Bremerskamp: Ein neues Stadtviertel entsteht in Kiel

Land Schleswig-Holstein, Landesuniversität und Landeshauptstadt wachsen weiter zusammen

Der Bremerskamp ist mit rund zehn Hektar die größte zusammenhängende Entwicklungsfläche auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Hier soll künftig ein lebendiger, universitär geprägter Stadtteil entstehen, der exzellente Forschungsbauten, eine hochwertige Studien- und Aufenthaltsqualität sowie studentisches und städtisches Wohnen miteinander verbindet. Gemeinsam haben das Land Schleswig-Holstein, die Landeshauptstadt Kiel, die Universität Kiel, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und das Studentenwerk Schleswig-Holstein ihre Vorstellungen für die weitere Entwicklung des Areals formuliert. Unter Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), dem Stadtplanungsamt Kiel und dem beauftragten Planungsbüro Schmieder.Dau.Architekten.bda ist ein Rahmenplan für das neue Stadtviertel entstanden.

Ein ganzheitlicher Ansatz steht im Fokus des Rahmenplans. Dazu gehören neue Gebäude ebenso wie die Anbindung der Veloroute 10, moderne Erschließungs- und Energieversorgungskonzepte, nachhaltiges Bauen unter Verwendung des Instrumentes der BNB-Zertifizierungen sowie der Erhalt zusammenhängender Grünflächen. Ermöglicht wurde dieser Rahmenplan durch ein kooperatives Workshopverfahren, das sich unter Leitung der GMSH bereits für das Anger-Gelände am CAU-Campus und an der Technischen Fakultät der CAU in Kiel Gaarden bewährt hatte. Fünf Architekturbüros stellten ihre Planungen vor. Aus dem kooperierenden Verfahren ging schließlich der Entwurf des Planungsbüros Schmieder.Dau.Architekten als derjenige hervor, auf dessen Basis die Rahmenplanung gemeinsam weiterentwickelt wurde. Eine Aufstellung der Bebauungspläne sei bis Ende 2021 vorgesehen. Bis Ende 2025 können die ersten Gebäude stehen.

Bremerskamp: nachhaltige und lebendige Stadtentwicklung

Der Bremerskamp ist der Startschuss für die Entstehung einer Kiel.Science.City und der Entwicklung eines neuen Hochschulstadtteils, der über die Vorlesungszeit hinaus belebt ist. Städtische und universitäre Nutzung gehen hier ineinander über. Ganz konkret soll die Verlängerung der Johann-Fleck-Straße in den Campus hinein Bestandteil dieser Entwicklung sein. Das geplante Erschließungskonzept stärkt durch intelligente Wegeführungen zudem nachhaltig den Fuß- und Radverkehr auf dem Campus und in die anliegenden Stadtteile hinein.

In den Außenbereichen setzt sich das Nachhaltigkeitskonzept fort: Der Bebauung steht eine große, zusammenhängende Grünfläche rund um die Zentralbibliothek gegenüber. Biodiversität, Retentionsflächen und naturnahe Nutzungen wie Gewächshäuser sollen hier erhalten bleiben, ebenso wie vorhandene Biotopstrukturen und charakteristische, ortsbildprägende Bäume. Fassadenbegrünungen, ergänzende Baumanpflanzungen tragen zur Verbesserung des örtlichen Mikroklimas bei.

Wohnen und Leben direkt am Campus

In der Leibnizstraße sollen zunächst 90 bis 130 neue Wohneinheiten für Studentinnen und Studenten geschaffen werden. Dafür wurde eigens eine dreieckige Grundstücksfläche entlang der Leibnizstraße identifiziert. Nach dem ersten Wohnheim sollen in den nächsten Jahren voraussichtlich vier weitere jeweils mehrgeschossige Wohnheime entstehen. Zusätzlich könnten hier, nordwestlich der Universitätsbibliothek, bis zu 390 Wohnheimplätze geschaffen werden. Auch ein Neubau der Mensa II, bisher in der Leibnizstraße angesiedelt, soll auf den Bremerskamp ziehen. Mit rund 8.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche ist sie ein verbindendes Element für die Campusbereiche zu beiden Seiten der Olshausenstraße.

Bundesforschung am Bremerskamp

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) errichtet am Bremerskamp in den kommenden Jahren in Kiel einen Neubau für das Max Rubner-Institut (MRI) in direkter Nachbarschaft der CAU. Diese Standortentscheidung gab die BImA während der Veröffentlichung des Rahmenplans bekannt. Der Ersatzneubau für das Gebäude in der Hermann-Weigmann-Straße soll bis 2026 fertiggestellt werden.

Das Max Rubner-Institut (MRI) ist ein Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Der Forschungsschwerpunkt liegt im gesundheitlichen Verbraucherschutz bzw. im Ernährungsbereich. Das MRI berät auf diesem Gebiet fachlich und erarbeitet wissenschaftliche Entscheidungshilfen für das BMEL. Am Standort Kiel ist unter anderem das Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie (MBT) und das Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch (MF) beheimatet.

Neubau für die Evolutionsforschung am Bremerskamp

Professor Hinrich Schulenburg, Evolutionsbiologe an der CAU, macht mit seinem Neubau für die Evolutionsforschung den Anfang für den Bremerskamp: Bis 2025 entsteht das Forschungszentrum „Center for Fundamental Research in Translational Evolutionary Biology“ (CeTEB) am Bremerskamp. Der Wissenschaftsrat hat das CeTEB kürzlich als eines von zwei Projekten deutschlandweit als „besonders herausragendes Vorhaben“ für eine 50-prozentige Bundesförderung gemäß Artikel 91b empfohlen. Im Juni 2020 kam schließlich die finale Förderzusage der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK).

Das knapp 5.000 Quadratmeter große Gebäude (Nutzfläche bzw. 10.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche, BGF) soll dann auf dem Gelände des Bremerskamp in unmittelbarer Nähe des Biologiezentrums entstehen. Der Forschungsbau wird neue Heimat für Forschende der Evolutionswissenschaften an der Kieler Universität und von ihren Partnerinstitutionen in der Region. Im Fokus der Forschung stehen transdisziplinäre Vorhaben, insbesondere die Anwendung evolutionsbasierter Konzepte zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen in Umwelt, Gesundheit und Ernährung. Ein Beispiel ist die derzeitige Antibiotikakrise.

Aktuelle Nachrichten zum Bremerskamp

Geplantes Forschungsgebäude „Center for Fundamental Research in Translational Evolutionary Biology“ an der CAU kann errichtet werden

Visualisierung

Land Schleswig-Holstein, Landesuniversität und Landeshauptstadt wachsen weiter zusammen

Visualisierung

Standortentscheidung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist gefallen | Uni Kiel erhält neuen Nachbarn am Bremerskamp

Visualisierung des Neubaus

An der Kieler Universität soll ein neues Gebäude für die angewandte Evolutionsforschung entstehen

Pressekonferenz zur Vorstellung des Rahmenplans:

Pressekonferenz Rahmenplan Bremerskamp am Donnerstag, 7. Mai 2020 in der Universitätsbibliothek der Uni Kiel

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Datenschutzerklärung.

Zahlen und Fakten zum Rahmenplan Bremerskamp:

Instituts- und Forschungsgebäude

  • insgesamt neun Gebäude bzw. Gebäudeerweiterungen für die CAU
    (inkl. CeTEB, Biologiezentrum, exkl. MRI)
  • insgesamt ca. 83.500 Quadratmeter BGF auf zehn Hektar Grundfläche

Parkhaus „Mobilitätshub“

  • ca. 38.000 Quadratmeter BGF
  • bis zu 1.200 Stellplätze
  • beabsichtigte Realisierung: 1. Bauabschnitt bis 2025/
  • 2. Bauabschnitt bis 2029

Mensa II:

  • ca. 8.000 Quadratmeter BGF

Studentische Wohnheime:

  • zunächst 100 Wohneinheiten in der Leibnizstraße
  • bis zu 390 weitere Wohneinheiten in vier zusätzlichen Gebäuden entlang der Olshausenstraße
  • beabsichtigte Realisierung bis 2025/27 bzw. nach 2030, abhängig von der Baufeldfreimachung

Vorläufiger Zeitplan:

  • Bis Ende 2021 Beschluss der Bebauungspläne
  • 2022 Baubeginn CeTEB
  • 2022 Baubeginn MRI
  • 2024 Baubeginn mit Ersatzneubau für die Modulbauten in der Leibnizstraße
  • 2025 Fertigstellung CeTEB und Baubeginn des 1. Bauabschnitts Biologiezentrum
  • 2026 Fertigstellung Neubau MRI
  • 2029 Fertigstellung Biologiezentrum