Universität

10 Jahre via:mento

Mentoring-Programm für promovierte Wissenschaftlerinnen feiert Jubiläum

 

Herzlichen Glückwunsch, via:mento: Das Mentoring-Programm für promovierte Wissenschaftlerinnen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) feiert sein zehnjähriges Bestehen. Seit Dezember 2010 unterstützt das Programm durch individuelles Mentoring sowie Workshop- und Vernetzungsformate Frauen in der Wissenschaft bei ihrer akademischen Karriereplanung und -umsetzung. Gefeiert wird Corona-bedingt mit einer digitalen Festveranstaltung. Am Donnerstag, 3. Dezember, von 14:00 bis 16:00 Uhr können sich Interessierte via Zoom anschließen. In dem englischsprachigen Fachvortrag und der anschließenden Diskussion geht es um Mentoring als bewährte Maßnahme, Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft zu erreichen.

Immer noch sind Frauen in der Wissenschaft – auch an der Kieler Universität – unterrepräsentiert. Zwar machen Schülerinnen heute häufiger Abitur als Schüler, beginnen genauso häufig ein Studium und promovieren (genaue Zahlen gibt es unter www.gleichstellung.uni-kiel.de/de/daten-fakten). „Doch nach der Promotion verlassen überdurchschnittlich viele Frauen die Wissenschaft“, weiß Doktorin Ruth Kamm, die via:mento-Projektkoordinatorin. Das ist auch heute noch so: Der Anteil von Frauen an der Kieler Universität lag im Bereich „abgeschlossene Habilitationen“ für das Jahr 2019 bei 35 Prozent. „Vor zehn Jahren waren die Zahlen noch deutlich geringer. Da kamen wir bei den Habilitationen gerade auf 20 Prozent“, erklärt Kamm. Aktuell sind lediglich 24 Prozent aller Professuren der CAU mit Frauen besetzt.

Damit sich mehr Frauen für Berufswege in der Wissenschaft entscheiden, brauche es zum einen strukturelle Veränderungen, so Kamm, aber auch Unterstützung und Netzwerke für promovierte Wissenschaftlerinnen. Letzteres leistet via:mento. Das Mentoring-Programm der Kieler Universität wurde mit Mitteln aus dem Professorinnenprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Länder ins Leben gerufen, einem Förderprogramm, um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern. Nach der Projektförderung hat das Präsidium der CAU das Programm fest im Grundhaushalt der Universität verankert.

Kernaufgabe des für CAU-Mitglieder kostenlosen via:mento-Programms ist die individuelle Beratung und Begleitung der Teilnehmerinnen durch renommierte Mentorinnen und Mentoren aus verschiedenen Universitäten und Fachbereichen sowie Forschungseinrichtungen. Sie begleiten die Wissenschaftlerinnen darin, Karriereplanungen und berufliche Ziele zu formulieren und zu erreichen. Parallel dazu erhalten die Mentees von CAU-Fachleuten sowie externen Expertinnen und Experten vielfältige Informationen und absolvieren Workshops zu Themen wie Berufungsverfahren oder Führung. Gemeinsam entsteht so ein großes Netzwerk von Frauen, die sich auch über das Ende der zweijährigen Programmlaufzeit hinaus unterstützen. 

„Das Interesse an der Teilnahme am via:mento-Programm ist seit zehn Jahren gleichbleibend groß“, sagt Kamm. „Wir haben in der Regel immer weit mehr Bewerbungen als wir Teilnehmerinnen aufnehmen können.“ In diesem Jahr nehmen in den beiden parallel gestarteten Programmlinien via:mento und via:mento_international mehr als 25 Wissenschaftlerinnen der Kieler Universität, des Universitätsklinikums UKSH, dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, des IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) teil. 

„Das Feedback der Teilnehmerinnen ist durchweg positiv“, berichtet Kamm. Das Programm habe die Wissenschaftlerinnen bei der Klärung ihres beruflichen Selbstverständnisses unterstützt und weitergebracht, heißt es von vielen Mentees. Sie ist stolz auf das Erreichte: „Es ist toll zu sehen, dass wir durchgängig so fachlich kompetente und motivierte Wissenschaftlerinnen für unser Programm gewinnen und diese auf ihrem Weg begleiten können.“ Für die Projektkoordinatorin ist „ein großer Vorteil von via:mento, dass es ein Schlaglicht auf gute Wissenschaftlerinnen wirft und dadurch die Universität und andere Einrichtungen auf qualifizierte Frauen aufmerksam werden. Somit können wir und kann das Programm in zweierlei Hinsicht dazu beitragen, Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft herzustellen.“ Dass es dafür jedoch Geduld und einen langen Atem braucht, das war dem via:mento-Team vor zehn Jahren genauso bewusst wie heute. „Wir haben keine schnellen Erfolge erwartet“, sagt Kamm. „Veränderungen brauchen ihre Zeit. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Wir werden definitiv auch die nächsten Jahre dabei bleiben, um mit via:mento Frauen in der Wissenschaft weiter zu fördern.“

Das Wichtigste in Kürze:

Was: via:mento Festveranstaltung - 10 Jahre Mentoring an der CAU
Wann: Donnerstag, 3. Dezember 2020 von 14:00 bis 16:00 Uhr via Zoom
Wo: Einladung und Zugangsinformationen unter
www.mentoring.uni-kiel.de/de/einladung-10-jahre-viamento

Mehrere Personen sitzen um einen Tisch, eine Person steht und erklärt.
© Jolan Kieschke

Die Teilnehmerinnen können Workshops zu Themen wie Karriereplanung oder Berufungsverfahren besuchen und sich mit verschiedenen Aktivitäten auf wissenschaftliche Laufbahnen vorbereiten.

Mehrere Personen sitzen um einen Tisch.
© Jolan Kieschke

Bei Netzwerktreffen lernen sich die Teilnehmerinnen kennen und können sich über ihre Erfahrungen austauschen.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Dr. Ruth Kamm

Gleichstellung, Diversität & Familie

Zentrale Verwaltung, Stabsstellen und Beauftragte

rkamm@gb.uni-kiel.de

+49 431 880-1833

Pressekontakt:

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation