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Internationales Symposium des Graduiertenkollegs „Gene, Umwelt und Entzündung“

Eine Gruppe von Menschen
© Christian Urban, Uni KielRund 90 internationale Nachwuchsforschende folgten der Einladung des Graduiertenkollegs „Gene, Umwelt und Entzündung“ an der CAU.

Nachwuchsforschende diskutieren an der Uni Kiel über den Einfluss der Umwelt auf die Entstehung chronisch-entzündlicher Krankheiten

Seit dem gestrigen Donnerstag tagen rund 90 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorwiegend aus der Molekularbiologie und Medizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), um sich über den aktuellen Forschungsstand zu den genetischen Ursachen von chronischen Entzündungskrankheiten auszutauschen. Gastgeber des Symposiums ist das gemeinsame Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“ (GRK 1743) der CAU und der Universität zu Lübeck (UzL), dem aktuell insgesamt 30 Nachwuchsforschende angehören. Das GRK 1743 und die damit verbundene jährliche Tagung spielen eine wichtige Rolle in der Nachwuchsförderung des ebenfalls von beiden Universitäten getragenen Exzellenzclusters Entzündungsforschung. Das erfolgreiche Forschungskonsortium befindet sich aktuell mit zwei weiteren Anträgen der CAU in der Endausscheidung der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder.

In etwa 20 wissenschaftlichen Vorträgen und verschiedenen Diskussionsformaten bietet die zweitägige Konferenz im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) an der CAU einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Entzündungsforschung. Dabei geht es zum Beispiel um die Gewinnung umfangreicher Genomdaten in großangelegten Bevölkerungsstudien, entzündliche Prozesse, die an der Entstehung von Adipositas oder verschiedenen Hautkrankheiten beteiligt sind sowie den Einfluss des Darmmikrobioms auf die Entstehung diverser Krebsarten. Eine Reihe von Vorträgen renommierter Forschender von verschiedenen internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen ermöglicht einen direkten Kontakt des wissenschaftlichen Nachwuchses mit führenden Köpfen dieses bedeutsamen Gebiets. Bei der Veranstaltung, die die Doktorandinnen und Doktoranden selbst organisieren, können sie wertvolle Erfahrungen im internationalen wissenschaftlichen Austausch sammeln.

Der Sprecher des GRK 1743 und Mitglied im Exzellenzcluster Entzündungsforschung, Professor Andre Franke vom Institut für Klinische Molekularbiologie an der CAU, betont: „Das Graduiertenkolleg ist für uns eine zentrale Säule der Nachwuchsförderung. Die bei uns ausgebildeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden künftig dazu beitragen, aktuellstes Wissen in eine erstklassige Krankenversorgung der schleswig-holsteinischen Universitätsmedizin einfließen zu lassen. Auf dem Weg dorthin bildet das jährliche Symposium ein wichtiges Forum für unsere Talente, um sich auf höchstem wissenschaftlichen Niveau auszutauschen.“

Das gemeinsame Graduiertenkolleg der CAU und der Universität Lübeck wird seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und verfolgt das Ziel, den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung chronisch-entzündlicher Krankheiten wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Psoriasis zu verstehen. In der Graduiertenausbildung geht es zunächst um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen zum Beispiel in Form zellbiologischer, tierexperimenteller oder genetisch-bioinformatischer Methoden. Das Angebot umfasst zusätzliche individuelle Lernprogramme, die nicht-fachliche Qualifikationen in Bereichen wie Zeitmanagement, Ethik oder Führungskompetenz vermitteln. Talentierte Nachwuchsforschende, die neben Deutschland aus Italien, Griechenland, Litauen und den USA stammen, erhalten im GRK die Möglichkeit an einer der beiden Universitäten zu promovieren. Betreut werden sie dabei von Expertinnen und Experten unter anderem aus der Molekularbiologie, Zellbiologie, Ernährungswissenschaft und Bioinformatik. Die DFG stellt dem GRK 1743 in der aktuellen Förderperiode dafür gut drei Millionen Euro zur Verfügung.

Unter diesen hervorragenden Bedingungen kann das Graduiertenkolleg aktuell acht Promotionsstellen sowie Stipendien für medizinische Doktorarbeiten für hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an den Standorten Kiel und Lübeck anbieten. Die im GRK entstehenden Forschungsergebnisse sind wiederum strategisch in den Exzellenzcluster Entzündungsforschung eingebettet. Insgesamt soll das Graduiertenprogramm von CAU und UzL dazu beitragen, herausragende junge Forschende künftig an den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein zu binden.

Kontakt:

Prof. Andre Franke
Sprecher Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“
Institut für Klinische Molekularbiologie, CAU Kiel
Tel.: 0431/500-15110
E-Mail: a.franke@mucosa.de

Weitere Informationen:

Zweites Internationales GRK-Symposium „Gene, Umwelt und Entzündung“, 7.+ 8. Juni 2018, CAU Kiel:
www.genes-environment-inflammation.de/news/second-international-rtg-symposium-genes-environment-and-inflammation

Graduiertenkolleg „Gene, Umwelt und Entzündung“ (GRK 1743):
www.genes-environment-inflammation.de

Exzellenzcluster Entzündungsforschung:
www.inflammation-at-interfaces.de