Museen und Sammlungen der CAU

Anatomische Sammlung

Mortui vivos docent – die Toten lehren die Lebenden: Das ist der Leitsatz der Anatomischen Sammlung der Kieler Universität. Über 1.000 menschliche Präparate – von einzelnen Gelenken, Sehnen und inneren Organe bis zum gan­zen Skelett – sind in Vitrinen in dem lichten Saal im des Anatomischen Instituts ausgestellt. Etliche weitere Präparate, die allesamt aus den Körpern von Verstorbenen, von Körper­spendern für die Wissenschaft, entnommen wurden, finden sich in Nebenräumen. Sie dienen Studieren­den der Medizin, der Zahnmedizin und der Pharmazie zum Eigenstudium und stehen außerdem Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Menschen anderer medizinischer Berufe zu Fortbildungszwecken zur Verfügung.

Die Sammlung ist nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich.

Über die ANATOMISCHE SAMMLUNG

© purpur, Uni Kiel

© Celia Ehlke, Uni Kiel 2015

Antiken­sammlung

Die 1843 gegründete Antikensammlung im Gebäude der Kunsthalle zu Kiel ist die einzige Sammlung in Schleswig-Holstein, die Werke der antiken Kulturen des Mittelmeerraumes sammelt, erforscht und präsentiert. Das Museum besitzt eine umfangreiche Sammlung antiker Originalwerke (griechische Tongefäße und antike Kleinkunst) sowie eine große Abgusssammlung der bedeutendsten Skulpturen der Griechen und Römer (u. a. Parthenon-Skulpturen, Apoll vom Belvedere, Laokoon).

Öffnungs­zeiten

Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Di. bis So. 10 – 18 Uhr
Mi. 10 – 20 Uhr
Mo. geschlossen

Eintritt frei

Zur Antikensammlung

Mehr Details zur Antikensammlung

Götter in Gips

Seit 176 Jahren befindet sich in Kiel ein Tor zum Olymp: Die Antikensammlung hat Gästen aber noch mehr zu bieten als die erlauchte Gesellschaft von Zeus, Aphrodite, Hermes und Co. – die reiche Kulturgeschichte der alten Griechen und Römer, inklusive jahrtausendealter Rätsel.

Um 600 vor Christus ist Kap Sounion, die Südspitze Attikas, ein heiliger Ort im antiken Griechenland. Der Legende nach soll sich König Aigeus dort von den Klippen in das seitdem nach ihm benannte Ägäische Meer gestürzt haben, aus Kummer über den vermeintlichen Tod seines Sohnes Theseus. Die Griechen huldigen an dieser Stelle vor allem ihrem Meeresgott Poseidon und bringen ihm Weihegeschenke. So wie den Kouros von Sounion, eine über drei Meter hohe Kolossalstatue eines Jünglings, die zusammen mit anderen marmornen Skulpturen ankommende Seeleute empfängt.

Heute, über 2.700 Jahre später, ziert der Kouros nicht mehr den seeseitigen Eingang Attikas, wo er 1906 entdeckt wurde, sondern begrüßt moderne Seefahrer an der Kieler Förde, rund 2.100 Kilometer von seinem Fundort entfernt, in den Räumen in der Antikensammlung der Kunsthalle zu Kiel. Zugegeben, bei der Statue handelt es sich um eine Kopie, einen Gipsabguss vom Original, das im Athener Archäologischen Nationalmuseum steht. Nichtsdestoweniger versetzt sie, wie auch Hunderte weitere Abgüsse der bedeutendsten antiken Kunstwerke, Betrachter und Betrachterin in die Vorstellungswelt des antiken Menschen im Mittelmeerraum.

Dass wir nicht nach Athen oder Rom reisen müssen, um zuzuschauen, wie Herakles (römisch „Herkules“) mit dem Nemeischen Löwen ringt oder der trojanische Priester Laokoon und seine Söhne mit den Schlangen der Athene, haben wir Peter Wilhelm Forchhammer zu verdanken. Der Professor für Altertumskunde an der Uni Kiel eröffnete 1843 ein Kunstmuseum, damals noch im Kieler Schloss, aus dem Wunsch heraus, antike Meisterwerke interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern im heimischen Umfeld erlebbar zu machen, „zur Erweckung und Belebung des Kunstsinnes in Norddeutschland [...] offen und zugänglich für jedermann, zum Genuss und zur Belehrung für jedermann, und ich füge hinzu, zum Ruhm der Stadt und dem Lande.“ 10.000 Taler Spendengeld hatte Forchhammer zuvor zusammengetragen, auch 56 Studierende spendeten für die Idee. Gekauft wurden davon Antikenabgüsse aus den Gipsformereien der berühmten Museen in London, Paris, Rom und Kopenhagen. Die Kieler Sammlung gehörte bei ihrer Gründung zu den umfassendsten ihrer Art in Deutschland, nach wie vor ist sie die einzige Schleswig-Holsteins. 1909 zog die Sammlung in die neu gebaute Kunsthalle, nachdem sie 19 Jahre in einem Fachwerkhaus hinter dem heutigen Stadtmuseum Warleberger Hof untergebracht war. Aus dem Kieler Schloss musste sie zuvor weichen, da Prinz Heinrich, Bruder Kaiser Wilhelms II., die Residenz für sich allein beanspruchte.

"In der Antikensammlung lernen Studierende, Forschende und Interessierte das Sehen."

Dr. Manuel Flecker

Einige Dinge haben sich bis heute jedoch nicht verändert: Der Eintritt zur Sammlung ist genau wie Mitte des 19. Jahrhunderts kostenlos und auch ihren Zweck erfüllt sie nach wie vor, nämlich den Blick ihrer Betrachterinnen und Betrachter zu schulen. „In der Antikensammlung lernen Studierende, Forschende und Interessierte das Sehen “, sagt Dr. Manuel Flecker, Kustos der Antikensammlung und Akademischer Rat am Institut für Altertumskunde der CAU. Was der Archäologe damit meint: Nur durch genaues Hinsehen und Vergleichen mit anderen Kunstwerken geben die antiken Statuen nach und nach ihre Geheimnisse preis. Beeindruckender Beleg dieser These ist die Kore von der Akropolis, die Statue eines Mädchens aus der Zeit um 510 vor Christus. Im Gegensatz zu den meisten Exponaten der Kieler Sammlung erstrahlt sie statt ganz in Weiß in roten, blauen und goldenen Farbtönen. Tatsächlich waren die meisten antiken Figuren farblich gefasst, der Zahn der Zeit sorgte jedoch dafür, dass die Farbe verloren ging – so auch bei der Kore. Beim Gipsabguss des Originals entdeckten Forschende aber verschiedene Muster auf der Oberfläche, verglichen sie mit anderen Werken und konnten auf diese Weise die Farbigkeit zum Teil rekonstruieren. Solche Eigenschaften sind es, die Manuel Flecker an den Kieler Kopien schätzt, ihr Zustand ist oft besser als der der originalen Marmorstatuen.

Dies trifft nicht unbedingt auf Fleckers persönliches Lieblingsstück in der Ausstellung zu, den Hermes mit dem Dionysosknaben. Der Abguss der Marmorgruppe aus dem vierten Jahrhundert vor Christus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert. Er erhielt einen farblichen Überzug, der den Stein des Originals imitieren sollte. Dabei gingen aber die besonderen, vor allem unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften von Haar, Körper und Mantel der Skulptur verloren. Gerade um diese Eigenschaften aber drehten sich seit dem Auffinden Kontroversen: Stammt die Skulptur direkt vom berühmten antiken Bildhauer Praxiteles, oder handelt es sich um eine spätere Kopie?

Aber auch wer Originale bevorzugt, kommt in der Antikensammlung auf seine Kosten. Zahlreiche griechische Tongefäße erzählen mit ihrer reichen, glänzenden Bemalung von Göttinnen und Göttern, Helden, Königen und der antiken Lebenswelt. Gemeinsam ist den Statuen und der Keramik nicht zuletzt, dass es noch lange dauern wird, bis sie keine neuen Geschichten mehr erzählen werden, denn, so Manuel Flecker: „Jede Zeit und auch jeder von uns stellt immer ganz neue Fragen an die antiken Kunstwerke.“

Autor: Denis Schimmelpfennig
erschienen in der unizeit, Ausgabe 98, 30.3.2019

Botanischer Garten Kiel

Im Botanischen Garten können Gäste im Freien vielfältige Baumsammlungen aus Asien, Amerika und Europa bestaunen. Auch verschiedene Biotope wie Düne, Erlenbruch, Teichlandschaft, Heide und Moor können Besucherinnen und Besucher hier ganzjährig erleben. Darüber hinaus sind die bunten Facetten aus der Blüten- und Ausbreitungsökologie zu sehen: ein Rosarium, ein Arzneigarten, das Alpinum mit seinen Hochgebirgspflanzen, die südeuropäischen Landschaftszonen und vieles mehr.

In den sieben großen Schaugewächshäusern sind die Pflanzen ferner Klimazonen ausgestellt: In Tropenhaus, Nebelwaldhaus, Mediterranhaus, Subtropenhaus, Wüstenhaus Amerika, Wüstenhaus Afrika und Victoriahaus sind Kostbarkeiten zu finden. Zum Beispiel Mangroven und tropische Wasserpflanzen, darunter die größte Seerose der Welt (Victoria).

Öffnungs­zeiten

Am Botanischen Garten, 24118 Kiel

Täglich geöffnet:
April bis September 9:00 - 18:00 Uhr
Schaugewächshäuser 9:30 - 17:30 Uhr

Oktober bis März ab 9:00 Uhr
Schließung zwischen 15:00 und 17:00 Uhr, je nach Jahreszeit

Eintritt frei | Sonderführungen mit Eintritt

Zum Botanischen Garten
 

© Geologisches und Mineralogisches Museum

Geo­logisches und Minera­logisches Museum

Gut und gern 250 Millionen Jahre hat ein Wurm­röh­rensandstein auf dem Buckel, der in einer der Vitri­nen des Geologischen und Mineralogischen Museums zu sehen ist. Eine unvorstellbar große Zahl aus Sicht Normalsterblicher, allerdings eher jugendlich anmutend aus Sicht der Erde, deren Alter auf etwa viereinhalb Milliarden Jahre veran­schlagt wird. Auch die räumliche Herkunft mancher Exponate übersteigt das, was Menschen wirklich nachvollziehen können. Systematisch ange­ord­net vermitteln die Exponate jede Menge Grundlagenwissen über das, was diese Erde ausmacht. Faszinierend ist dabei gerade der Blick aufs Detail. Die Lehrsammlung steht angehenden Experten aus den Geowissenschaften und der Geographie ebens so offen, wie interessierten Laien.

Öffnungszeiten

Ludewig-Meyn-Straße 12, 24118 Kiel

Mo. bis Do. 8:30 bis 16:00 Uhr
Fr. 8:30 bis 14:00 Uhr, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

Zum Geologischen und Mineralogischen Museum

Kunst­halle zu Kiel

Die Kunsthalle zu Kiel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde 1908 eingeweiht und ist zusätzlich Sitz des 1843 gegründeten Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins. Zur Sammlung gehören Werke von der Dürerzeit bis zur Gegenwart, von der Malerei bis zur Videokunst. Einen Sammlungsschwerpunkt bilden die sogenannten „Russischen Wandermaler“ des 19. Jahrhunderts, Deutsche Expressionisten und Künstler der Neuen Sachlichkeit sowie das größte Konvolut von Arbeiten des Malers Christian Rohlfs. Die Graphische Sammlung zeigt seit 2011 wechselnde Ausstellungen aus ihren Beständen in dauerhaft für sie eingerichteten Räumen.

Öffnungs­zeiten

Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Di. bis So. 10 – 18 Uhr
Mi. 10 – 20 Uhr
Mo. geschlossen

Mit Eintritt | Eintritt frei für CAU-Studierende

Zur Kunsthalle zu Kiel

Max-Planck-Ausstellung

Der 1858 in Kiel geborene Physiker Max Planck leitete mit seinen Arbeiten zur Quantenphysik eine Revolution der Naturwissenschaften ein, 1919 bekam er dafür den Nobelpreis verliehen. Seine Entdeckung, dass Strahlung nicht kontinuierlich, sondern in Energiepaketen, sogenannten Quanten, abgegeben wird, revolutionierte die Technik und führte zur heutigen Nanotechnologie, wie sie in der Mikroelektronik, Handys oder Hochleistungscomputern zum Einsatz kommt. Seine erste Professur für Theoretische Physik trat Planck 1885 in Kiel an, bevor er 1889 nach Berlin ging. Schleswig-Holstein blieb er Zeit seines Lebens treu. Im Physikzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zeigt eine Ausstellung Leben und Werk des Kieler Ehrenbürgers und Ehrensenators der CAU. Führungen für Schulklassen und alle Interessierten sind möglich.

Öffnungs­zeiten

Leibnizstraße 13 bis 19, 24118 Kiel

Mo. bis Fr. 9 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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Medizin- und Pharmazie­historische Sammlung

Die Sammlung zeigt spannende Einblicke in die Pharmaziegeschichte der letzten Jahrhunderte und lässt Besucherinnen und Besucher die medizinische Forschung und die Behandlungsmethoden der Vergangenheit hautnah erleben. Zahlreiche insbesondere aus Kiel und Schleswig-Holstein stammende historische Instrumente und Geräte warten auf die Museumsbesucherinnen und -besucher. Einen Einblick in die Geschichte der medizinischen Ausbildung an der Kieler Universität gewähren über 500 pathologische und gerichtsmedizinische Feuchtpräparate.

Öffnungs­zeiten

Brunswiker Straße 2, 24105 Kiel

Di. - Fr. 10 – 16 Uhr
April - September Sa. 12 -16 Uhr
So. 12 – 16 Uhr
Mo. geschlossen

Mit Eintritt

Zur Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung

 

Zoologisches Museum Kiel

Das Zoologische Museum zeigt in der artenreichsten Walausstellung Deutschlands 13 spektakuläre Skelette von Walen aus Schleswig-Holstein. Ebenso zu sehen ist die wissenschaftliche Geschichte der Zoologie in Kiel. In der neuen Dauerausstellung „Ozean der Zukunft“ werden aktuelle Erkenntnisse der Meeresforschung zu Fischerei, Meeresspiegelanstieg, Ozeanversauerung und Ozeanzirkulation dargestellt und für die Besucher erlebbar gemacht. Die Ausstellung „Tiefsee“ zeigt die spektakulärsten Tiere der Tiefsee wie Vipernfisch und Riesenkalmar (5,5 m) im Original. Wie Landtiere das Wasser eroberten und sich im neuen Element bewegen ist das Thema einer weiteren Ausstellung.

Öffnungs­zeiten

Hegewischstraße 3, 24105 Kiel

Di. bis Fr. 9 – 17 Uhr,
Sa. 10 - 17 Uhr,
So. und feiertags: 12 – 16 Uhr
Mo. geschlossen

Mit Eintritt

Zum Zoologischen Museum

© Zoologisches Museum

© Claudia Eulitz, Uni Kiel

© Zoologisches Museum

Landesmuseen Schleswig-Holstein

Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf ist der bedeutendste Museumsverbund des Landes Schleswig-Holstein. Sie versteht sich als Botschafter der Kultur für und in Schleswig-Holstein. Die Stiftung und Einrichtungen der Stiftung haben den Status einer angegliederten Einrichtung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Unter dem Dach der Stiftung befinden sich das Museum für Archäologie Schloss Gottorf und das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Schloss Gottorf. Auch der auf der Schleswiger Museumsinsel gelegene Riesenglobus sowie der Barockgarten gehören dazu. Nicht weniger prominent sind das Wikinger Museum Haithabu und das Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde. Eine feste Größe im Land sind auch das Jüdische Museum in Rendsburg, das Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf sowie das Kloster Cismar.

Zu den Landesmuseen