Robert-Koch-Nachwuchspreis für Katharina Schaufler

Die Kieler Professorin für Medizinische Mikrobiologie erforscht alternative Wege, um die Ausbreitung von antibiotikaresistenten Keimen zu verhindern.

Professorin Katharina Schaufler erhält den mit 5.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden 2021 für ihre herausragende Forschung im Bereich der Hygiene und Mikrobiologie. In Zusammenarbeit mit den Deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie vergibt die Robert-Koch-Stiftung jährlich drei Förderpreise an den wissenschaftlichen Nachwuchs in diesen Themenbereichen. Die Preise würdigen naturwissenschaftliche oder medizinische Arbeiten, die einen grundlegenden Beitrag zum besseren Verständnis der Infektionskrankheiten leisten und neue Ansätze für Diagnose oder Therapie aufzeigen. Die Preise der Robert-Koch-Stiftung werden am 19. November während eines Festakts in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin verliehen.

Katharina Schaufler ist seit Mai 2021 Professorin für Medizinische Mikrobiologie an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und leitet die Nachwuchsgruppe „DISPATch_MRGN – Die Entwaffnung von Pathogenen als alternative Strategie zur Bekämpfung von antibiotikaresistenten gramnegativen Keimen“. Im Frühjahr 2022 wird sie mit ihrer Arbeitsgruppe endgültig von der Universität Greifswald nach Kiel umsiedeln. Im Zentrum ihrer Forschung stehen Infektionen, die von antibiotikaresistenten Bakterien verursacht werden.

Ganzheitlich gegen Antibiotikaresistenzen

„Ich möchte als Wissenschaftlerin und Tierärztin in meinem interdisziplinären Verantwortungsbereich dazu beitragen, die Ausbreitung dieser Keime effektiver und gezielter zu bekämpfen, damit wir auch in Zukunft Infektionskrankheiten noch erfolgreich behandeln können. Das gelingt nur, wenn wir Antibiotikaresistenzen in Menschen, Tieren und Umwelt ganzheitlich begegnen mit dem sogenannten „One Health“-Ansatz.“ Viele Beispiele zeigen, dass menschliche und tierische Gesundheit zusammenhängen und nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Und auch Umweltaspekte müssen hier mit einfließen. „In einem aktuellen Projekt untersuchen wir zum Beispiel, ob und wie sich resistente Erreger aus der Klinik übers Klärwerk in der Ostsee verbreiten. Wenn das Wasser antibiotikaresistente Keime enthält, dann können wir Menschen diese aufnehmen, beispielsweise über Kontakt mit Wildtieren oder direkt aus dem Wasser. Das ist der One-Health-Gedanke: Man kann solchen Herausforderungen nur gemeinsam gegenübertreten.“

Die Forschung ihrer Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Faktoren, die zum Erfolg von antibiotikaresistenten Bakterien beitragen. Dies schließt nicht nur die Charakterisierung von Resistenzfaktoren ein, sondern auch die detaillierte Untersuchung von Virulenz- und Fitnessdeterminanten. „Unser Ziel ist es, erfolgreiche pandemische Krankheitserreger genau zu untersuchen, besser zu verstehen und damit gezielt zu bekämpfen.“ Dabei gehe es nicht primär darum, neue „klassische“ Antibiotika zu entwickeln, sondern den Krankheitserreger zu „entwaffnen“, so dass er weniger erfolgreich ist und das menschliche Immunsystem selbst die Infektion abwehren kann.

Katharina Schaufler studierte an den Universitäten Gießen und Madrid Tiermedizin und legte 2012 die tierärztliche Prüfung ab. Von 2012 bis 2016 promovierte sie am Zentrum für Infektionsmedizin, Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen der Freien Universität Berlin unter Leitung von Prof. Lothar H. Wieler zum Dr. med. vet. Zusätzlich absolvierte sie das Graduiertenkolleg der Dahlem Research School “Biomedical Sciences”, Berlin, und schloss mit PhD ab. Sie ging anschließend als Feodor Lynen-Forschungsstipendiatin ans Gilmore Labor, Massachusetts Eye and Ear Infirmary und Harvard Medical School, Boston, USA und übernahm 2019 die Juniorprofessur für Pharmazeutische Mikrobiologie am Institut für Pharmazie der Universität Greifswald. Seit November 2020 leitet sie dort die Nachwuchsgruppe „DISPATch_MRGN“, für die sie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung mehr als zwei Millionen Euro eingeworben hat.
 

Text: Kerstin Nees

Link zur Meldung der Robert-Koch-Stiftung

Porträtfoto von Katharina Schaufler im weißen Kittel im Labor.
© Till Junker, Universität Greifswald

Katharina Schaufler, Professorin für Medizinische Mikrobiologie an der Medizinischen Fakultät der Uni Kiel, erhält den Robert-Koch-Postdoktorandenpreis.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Katharina Schaufler
Institut für Infektionsmedizin, UKSH, Campus Kiel
Medizinische Fakultät der CAU
katharina.schaufler@uni-greifswald.de

Pressekontakt:

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing der Kieler Universität
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation