Mutig eigene Wege beschreiten

Umfassendes Lehr- und Praxisbuch zum Landesrecht Schleswig-Holsteins erschienen

 

Eine föderale Staatsorganisation genießt in Deutschland seit jeher eine große Bedeutung. Im Sinne der bürgernahen Teilhabe weist Artikel 30 des Grundgesetzes die Ausübung der staatlichen Aufgaben grundsätzlich den Ländern zu. Er begründet damit die Möglichkeit aller Länder, an der Bundespolitik mitzuwirken und ermöglicht ihnen eigenständige Gestaltungsspielräume. Daher unterscheiden sich die Texte des  jeweiligen Landesrechts zum Teil erheblich. Zum 75. Jahr der Gründung des Landes Schleswig-Holstein ist jetzt das Studienbuch „Landesrecht Schleswig-Holstein“ erschienen, herausgegeben von Professor Dr. Utz Schliesky, Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtages und Vorstandsmitglied des Lorenz-von-Stein-Instituts für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Es bereitet das schleswig-holsteinische Landesrecht und seine Besonderheiten ausführlich auf und richtet sich damit an Studierende der Rechtswissenschaften und Rechtsreferendare in Schleswig-Holstein, an Praktikerinnen und Praktiker in der Landes- und Kommunalverwaltung und an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Über das allgemeine Verwaltungsrecht und das Verfassungsrecht Schleswig-Holsteins hinaus behandelt das umfassende Lehrbuch auch das Kommunalverfassungsrecht, das Polizei- und Sicherheitsrecht, das Planungsrecht, das Baurecht, das Umweltrecht, das öffentliche Wirtschaftsrecht und das öffentliche Dienstrecht des Landes. In allen Abschnitten wird das Landesrecht auch in seinen europa- und bundesrechtlichen Kontext eingeordnet. Von der CAU haben neben Professor Dr. Utz Schliesky außerdem Professor Dr. Dr. Ino Augsberg, Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht, und Professor Dr. Sebastian Graf von Kielmansegg, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Medizinrecht, am Buch mitgewirkt.


Schleswig-holsteinisches Landesverwaltungsgesetz diente anderen Ländern als Modell

„Das Landesrecht Schleswig-Holsteins weist traditionell einige Besonderheiten im Vergleich zu anderen Bundesländern auf“, erklärt Professor Utz Schliesky, Herausgeber des Studienbuches. So wurde das Verwaltungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland 1968 mit dem schleswig-holsteinischen Landesverwaltungsgesetz (LVwG) zum ersten Mal rechtlich geregelt – und diente später dem Bund und den anderen Ländern als Modell. Außerdem sichert Schleswig-Holstein als einziges Bundesland seinen Bürgerinnen und Bürgern die Digitalisierung der Verwaltung zu: Mit der in Artikel 14 der Landesverfassung aufgenommenen „Gewährleistung für Digitale Basisdienste“ sollen in Zukunft beispielsweise Anträge immer auch auf elektronischem Wege gestellt werden können. „Bis heute schafft es Schleswig-Holstein mit seinem Landesrecht, zukunftsweisende Akzente zu setzen und zeigt Mut, eigene Wege zu beschreiten“, so Schliesky weiter. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens Schleswig-Holsteins plant das Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften am 23. August außerdem eine Veranstaltung zur Landesgründung. Weitere Informationen in Kürze unter: www.lvstein.uni-kiel.de

Buchcover
© Nomos Verlag

Zum 75. Jahr der Gründung des Landes Schleswig-Holsteins ist jetzt das Studienbuch „Landesrecht Schleswig-Holstein“ erschienen.

 

Informationen zum Buch:

Landesrecht Schleswig-Holstein, Studienbuch, Herausgegeben von Prof. Dr. Utz Schliesky, Nomos Verlag, 2021, 520 Seiten, ISBN 978-3-8487-3395-8

Weitere Informationen:

www.lvstein.uni-kiel.de

Kontakt:

Dr. Lennart Laude
Geschäftsführender wissenschaftlicher Mitarbeiter
Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften
+49 (431) 880-4542
llaude@lvstein.uni-kiel.de

Pressekontakt:

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation