Forschung | Agrar & Ernährung

Risikofaktor „Zucker“

Ärzte, Gesundheits-, Sport- und Ernährungsexperten suchen auf der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) nach Lösungen zu Reduktion des hohen Zuckerkonsums und den damit verbundenen Krankheiten in der Bevölkerung. Unter dem Leitthema „Zucker bei die Fische“ findet vom 19. bis 21. September in Kiel die 35. Jahrestagung der DAG unter der Leitung von Professorin Anja Bosy-Westphal und Professor Manfred J. Müller von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) statt.

Der Zuckerverzehr in der Bevölkerung ist zu hoch. Ein hoher Zuckerkonsum, insbesondere von zuckerreichen Getränken, führt zu einer hohen Kalorienaufnahme und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Adipositas, Typ 2 Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Karies. Auch Forderungen nach politischen Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerverzehrs in unserer Bevölkerung wurden bereits laut. „Die DAG Tagung ist auch eine dringende Aufforderung zu handeln und das aktuelle Problem des hohen Zuckerverzehrs in unserer Bevölkerung lösungsorientiert anzupacken. Während über die gesundheitlichen Risiken eines hohen Zuckerkonsums Konsens besteht, wird über die Bedeutung geeigneter Gegenmaßnahmen immer noch gestritten. Tatsächlich liegt die Ernährung und so auch ein hoher Zuckerverzehr nur anteilig in der Verantwortung des Verbrauchers. Maßnahmen der Verhaltensprävention, die sich an das Verhalten einzelner Verbraucher richten, sind deshalb nur unzureichend“, betont Professorin Anja Bosy-Westphal von der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der CAU.

Die DAG fordert gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften und der Deutschen Allianz für Nicht-übertragbare Krankheiten (DANK) Maßnahmen der Verhältnisprävention, wie die höhere Besteuerung energie- und zuckerreicher Lebensmittel bei gleichzeitig steuerlicher Entlastung für sogenannte „gesunde“ Lebensmittel, wie Obst und Gemüse. Weitere zukünftig notwendige Maßnahmen betreffen Veränderungen der Rezeptur und Kennzeichnung von Lebensmitteln und die Einhaltung von Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung.

Über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland werden zu der Fachtagung erwartet. Internationale und nationale Expertinnen und Experten wie Professorin Kimber Stanhope aus San Francisco, Professor Arne Astrup aus Kopenhagen und Professor Dirk Schaal aus Leipzig beteiligen sich mit Vorträgen an der Tagung. Zusätzlich können sich Ärztinnen und Ärzte, Gesundheits-, Sport- und Ernährungsexpertinnen und -experten auf der Tagung fortbilden und neuste Erkenntnisse sowie erarbeitete Lösungen in ihre Arbeit einbauen. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat die Veranstaltung mit insgesamt 15 Punkten zertifiziert.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Anja Bosy-Westphal
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Düsternbrooker Weg 17
0431/880-5676
abosyw@nutrition.uni-kiel.de

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation