Agrar & Ernährung

Gelebte Exzellenzstrategie

Jan Philipp Albrecht
© Dr. Doreen Saggau, Uni KielLandwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht nutzte die Hochschultagung, um sich über aktuelle Forschung an der CAU aus der Landwirtschaft und Ernährung zu informieren.

69. Öffentliche Hochschultagung der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät erzeugte große Resonanz

Seit fast 70 Jahren findet auf der alljährlich stattfindenden Hochschultagung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein lebendiger Trialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik statt. Dabei werden interaktiv praktikable Lösungen für wichtige gesellschaftliche Probleme diskutiert. Die diesjährige Hochschultagung am 31. Januar lockte wieder rund 600 Besucherinnen und Besuchern unter dem Leitthema „Wer entscheidet über die Agrarsysteme von morgen?“ ins Audimax der CAU. Die Landespolitik war unter anderem mit dem Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht vertreten: „Hier an der Universität wird unverzichtbare Grundlagenarbeit für die Land- und Ernährungswirtschaft von Morgen geleistet. Von daher ist die Expertise der Universitäten zu den Fragen der Zukunft enorm wichtig für die politische Rahmensetzung. Ich freue mich, wenn sich Forscherinnen und Forscher aktiv mit Ihren Ergebnissen einbringen und insbesondere zu den jungen, angehenden Landwirtinnen und Landwirten einen engen Kontakt aufbauen, die die Landwirtschaft von morgen aufs Feld bringen.“

Seit neustem bekommt die Hochschultagung starken Rückenwind aus dem modernen Wissenschaftsmanagement. Mit Schlagworten wie „Science meets Society“ oder „University Interfaces“ wird vermehrt auf transdisziplinäre Forschung zur Lösung dringlicher gesellschaftlicher Probleme gesetzt. Dazu gehört der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen. Auch die CAU hebt in ihrem aktuellen Exzellenzantrag „Kiel University Interfaces“ den innovativ gestalteten Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft als einen Eckpfeiler ihres Zukunftskonzeptes hervor. Entsprechend stellte der Dekan der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät Professor Christian Henning erfreut fest: „Wenn man die Exzellenzstrategie der CAU studiert, dann liest sich dies wie ein Credo unserer Fakultät: inter- und transdisziplinäre Forschung, die darauf ausgerichtet ist, zentrale gesellschaftliche Probleme wie Klimawandel, Hunger und Armut zu lösen. Das sind wir par excellence.“

In einer neuen Poster-Slam-Session präsentierten neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungen einmal anders. In Zweiminutenvorträgen gaben sie dem Publikum Einblicke in komplexe Forschungsthemen. Beleuchtet wurden Themen wie der „Vergleich von regelmäßigem Orangensaft- versus Cola-Konsum im Hinblick auf den Harnsäurespiegel und die Regulation von Glykämie“ oder „Treten und Schlagen Kühe vermehrt bei hohen Vakuumwerten während des Melkens?“ Viele neugierig gewordene Zuhörerinnen und Zuhörer diskutierten anschließend mit den Dozierenden an wissenschaftlichen Postern.

Am Nachmittag stellten Forscherinnen und Forscher der Fakultät ihre Arbeit parallel in vier Hörsälen vor. Der Andrang war dabei so groß, dass nicht alle Zuhörerinnen und Zuhörer Plätze fanden. In den Vorträgen wurden neueste Erkenntnisse aus den Forschungsbereichen Ökonomie, Pflanze, Umwelt, Tier und Ernährung erläutert. Professor Ulrich Orth, Agrar & Food Marketing, zeigte, dass virtuelle Touren bei Konsumentinnen und Konsumenten ein Gefühl von Telepräsenz erzeugen. Professor Uwe Latacz-Lohmann aus der Abteilung Landwirtschaftliche Betriebslehre erläuterte in seinem Vortrag, dass so manches Stallbauvorhaben wegen der zusätzlichen Ammoniakemissionen im emissionsrechtlichen Genehmigungsverfahren durchgefallen ist. Eine sehr günstige Möglichkeit zur Reduzierung der Ammoniakemissionen sei die Ansäuerung von Gülle mit Schwefelsäure. Dr. Corinna Geisler berichtete über Mangelernährung im Alter: „Häufig wird die Mangelernährung als solche nicht erkannt, da Symptome wie Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Antriebslosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust dem Alter zugeschrieben werden. Die Identifikation von Risikopersonen ist besonders wichtig, da die Anfälligkeit für Krankheiten und die Sterberate bei mangelernährten Patientinnen und Patienten meist höher ist.“

Am Abend fand das neu entwickelte Format „HT-TALKS“ (Hochschultagung-TALKS) statt. In lockerer Atmosphäre diskutierten Staatssekretärin Anke Erdmann und weitere Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung mit Professorinnen und Professoren der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät über die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Die HT-TALKS greifen Querschnittsthemen zwischen Agrar-Wissenschaft, Politik, Verbänden und Gesellschaft auf und arbeiten zentrale Ziele, Kooperationsmöglichkeiten sowie zukünftige Entwicklungen aus.

Kontakt:

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation,
Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
0431/880-7126
dsaggau@agrar.uni-kiel.de