Erste Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatstudiums Onkologie verabschiedet

Medizinische Fakultät und Kiel Oncology Network an der Uni Kiel bilden angehende Ärztinnen und Ärzte bereits parallel zum Studium in der Onkologie weiter

Am vergangenen Freitag, 20. August, verabschiedete die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die ersten Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatstudiengangs Onkologie. Insgesamt sechs Studierende der Humanmedizin konnten diese in Norddeutschland einzigartige, studienbegleitende Zusatzqualifikation in der Krebsmedizin in diesem Sommersemester erfolgreich abschließen. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre jeweilige Doktorarbeit vorstellten, nahmen sie ihre Zertifikate von Prodekanin Professorin Claudia Baldus und Studiendekan Professor Ingolf Cascorbi entgegen. Die angehenden Ärztinnen und Ärzte erwarben sich an der CAU bereits vor der Facharztausbildung profundes und fächerübergreifendes Wissen in der Onkologie. Ziel des von der Medizinischen Fakultät und dem Kiel Oncology Network (KON) an der CAU ins Leben gerufenen Zertifikatstudiums ist es, die Studierenden schon während des Studiums im wissenschaftlichen Arbeiten auszubilden und auf die Behandlung von Krebserkrankungen und den Umgang mit Betroffenen vorzubereiten.
 

Onkologinnen und Onkologen früh qualifizieren

Den Impuls für die Schaffung des innovativen Zusatzstudiums lieferten die zunehmenden Fallzahlen bei vielen Krebserkrankungen. „Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, jedes Jahr erkranken mehr Menschen neu an Krebs. Dieser Entwicklung tragen wir in Kiel Rechnung und führen angehende Ärztinnen und Ärzte so früh wie möglich an die Onkologie heran“, sagt Dirk Bauerschlag, Professor für Gynäkologische Onkologie, stellvertretender Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und klinischer Koordinator des Programms. Den Studierenden des Zertifikatsstudiums wird daher schon im Studium ein detailliertes Fachwissen in Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen vermittelt. Neben den klinischen Aspekten beinhaltet das Zusatzstudium auch wichtige wissenschaftliche Grundlagen. Die Studierenden erlernen das eigenständige wissenschaftliche Arbeiten unter anderem im Rahmen einer experimentellen Doktorarbeit.

„In der Regel qualifizieren sich Ärztinnen und Ärzte erst nach dem Studium während der Facharzt-Ausbildung für eine Spezialisierung. Mit dem Zertifikatstudiengang wollen wir die Entscheidung für das Fachgebiet Onkologie vorziehen und bereits studienbegleitend eine fundierte Ausbildung ermöglichen“, betont KON-Sprecherin Professorin Susanne Sebens, Direktorin des CAU-Instituts für Experimentelle Tumorforschung und wissenschaftliche Koordinatorin des Zertifikatstudiums an der Medizinischen Fakultät. So wolle man dem steigenden Bedarf an Spezialistinnen und Spezialisten in der Krebsmedizin begegnen.
 

Breites Spektrum an Qualifikationen

Neben den rein fachlichen Inhalten werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch auf die besonderen psychologischen und ethischen Erfordernisse vorbereitet, die ihnen die Behandlung und Betreuung schwerkranker Patientinnen und Patienten abverlangt. Dem Koordinationsteam des Zertifikatstudiengangs ist es daher auch wichtig, die Studierenden psycho-onkologisch zu schulen, um ihnen so spezielle Kommunikationskompetenzen für die künftige Betreuung von Krebspatientinnen und -patienten zu vermitteln.
Der Zertifikatstudiengang Onkologie wird parallel zu den regulären Veranstaltungen des Studiums der Humanmedizin als freiwillige Zusatzqualifikation angeboten. Er beginnt ab dem ersten klinischen Semester und mündet in einer Doktorarbeit mit onkologischem Bezug. Jeweils zum Wintersemester können sich maximal 20 Medizin-Studierende der CAU, die das Physikum erfolgreich absolviert haben, für das Studienangebot an der Medizinischen Fakultät bewerben.

Kontakt:

Dr. Birgit Hoppe
Studiendekanat Medizinische Fakultät
0431 500-14441
hoppe.dekanat@med.uni-kiel.de

Prof. Dr. med. Dirk Bauerschlag
Klinische Koordination
0431 500-21406
dirk.bauerschlag@uksh.de

Prof. Dr. rer. nat. Susanne Sebens
Wissenschaftliche Koordination
0431 500-30501
susanne.sebens@email.uni-kiel.de

Gruppenfoto mit Absolventinnen und Absolventen
© Christian Urban, Uni Kiel

Die ersten Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatstudiums Onkologie gemeinsam mit dem Koordinationsteam, der Prodekanin und dem Studiendekan der Medizinischen Fakultät: Prof. Ingolf Cascorbi, Prof. Susanne Sebens, Andreas Herz, Sophie Pietzka, Rieke Winkelmann, Friederike Dierks, Jonas Weiß, Prof. Dirk Bauerschlag, Prof. Claudia Baldus (v.l.n.r). Es fehlt Absolventin Johanna Born.

Weitere Informationen:

Über das Kiel Oncology Network (KON)

Das Kieler Krebsforschungsnetzwerk wurde 2013 als Bestandteil des CAU-Forschungsschwerpunkts Kiel Life Science mit dem Ziel gegründet, die Forschungsaktivitäten möglichst vieler grundlagen- und klinisch ausgerichteter Forschenden auf dem Gebiet der Onkologie zu vereinen und deren Zusammenarbeit zu fördern. Das KON umfasst damit ein breites Spektrum von langjährigen und exzellenten Expertisen im Bereich der Onkologie, u.a. Tumorbiologie, Genetik und Epigenetik, Immunologie, Pharmakologie, Pathologie, Strukturbiologie sowie modernste Bildgebungsverfahren. Die Vision des KON ist es, unter Nutzung von umfassenden und multidisziplinären Analysestrategien ein deutlich verbessertes Verständnis über alle wichtigen Schritte der Tumorevolution sowie Resistenzmechanismen gegenüber Krebstherapien zu erhalten. Dieses Wissen stellt die Grundlage für die Entwicklung innovativer Diagnose- und Therapiestrategien dar, um die Prognose und die Überlebenschancen von Krebspatientinnen und -patienten entscheidend zu verbessern. Neben der Förderung der interdisziplinären Forschungsaktivitäten ist ein weiteres Ziel von KON, Strukturen für eine nachhaltige und hochwertige Aus-und Weiterbildung von qualifiziertem wissenschaftlichen Nachwuchs zu schaffen.

Pressekontakt:

Christian Urban
Wissenschaftskommunikation
„Kiel Life Science", CAU
0431-880-1974
curban@uv.uni-kiel.de