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Beste Abschlussarbeit in der digitalen Signalverarbeitung

Die Gesellschaft für angewandte Signalverarbeitung (GaS) e.V. zeichnet jedes Jahr Studierende für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich der digitalen Signalverarbeitung und Systemtheorie aus. In diesem Jahr geht der GaS-Preis an Christian Kanarski von der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Rahmen seiner Bachelorarbeit hat er zwei unterschiedliche Techniken zur Erzeugung von virtuellen Schallquellen in ein bestehendes System zur akustischen Umgebungssimulation integriert. Besonderer Fokus liegt bei der Auszeichnung auf dem wissenschaftlichen und technischen Anspruch sowie dem Praxisbezug der Arbeit. Daneben werden das Engagement des Studierenden und die Fähigkeit, interdisziplinär und im Team zu arbeiten, bewertet.

Schallwellen sind allgegenwärtig: Sie spielen eine wichtige Rolle in unserem Leben, vor allem in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen und der Umwelt. Schallausbreitung in unterschiedlichsten Medien eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Leben zu erleichtern, sei es in der Medizin, Sicherheitstechnik oder beim Entwickeln neuer Produkte. Die Simulation von akustischen Umgebungen, zum Beispiel im Innenraum eines Autos, ist ein Teil davon. Die Erzeugung von realistischen akustischen Umgebungen ist eine wichtige Grundlage für die Evaluierung von heutigen und zukünftigen Kommunikationssystemen. Ein solches System muss nicht zwangsläufig komplex sein. Es muss nur in der Lage sein, ein Kommunikationsgerät zu „täuschen“, damit die Evaluierung solcher Systeme realistisch und reproduzierbar wird. Die Bandbreite verschiedener Wiedergabeverfahren reicht von sehr komplexen Ansätzen, wie Wellenfeldsynthese oder Ambisonics, bis hin zu einfachen sogenannten Vektorverfahren.

In seiner Arbeit mit dem Titel "Entwurf und Implementierung eines Systems zur Erzeugung von virtuellen Schallquellen" hat Kanarski zwei in ihrer Komplexität unterschiedliche Verfahren implementiert: Ambisonics-Ansätze unterschiedlicher Ordnung und „Vector Base Amplitude Panning“.  Beide Algorithmen wanderten in das lehrstuhleigenen Echtzeitrahmenwerk zur Simulation von akustischen Umgebungen. Zusätzlich wurden beide Verfahren in einer Reihe von objektiven und subjektiven Mess- und Testuntersuchungen auf die akkurate Abbildung von physikalischen und psychoakustischen Lokalisationshinweisen evaluiert.

Ein Mann neben einem Lautsprecher
© Gerhard Schmidt

Christian Kanarski wurde für seine Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik von der Gesellschaft für angewandte Signalverarbeitung (GaS) e.V. ausgezeichnet. Entscheidend sind neben wissenschaftlichem und technischem Anspruch auch der Praxisbezug und das Engagement der Studierenden.

Ein Mann auf dem Vordersitz eines Autos
© Gerhard Schmidt

Wie können akustische Umgebungen, zum Beispiel der Innenraum eines Autos, optimal gestaltet werden? In seiner Bachelorarbeit hat sich Kanarski mit der Erzeugung von virtuellen Schallquellen beschäftigt und wie sie sich in Systeme zur Simulation von akustischen Umgebungen integrieren lassen.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmidt
Digitale Signalverarbeitung und Systemtheorie
0431/880-6125
gus@tf.uni-kiel.de

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation