzepte für die Reduzierung von Nährstoffeinträgen durch die Landwirtschaft ebenso im Vordergrund wie für eine umweltverträgliche Nutzung der Gewässer. Die Eckernförder Bucht dient den Projektpartnern dabei als Reallabor. In diesem arbeiten alle Interessengruppen der Region gemeinsam an Lösungsansätzen. Die Voraussetzungen dafür sind ideal: Eckernförde verfügt über Naturschutzgebiete, nutzt die Küsten touristisch und Landwirtschaft grenzt unmittelbar an die Ostsee.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche Forschungsvorhaben der Kieler Universität (u.a. mit dem Versuchsgut Lindhof) sowie des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Die Projektleitung dieses transdisziplinären Projektes liegt beim Center for Ocean and Society (CeOS) und Kiel Marine Science (KMS). Das zunächst einjährige Pilotprojekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und startete am 1. April.

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Kleine Proteine in Prokaryoten

Kleine Proteine in Prokaryoten

Das seit 2018 DFG geförderte Schwerpunktprogramm „Kleine Proteine in Prokaryoten“ verfolgt das Ziel, kleine Proteine in Prokaryoten, sogenannte Mikroproteine zu erforschen. Durch fortschrittliche Analysetechniken können diese identifiziert, sowie deren zelluläre Funktionen und molekulare Mechanismen entschlüsselt werden. Die Verfahren bilden die Grundlage für neue Ansätze von Anwendungen in der Biotechnologie und Medizin. Unter der Leitung von Prof. Ruth Schmitz-Streit liegt die Koordination des interdisziplinären Forschungskonsortiums mit rund 30 Arbeitsgruppen verschiedener Universitäten beim Institut für Allgemeine Mikrobiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). In der ersten mit sechs Millionen Euro geförderten Phase wurden u.a. die Mikroproteine von Cyanobakterien oder Archaeen untersucht.

In der zweiten Phase werden 6,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, um bisherige Erkenntnisse zu vertiefen und erstmals Mikroproteine in Mikrobiomen zu charakterisieren.

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  • Prof. Ruth Schmitz-Streit

  • Molekularbiologie der Mikroorgsanismen, Institut für Allgemeine Mikrobiologie (CAU)
  • rschmitz@ifam.uni-kiel.de
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MARISPACE-X

MARISPACE-X

Das Projekt „MARISPACE-X: Smart Maritime Sensor Data Space X“ (Laufzeit: Januar 2022 bis 2025) soll als Teil der europäischen digitalen Infrastrukturinitiative Gaia-X die Digitalisierung des Ozeans vorantreiben. Es wird von der IONOS SE (United Internet-Konzern) geleitet und vom Start-up north.io (ehemals EGEOS) koordiniert. Sieben Arbeitsgruppen der CAU u.a. zu Fernerkundung, Sensorik und Künstlicher Intelligenz/Informatik, Geographie und Geowissenschaften tragen dazu bei, eine ganzheitliche digitale Kopie des Ozeans zu entwickeln. Das Cloudprojekt zur Kartierung von Algen, Seegraswiesen und Munitionsaltlasten in der Ostsee, soll dadurch CO2-Speicherung, Ausbau von Windenergie und Schiffsrouten für eine ökologischere Wirtschaftsausrichtung/Blue Economy optimieren.

Das vom Bundeswirtschaftsministerium (BMBF) bewilligte Gesamtbudget des Konsortiums aus Wirtschaft und Wissenschaft, zu dem u.a. auch das GEOMAR, Fraunhofer IGD, MacArtney, TrueOcean und die Universität Rostock gehören, beträgt 15 Millionen Euro, wovon allein 2,6 Mio. Euro an die Arbeitsgruppen der CAU gehen.

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Sonderforschungsbereich 1182: Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen

Sonderforschungsbereich 1182: Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen

Der seit 2016 von der CAU koordinierte SFB 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ bringt rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs überwiegend norddeutschen Institutionen in insgesamt 15 interdisziplinären Forschungsprojekten zusammen, darunter auch KMS Mitglieder besonders der Fokusgruppe Ocean Biomolecules. Die Forschenden aus den Instituten für Zoologie, Klinische Molekularbiologie, Allgemeine Mikrobiologie, Experimentelle Medizin und Botanik an der Kieler Uni arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) und der Muthesius Kunsthochschule zusammen.

Gemeinsam wollen sie die funktionellen Konsequenzen des Zusammenwirkens von Wirtsorganismen und Mikrobengemeinschaften verstehen. Die Forschenden beschäftigen sich mit der Frage, wie Pflanzen und Tiere einschließlich des Menschen gemeinsam mit hoch spezifischen Gemeinschaften von Mikroben funktionale Einheiten (Metaorganismen) bilden. Der SFB 1182 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) noch bis Ende 2023 gefördert.

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SpaCeParti

SpaCeParti

In der westlichen Ostsee ist die Küstenfischerei eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Küstengemeinden und den Auswirkungen des Klimawandels mit dem zunehmenden Verlust von Biodiversität verknüpft. Für eine nachhaltige Zukunft der Fischerei müssen vielfältige Interessen berücksichtig werden. Dazu gehören auch Raum- und Ressourcenkonflikte, die zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen erkannt und im Dialog gelöst werden müssen. Dazu beitragen will das vom Center for Ocean and Society koordinierte DAM-Projekt SpaCeParti (Coastal FIshery, Biodiversity, Spatial Use and Climate CHange: A Participative Approach to navigate the Western Baltic Sea into a Sustainable Future) mit der Einrichtung von Reallaboren, in diese Nutzerinnen und Nutzer in die Forschung einbezogen werden. Für diese Verknüpfung von Forschung und lokalen Expertinnen und Experten, wurden mit Stein-Wendtdorf (SH) und Greifswald (MV) zwei Standorte gewählt, die durch massiv abgesenkte Fangquoten und räumliche Nutzungskonflikte besonders betroffen sind.

Neben der Entwicklung von Nahrungs- und Fischereimodellen zielt das Projekt darüber hinaus auf die Entwicklung dynamischer Anpassungspfade ab. Ein besseres Verständnis der politischen und sozioökonomischen Prozesse soll in politischem Handlungswissen enden und so einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung des sozial-ökologischen Systems der westlichen Ostsee leisten.

SpaCeParti ist ein Vorhaben der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) und wird BMBF gefördert.

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Kontakt:

  • Prof. Dr. Marie-Catherine Riekhof

  • Direktorin Center for Ocean and Societs (CeOS)/ Kiel Marine Science (KMS)
    mcriekhof@ae.uni-kiel.de
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