Über Stock und Stein

Schleswig-Holsteinerin reitet für deutsches Team bei Special Olympics World Summer Games in Abu Dhabi

Reiterin Inka Thun mit Holsteinerwallach "Imasing"
© Farah Claußen, Uni Kiel

Inka Thuns große Leidenschaft ist das Reiten in den Disziplinen Dressur, Geschicklichkeit und Springen. Seit fünf Jahren sitzt sie zweimal pro Woche auf dem Rücken von „Imasing“ und trainiert für verschiedene Wettkämpfe.

Vom 14. bis 21. März finden die Special Olympics World Summer Games erstmals in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. An der weltweit größten inklusiven Sportveranstaltung für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung, die in Abu Dhabi und Dubai ausgetragen wird, nehmen 7.000 Athletinnen und Athleten aus 170 Ländern teil. Eine von ihnen ist die Reiterin Inka Thun von der Kieler Stiftung Drachensee, die sich am Institut für Inklusive Bildung als angegliederte wissenschaftliche Einrichtung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zur Bildungsfachkraft qualifizieren lässt.

Bereits im Alter von drei Jahren kam Inka Thun bei Ferien auf einem Bauernhof mit Pferden in Kontakt – seit ihrem sechsten Lebensjahr erhält sie Reitunterricht. Bevor sie ihre Leidenschaft für Dressur, Geschicklichkeitsparcours und schließlich Springreiten entdeckte, probierte sie sich im Westernreiten und Tölten aus. „Mein großes Vorbild ist die sechsfache Olympiasiegerin im Dressurreiten Isabell Werth“, sagt Inka Thun. Zu den Special Olympics Deutschland (SOD) kam die 26-Jährige über ihre Tätigkeit bei der Stiftung Drachensee. Dort lernte sie Armin und Wibke Kins vom Pferdesportzentrum-Kiel kennen, die das schleswig-holsteinische SO-Team in der Disziplin Reiten trainieren.

Inka Thun nimmt bereits seit 2012 an den SO-Landesspielen und den SOD teil. Sie reitet im höchsten Schwierigkeitsgrad: Level A (Schritt, Trab, Galopp). Seit 2013 trainiert sie zweimal pro Woche auf ihrem eigenen Pferd, dem Holsteinerwallach „Imasing“. Im vergangenen Jahr qualifizierte sie sich bei den SOD in Kiel für die diesjährigen Weltspiele in Abu Dhabi.

Bildung und Inklusion zusammenbringen

Die Reiterin hat nicht nur auf sportlicher Ebene ein klares Ziel vor Augen.  Besonders am Herzen liegt ihr die Inklusion von Menschen mit Behinderungen: „Es ist mir wichtig, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen mehr respektiert und sie aktiver in die Gesellschaft eingebunden werden. Leider wird nach wie vor viel zu oft über uns hinweg entschieden. Und das möchte ich ändern“, so Inka Thun. Seit März 2017 lässt sie sich am Institut für Inklusive Bildung zur Bildungsfachkraft qualifizieren, um später Aufklärungsarbeit für Inklusion an Hoch- oder Fachschulen leisten zu können. In ihrer dreijährigen Qualifikation lernt sie zum Beispiel, welche Rechte Menschen mit Behinderungen haben und wie Bildungsarbeit funktioniert.

„Team SOD“ in Abu Dhabi

Die 7.000 Aktiven der Special Olympics Weltspiele tragen ihre Wettkämpfe in 24 Sportarten aus. Dabei werden sie von 2.500 Trainerinnen und Trainern betreut. Rund 20.000 freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Organisation der Großveranstaltung. Es werden mehr als eine halbe Million Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet. Das deutsche Team besteht aus 163 Sportlerinnen und Sportlern zwischen 15 und 64 Jahren. Sie kommen aus Einrichtungen und Vereinen aus 14 deutschen Bundesländern und gehen u.a. in den Sportarten Badminton, Unified Basketball, Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Reiten und Volleyball an den Start.

„Ich bin stolz, ein Teil von SOD zu sein und für das Team Schleswig-Holstein an den Wettkämpfen teilzunehmen“, erklärt Inka Thun. „Am meisten freue ich mich darauf, neue Menschen kennen zu lernen, neue Freunde zu finden und etwas über das Land und die Kultur zu lernen. Das ist echt aufregend für mich.“ Trainerin Wibke Kins ist zuversichtlich und drückt ihr die Daumen: „Inka hat fokussiert trainiert und ist sehr gut auf die Wettkämpfe vorbereitet.“

Host-Town-Programm in Dubai

Zusammen mit ihrer Mannschaft und den Trainerinnen und Trainern fliegt sie am Freitag, 8. März, nach Abu Dhabi. Bis zum 11. März nehmen die deutschen Athletinnen und Athleten am sogenannten Host-Town-Programm in Dubai teil, das der Anpassung an das Klima, dem Kennenlernen der Kultur der Ausrichterregion und dem vorbereitenden Training mit dem Leihpferd dient, das Inka Thun für die Wettkämpfe zur Verfügung gestellt bekommt. Denn ihr tierischer Partner, der 10-jährige „Imasing“, kann sie nicht nach Abu Dhabi begleiten. Grund dafür ist der enorme Stress, den das Tier während des weiten Fluges zu bewältigen hätte.

Bewährte Special Olympics Bestandteile wie das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes® und das Familienprogramm gehören ebenfalls dazu. Zudem repräsentieren die Mitglieder der Deutschen Delegation das Gastgeberland der nächsten Weltspiele – 2023 in Berlin.

Weitere Informationen:

Special Olympics Deutschland:
www.specialolympics.de/abudhabi2019

Special Olympics World Games 2019:
www.abudhabi2019.org

Special Olympics International (SOI):
www.specialolympics.org

 

Über das Institut für Inklusive Bildung:


Das Institut für Inklusive Bildung ist eine selbstständige, der CAU angegliederte wissenschaftliche Einrichtung. In seiner Rechtsform ist das Institut für Inklusive Bildung eine gemeinnützige GmbH. Gesellschafterin ist die Stiftung Drachensee. Hier werden inklusive Bildung entwickelt und Bildungsangebote von und mit Menschen mit Behinderungen realisiert. Das Institut für Inklusive Bildung qualifiziert Menschen mit Behinderung zur Lehre an Hoch- und Fachschulen.
https://inklusive-bildung.org

Pressekontakt:

Farah Claußen
Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation