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Rundum-Blick auf die heimische Artenvielfalt

Virtual-Reality-Projekt 360°Naturwälder im Botanischen Garten

Heimische Wälder virtuell erleben – das kann man künftig im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und in der Kieler Forschungswerkstatt, einer gemeinsamen Einrichtung mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Zusammen mit der Fakultät Design, Medien und Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) wurde in dem interdisziplinären Studierendenprojekt ein Virtual Reality-Erlebnis entwickelt. Die sogenannte Immersion versetzt den Nutzer oder die Nutzerin mithilfe einer Virtual-Reality-Brille und eines 360°-Videoformats in deutsche Waldlandschaften.

In dem neunminütigen Panoramavideo wird in eindrucksvollen Aufnahmen, die teils mit Drohnen entstanden sind, der Unterschied zwischen Wirtschaftswald und Naturwald erklärt. „Der Wandel des Urwaldes hin zu unserem jetzigen Kulturland ist schwer nachzuvollziehen, da es echte Urwälder in Deutschland nicht mehr gibt. Wir können nur aus wenigen Naturwäldern, die verblieben sind, lernen“, erklärt Stephan Doose, Stellvertretender Technischer Leiter des Botanischen Gartens der CAU. Das Virtual Reality-Erlebnis soll deshalb künftig Besucherinnen und Besuchern sowie Schulklassen im Botanischen Garten und in der Kieler Forschungswerkstatt präsentiert werden. „Die Gäste sollen immersiv erleben, wie ein Naturwald aussieht, welche wichtigen Funktionen er hat und warum gerade Naturwälder Rückzugsorte der Biodiversität sind“, so Doose. Die norddeutsche Landschaft ist heute von Wirtschaftswäldern geprägt, es gibt nur noch wenige Waldökogebiete, die nicht durch den Menschen verändert werden, sie zeichnen sich durch Totholz am Boden, Pilzbewuchs und eine besondere Artenvielfalt aus. Ziel des Studierendenprojekts ist es, für die Bedeutung der Naturwälder und eine nachhaltige Nutzung zu sensibilisieren. Drehorte waren Naturschutzgebiete auf Vilm vor Rügen und Hainich in Thüringen, das zum UNESCO-Weltnaturerbe Alte Buchenwälder gehört.

Mit Virtual Reality den Stockwerkbau im tropischen Regenwald erleben

Ebenfalls in Kooperation mit dem Botanischen Garten der CAU und der Kieler Forschungswerkstatt haben Master-Studierende der HAW eine prototypische Virtual Reality-Anwendung über den Regenwald entwickelt. Mithilfe dieser Simulation wird Schulklassen und Gästen im Tropengewächshaus das Thema Stockwerkbau im tropischen Regenwald auf anschauliche Weise vermittelt. Dabei geht es mit einem virtuellen Fahrstuhl durch die verschiedenen Schichten des Regenwaldes hinauf auf den höchsten Urwaldbaum. Auf dem Weg erfahren Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise, welchen Einfluss Licht und Schatten auf die Entwicklung der Pflanzen haben und wie diese sich an die besonderen Bedingungen im Regenwald anpassen. In einem Workshop wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kieler Einrichtungen im Umgang mit der Hard- und Software sowie in der Bedienung der Virtual Reality-Brille Oculus Quest geschult. Beide Projekte wurden von der Claussen-Simon-Stiftung und der Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein gefördert.

Zum Botanischen Garten der CAU

Personen bei einem Workshop mit VR-Brillen
© Lea Zurborg

Während eines Workshops in der Kieler Forschungswerkstatt setzten sich die Projektbeteiligten mit der Virtual-Reality-Technologie auseinander.

Panoramafoto von vier Menschen im Wald
© HAW Hamburg

Einer der Drehorte für das Videoprojekt im 360°-Format war der Nationalpark Hainich in Thüringen. Benjamin Yat-Fung Wong, Sandra Jütte, Marta Denker und Hauke Wulff (v.l.) begleiteten den Dreh vor Ort.

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Datenschutzerklärung.

Kontakt:

Stephan Doose
Stellvertretender Technischer Leiter Botanischer Garten der CAU
0431/880-4276
sdoose@bot.uni-kiel.de

Pressekontakt:

Anna-Kristina Pries
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation