Fakultätenblöcke mit Bibliotheksverbund

Die Sanierung der Fakultätenblöcke und die Schaffung eines Bibliotheksverbundes geht in die dritte Phase.

Den Auftakt für die Erneuerung des gesamten Komplexes der Fakultätenblöcke in der Leibnizstraße bildete der Neubau des Juridicum. Der fünfgeschossige Neubau prägt den Eingang in den Campusbereich ganz neu. Im Inneren des Hauses herrscht eine heiter-freundliche Atmosphäre, die von hellen Farben und Materialien erfüllt ist. Zwei mehrgeschossige Treppenkaskaden gliedern die öffentlichen Bereiche, schaffen interessante Ein- und Durchblicke und erleichtern die Orientierung in diesem mit fast siebeneinhalbtausend Quadratmetern Nutzfläche nicht gerade kleinen Gebäude. Im Frühjahr 2020 wird das Juridicum an die Kieler Universität und die Rechtswissenschaftliche Fakultät übergeben und anschließend bezogen.

Im Gebäude befinden sich allerdings nicht nur die Büro- und Seminarräume. Auch fast alle rechtswissenschaftlichen Fachbibliotheken werden hier integriert. Diese Bereiche werden mit dem künftigen Bibliotheksverbund in den unteren Geschossen der Fakultätenblöcke verknüpft. In der zweiten Sanierungsphase wird zu diesem Zweck eine rund 20 Meter breite Verbindungsbrücke zwischen dem neuen Juridicum und dem ersten Fakultätenblock, Leibnizstraße 4, errichtet. Die durch die Brücke neu entstehende Fläche wird attraktive und moderne Bibliotheksarbeitsplätze für das Philosophische Seminar beherbergen.

Zugleich ist die Brücke der Anschlusspunkt für die nächste Ausbauphase des Bibliotheksverbundes. Diese bringt auch technische Neuerungen für das studentische Lernen mit sich: Neben flächendeckendem WLAN und einem digitalen Schließsystem wird auch RFID-Technologie eingeführt, wodurch ein zeitgemäßes Arbeiten mit den Buchbeständen – inklusive Ausleihe in Fachbibliotheken – erstmals möglich wird.

Im Herbst 2020 beginnt schließlich die dritte Phase: die eigentlichen Sanierungsarbeiten an den alten Fakultätenblöcken. Zunächst werden die Einrichtungen in der Leibnizstraße 6 aus dem Gebäude ausziehen, damit dieses bis 2022 saniert werden kann. Rechtswissenschaftliche Institute ziehen dann ins neue Juridicum ein. Die Büros des Philosophischen Seminars beziehen vorübergehend die Leibnizstraße 4. Im Anschluss folgen voraussichtlich im zweijahres-Rhythmus sukzessive die weiteren Fakultätenblöcke. Die Reihenfolge der weiteren Sanierungen wird mit der nun folgenden Detailplanung festgelegt.

Insgesamt wird die Sanierung aller vier Fakultätenblöcke rund 3,7 Hektar Nutzfläche umfassen. In dieser Größenordnung ist das Sanierungsvorhaben im Schleswig-Holsteinischen Hochschulbau einmalig. Und es bedarf einer fundierten Planung. Ab Dezember 2019 wird deshalb voraussichtlich das Planungsbüro agn leusmann aus Hamburg mit der Detailplanung beauftragt.

Das Verfahren zur Architektenauswahl verlangte Antworten zur Leistungsfähigkeit der Büroarbeitsplätze, zur Nachhaltigkeit des Baus und zum Planungshonorar. Darüber hinaus auch die Aussagen zur Planungsstrategie, zu einer gelebten Fehlerumgangskultur im Projekt, zu den beteiligten Personen und einer Arbeitsprobe. Entsprechend breit war das Spektrum der angebotenen Leistungen, die in insgesamt drei Auswahlstufen zu bewerten waren. AGN Leusmann überzeugten mit der Idee einer „Landschaft“: unterschiedliche Ebenen, die interessante, offene Perspektiven aber geschützte Nischen bieten, sowie durch den Ansatz, die vorhandenen Strukturen in transparente Lehr-, Lern- und Arbeitswelten zu verwandeln. Die Architekten haben sich sehr intensiv mit dem Kompendium der im vergangenen Jahr (2018) unter Moderation von Wulf Dau-Schmidt durchgeführten Workshop-Reihe auseinandergesetzt, in dem die Vorstellungen von Uni-Instituten, Studierenden und dem Gebäudemanagement der CAU zusammengeführt wurden. Diese nahmen entscheidenden Einfluss auf die Auswahl dieses Architekturbüros. Darüber hinaus werden mit dem Sanierungsvorhaben sowohl die Klimaziele des Landes als auch die inhaltlichen Ziele der CAU in Hinblick auf digitales Arbeiten und Lernen verwirklicht.

Eckdaten:

Errichtung: 2020-2028
Zunächst Sanierung LS6: 2020-2022
Nutzfläche: 37.000 qm
Baukosten: 100 Mio. Euro (25 Mio. Euro je Block)