Studium | Medizin

Kieler Medizinstudent bei 68. Nobelpreisträgertagung in Lindau

Ein Mann lächelt in die Kamera
© Raissa Maas, Uni Kiel 2018Der Kieler Medizinstudent Markus von Deimling nimmt an der 68. Nobelpreisträgertagung in Lindau teil.

Einmal im Jahr treffen am Bodensee Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen auf besonders qualifizierte Nachwuchskräfte aus der Wissenschaft. In diesem Jahr findet die Lindauer Nobelpreisträgertagung vom 24. bis 29. Juni zum Schwerpunktthema Physiologie und Medizin statt. Die 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus 84 Ländern und wurden in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren ausgewählt. Unter ihnen ist auch Markus von Deimling, Medizinstudent der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Im Rahmen seiner Doktorarbeit befasst sich von Deimling mit dem Thema der Epilepsiegenetik bei Epilepsien im Kindes- und Jugendalter. Für ein weiteres Forschungsprojekt zum Thema „Die Rolle des Transkriptionsfaktors Arx in adulten GABAergen Interneuronen“ verbrachte er zwei Forschungssemester am Children's Hospital of Philadelphia, USA. Für diese Arbeit erhielt von Deimling den mit 30.000 Euro dotierten Förderpreis der Bruhn-Stiftung 2017. „Das Gehirn ist ein ebenso komplexes wie verletzliches Organ, das finde ich sehr spannend“, sagt der Medizinstudent, der zurzeit sein Praktisches Jahr in Kiel und Hamburg absolviert. Von Deimling fühle sich geehrt, nun in Lindau auf „beeindruckende Persönlichkeiten“ zu treffen: „Ich freue mich darauf, mit motivierten Menschen aus aller Welt zusammenzukommen und mit ihnen Kontakte für die weitere Forschung zu knüpfen. All dies wäre jedoch nicht ohne die Unterstützung der Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II möglich gewesen.“

Vorgeschlagen für die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung wurde von Deimling von Professor Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät der CAU. „Bei seiner Doktorarbeit zeigte sich, wie engagiert und wissenschaftlich fokussiert Herr von Deimling wissenschaftliche Studien durchführen kann“, lobt Stephani, der außerdem dessen „konstruktive Fachschaftsarbeit“ hervorhebt. Die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung sei gleichzeitig eine Auszeichnung und eine Anregung, weiter in der medizinischen Wissenschaft tätig zu sein. „Man darf nur einmal im Leben teilnehmen, aber ein einmaliges Erlebnis ist es vor allem durch die spannenden Inhalte und die inspirierenden, persönlichen Begegnungen“, weiß Professor Bernd Hartke, offizieller Ansprechpartner an der Uni Kiel für die Tagung.

Kontakt:

Professor Bernd Hartke
Institut für Physikalische Chemie
Telefon: 0431/880-2753
E-Mail: hartke@pctc.uni-kiel.de

Bei der 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung treffen 43 Nobelpreisträger auf 600 ausgewählte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Dazu gehören Studierende, Promovierende und Post-Docs unter 35 Jahren aus den Fachbereichen Physiologie und Medizin. Die seit 1951 jährlich stattfindende Tagung widmet sich im jährlichen Wechsel den Nobelpreisdisziplinen Physik, Chemie und Physiologie/Medizin sowie seit 2004 auch den Wirtschaftswissenschaften. Sie soll den wissenschaftlichen Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Disziplinen fördern. Dazu bieten Vorträge, Podiumsdiskussionen und ein kulturelles Rahmenprogramm zahlreiche Gelegenheiten. Unter den teilnehmenden Nobelpreisträgern sind in diesem Jahr auch beiden Biologen Michael Rosbash und Michael Young, die für ihre Forschung zur inneren Uhr ausgezeichnet wurden. Neben der inneren Uhr gehören zu den Kernthemen der 68. Lindauer Tagung auch die Rolle der Wissenschaft in einem „postfaktischen“ Zeitalter, die Gentherapie und die wissenschaftliche Publikationspraxis.