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Innovative Technik aus der Bildgebung

Siegel der Medizinischen Fakultät
© Uni KielSiegel der Medizinischen Fakultät

Die Sektion Biomedizinische Bildgebung der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, UKSH, Campus Kiel, hat mit drei Teams an zwei Hackathons in Kiel teilgenommen und Software zur intelligenten Auswertung bzw. Darstellung von Daten der Bildgebung entwickelt.

Beim coding.Waterkant Hackathon von opencampus.sh und dem Waterkant Festival Kiel war die Sektion in zweierlei Weise beteiligt. „Zum einen haben wir eine der 12 Challenges für coding.Waterkant ausgeschrieben. Zum anderen war im Team xidivocx mein Mitarbeiter Timo Damm als Hacker aktiv an diesem Wettbewerb beteiligt“, erklärt Dr. Claus-Christian Glüer, zusammen mit Dr. Jan-Bernd Höverner Leiter der Sektion Biomedizinische Bildgebung, beide Professoren an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er stellte die Aufgabe, ein Programm zu entwickeln, das mittels Künstlicher Intelligenz (KI) COVID-19 anhand von Röntgenbildern der Lunge erkennt. Zunächst sollte das Programm feststellen, ob eine Lungenentzündung vorliegt oder nicht. Im zweiten Schritt sollte zwischen COVID-19 und gesund unterschieden werden. Unterstützung bekamen die drei Teams der Challenge von Mentoren vom Radiologie Department der University of California aus San Francisco, mit dem die Sektion eine enge KI-Kooperation aufgebaut hat. Das Team xidivocx landete knapp auf Platz zwei. Die Programme sollen nun weiterentwickelt werden und unter anderem auch dreidimensionale Bilder mit einbeziehen.

Die Teams VesselGoGo um Mariya Pravdivtseva vom GRK 2154 und MOIN CC-plus um Frowin Ellermann traten beim erstmals virtuell ausgerichteten UKSH Healthcare Hackathon in den Wettbewerb mit 24 anderen Teams. VesselGoGo verfolgte das Ziel, eine Plattform für die Ausbildung in der endovaskulären Behandlung zu entwickeln. Diese soll Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Eingriffe, wie das Einsetzen eines Stents an patientenspezifischen Gefäßmodellen zu üben. Das Team namens MoinCC-plus entwickelte ein Gerät, das ein intuitives Verständnis von abstrakten radiologischen Daten ermöglicht. Hierfür schufen sie mit dem 3D-Drucker einen Kopf und statteten diesen mit einem Mikrocontroller aus. Mit Hilfe von modernen nanomechanischen Sensoren und Bluetooth teilt der Kopf seine Orientierung im Raum mit einem PC. „Durch Drehen des Kopfes, drehen sich die dazugehörigen MRT- oder CT-Bilder mit. Entsprechend der Blickrichtung sieht man die dazugehörigen Bilder und bekommt so einen intuitiven Zugang von radiologischen Daten“, erläutert Prof. Dr. Jan-Bernd Hövener. Das ist zum Beispiel für die Patientenaufklärung und die medizinische Lehre hilfreich. Mit ihrer Präsentation überzeugte das Team die Fachjury: MoinCC-plus ist eins von sieben Teams des UKSH Healthcare Hackathons, die im Januar 2021 beim großen Finale, dem Health Innovation Hub in Berlin, antreten dürfen.

Über die Sektion und das MOIN CC

In der Sektion Biomedizinische Bildgebung der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie arbeitet ein interdisziplinäres und internationales Team aus Medizin-, Natur-, Ingenieur- und Computerwissenschaften an der Entwicklung und Anwendung bildgebender Verfahren in der biomedizinischen Bildgebung. Zur präklinischen Bildgebung betreibt die Sektion das Molecular Imaging North Competence Center (MOIN CC), ein Labor, in dem moderne Geräte verschiedener Modalitäten, darunter Hochfeld-Magnetresonanztomographie, Mikrocomputertomographie, Kleintiersonographie und optische Verfahren wie Fluoreszenz und Biolumineszenz, sowie Photoakustik unter einem Dach eingesetzt werden. Translationale und klinische Forschung erfolgt in enger Kooperation mit den Radiologinnen und Radiologen der Klinik und unter Nutzung der dort vorhandenen Bildgebungsgeräte. Mit den etablierten Methoden steht die Sektion auch als Bildgebungs-Plattform der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität als Partner für Kooperationen zur Verfügung, sowohl für akademische Forschungsprojekte als auch als Partner der Industrie.