Medizinstudent Erik Heil holt Bronze nach Kiel

Studierende der Uni Kiel segeln erfolgreich bei Olympia

Semesterferien mal anders: Drei Studierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) waren bei den olympischen Segelwettbewerben vor der Halbinsel Enoshima nahe Tokio dabei und bringen nun sogar eine Medaille mit nach Hause: Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Thomas Plößel erreichte Erik Heil, Medizinstudent an der Uni Kiel, Bronze in der Bootsklasse 49er.

Drittplatzierte freuen sich
© Sailing Energy/World Sailing

Holten olympisches Bronze in Tokio: Erik Heil und Thomas Plößel.

Medaille wird überreicht
© Sailing Energy/World Sailing

Siegerehrung unter Coronabedingungen.

Nach einem starken Olympia-Auftakt fiel das Skiff-Team am zweiten Wettkampf-Tag zurück, bevor es sich im Medal Race, dem letzten und entscheidenden Lauf des Segelwettbewerbs, Rang 2 erkämpfte und so den dritten Platz in der Olympia-Gesamtwertung sicherte. Damit bescherte das Duo dem German Sailing Team am Dienstag, 3. August, einen historischen Erfolg. Binnen vier Stunden gewannen die deutschen Segel-Crews gleich drei Medaillen. Bereits bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, Brasilien, hatten die beiden Bronze geholt. „Die Gegner waren im Vergleich zu den Gegnern in Rio deutlich enger beieinander, sodass wir uns am letzten Tag immer noch zwischen den Platzierungen eins und sieben hätten bewegen können“, sagt der 31-jährige Heil über den packenden Segel-Krimi, der dem 49er-Duo einiges abverlangt hat: „In diesem Revier herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur sowie hohe Wassertemperatur, wodurch die Windbedingungen generell sehr instabil sind.“

Der Steuermann und sein 33-jähriger Vorschoter Plößel segeln seit zwei Jahrzehnten im Team. Olympia unter Corona-Bedingungen war – zumindest an Land – eine besondere Herausforderung. „Es war natürlich anders, als wir es aus Rio kannten. Durch die Coronamaßnahmen waren wir weitestgehend isoliert im Hotel und konnten uns nur vom Hotel zum Hafen bewegen“, berichtet Heil, „trotzdem war es auf dem Wasser wie gewohnt. Der einzige Ort, an dem sich nichts extrem speziell angefühlt hat.“ Den japanischen Gastgebern ist er dankbar: „Wir waren überrascht von der Gastfreundschaft und der Euphorie, die es trotz der besonderen Situation gab. Man kann gar nicht dankbar genug für den Einsatz der Volunteers sein. Der Einsatz der Helfer bei über 30 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit war einfach unglaublich.“ Auch in der Heimat gab es natürlich reichlich Support für den angehenden Doktoranden der Sportmedizin. So zum Beispiel von seinem künftigen Doktorvater Professor Burkhard Weisser, der auch einer der Mannschaftsärzte der Segelnationalmannschaft ist: „Wir haben mitgefiebert und uns riesig für die Crew gefreut. Erik ist ein hochengagierter Student – und das trotz vollem Einsatz für den Leistungssport.“

Zwei Männer springen vom Segelboot
© Sailing Energy/World Sailing

Freudensprünge bei der deutschen 49er-Crew.

Portrait
© DSV/Joao Costa Ferreira

Masterstudentin Anastasiya Winkel.

Portrait
@ DSV/Lars Wehrmann

Psychologiestudentin Svenja Weger.

470er-Seglerinnen erreichen Top-Platzierung im Medaillenrennen

Neben Erik Heil gingen zwei weitere Studentinnen der Kieler Universität bei den olympischen Segelregatten für das German Sailing Team an den Start: Anastasiya Winkel gelang ein überzeugender sportlicher Einstieg in ihre Olympia-Premiere. Gemeinsam mit der Hamburger Teamkollegin Luise Wanser segelte die Masterstudentin der Sportwissenschaft in der Bootsklasse „470er weiblich“. Nachdem sie in den Auftaktrennen disqualifiziert wurde, belegten die Seglerinnen im finalen Medaillenrennen einen großartigen zweiten Platz. In der Olympia-Gesamtwertung schließt das Team damit auf Platz 6 ab. Nach ihrer Rückkehr aus Tokio will Vorschoterin Winkel ihre Masterarbeit schreiben und ihr Studium beenden: „Ich wünsche allen anderen Sportlern, die neben ihrer sportlichen Karriere noch studieren, dass sie genauso viel Unterstützung auf ihrem Weg von Professoren und Dozenten bekommen, so wie ich es hatte.“ In der Bootsklasse „Laser Radial“ segelte die Psychologiestudentin Svenja Weger vor Enoshima auf Platz 16 von 44.

Pressematerial steht beim German Sailing Team zum Download bereit.

Mehr zum Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein.

 

 

Pressekontakt:

Anna-Kristina Pries
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation