10. Schülerlabor der Biochemie an der CAU

Studierende organisierten dreitägiges Laborpraktikum für Schülerinnen und Schüler.

Zum zehnten Mal hatten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe aus ganz Schleswig-Holstein die Möglichkeit, in das Studium der Biochemie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zu schnuppern. Von Mittwoch bis Freitag (10. bis 12. Oktober) legten 26 Oberstufenschülerinnen und -schüler den Laborkittel an und erlebten einen Ausschnitt aus dem Studierendenleben sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Unter anderem stellten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mithilfe von Bakterien fluoreszierende Proteine her und isolierten und untersuchten DNA-Abschnitte aus dem eigenen Körper. Organisiert und durchgeführt wurde das Schülerlabor traditionell durch Studierende des Studiengangs Biochemie an der CAU.

Bereits zum zweiten Mal wirkte Tim Benecke bei der Durchführung des Schülerlabors mit: „Nachdem ich im letzten Jahr bei der Betreuung der Schülerinnen und Schüler mitgeholfen hatte und es mir so gut gefallen hat, wollte ich dieses Jahr die Organisation übernehmen.“ Für dieses Vorhaben überlegte sich der Masterstudent der Biochemie gemeinsam mit seinem Kommilitonen Jan Dobert Laborversuche, welche sowohl interessant anzuschauen und durchzuführen sind, als auch den Alltag im Studienleben der Biochemie widerspiegeln. Zur Organisationsleistung der beiden Studenten gehörten auch weitere Aufgaben wie die Beschaffung von Materialien und die Ausschreibung der Plätze: „Es war und ist sehr viel Arbeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Es macht so viel Spaß das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken und damit gleichzeitig für unseren Studiengang zu werben“, zieht Dobert ein Fazit. Unterstützung bei der Durchführung erhielten die Organisatoren durch 13 freiwillige Studierende des Studiengangs Biochemie und Molekularbiologie.

Und die Arbeit der Studierenden zahlt sich aus: Das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Veranstaltung war riesig – sogar so riesig, dass nicht nur das zuerst angedachte Kontingent von 20 Plätzen aufgrund der Nachfrage auf 26 Plätze aufgestockt werden musste: „Das Feedback im letzten Jahr war richtig gut. Die Teilnehmenden hätten sich aber eine längere Zeit des Schülerlabors gewünscht und so konnten wir in diesem Jahr erstmals drei Tage statt zwei Tage anbieten“, freut sich Benecke. Am ersten Tag begrüßte auch der Studiengangkoordinator der Biochemie, Professor Axel Scheidig, die Schülerinnen und Schüler und gab die notwendige Sicherheitsbelehrung, ehe es in Zweiergruppen ans Experimentieren ging. Auch den zweiten Tag widmeten die Organisatoren den praktischen Versuchen im Labor, bevor am Freitag die Planung der Experimente mit Hilfe von Datenbanken und Softwaretools am Computer im Mittelpunkt stand.

Die Teilnehmenden zeigten sich vom Schülerlabor wieder begeistert, so auch Thea Kähler, die in diesem Schuljahr ihr Abitur an der Käthe-Kollwitz-Schule in Kiel schreibt: „Es hat mir sehr gut gefallen. Man hört immer, wie es so im Labor und an der Uni sein soll, kann es aber selbst gar nicht einschätzen, wie es wirklich ist. In den Tagen hier hatte ich eine richtig gute Möglichkeit zu erahnen, wie das Studium werden könnte.“ Andere Schlüsse konnte Jan Haars aus dem 12. Jahrgang des Detlefsengymnasiums in Glückstadt aus den lehrreichen drei Tagen ziehen: „Ich will schon was in diese Richtung machen, habe hier aber gemerkt, dass ich nach der Schule erst eine Ausbildung abschließen möchte, um danach das Studium mit einem Vorwissen zu beginnen. Für diese Erkenntnis hat sich die Zeit hier schon gelohnt.“

Text: Nils Fischer

Schülerinnen im Labor
© Nils Fischer, Uni Kiel
Auskochen einer Zwiebel
© Nils Fischer, Uni Kiel
Tim Benecke (links) und Jan Dobert (rechts) im Labor.
© Nils Fischer, Uni Kiel
Jan Haars pipettiert die DNA aus seiner eigenen Mundschleimhaut.
© Nils Fischer, Uni Kiel
fluoreszierende Proteine
© Tim Benecke

Die Schülerinnen und Schüler erstellten mithilfe von Bakterien fluoreszierende Proteine. Hier sind transformierte Escheria-Coli-Bakterien zu sehen.

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing der Kieler Universität
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation