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Treibhausgas- und Batterieforschung: Land fördert Energie-Infrastrukturprojekte an der CAU

Wissenschaftsministerin Prien, Energiewendeminister Albrecht und Wirtschaftsminister Buchholz überreichen erste Förderbescheide beim „Future Energie"-Science Match in Kiel

Im Rahmen des Landes-Ideenwettbewerbs zum Ausbau der Energie-Infrastruktur werden zwei Forschungsprojekte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gefördert. Professor Friedhelm Taube, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät, erforscht mit einer speziellen Messstation, wieviel Treibhausgas eine Milchkuh wirklich produziert. Für das Projekt „Low-Input Weidemilchproduktion im landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb“ erhält er 226.000 Euro (Projektvolumen 251.000 Euro). Außerdem wird aus EU- und Landesmitteln der Aufbau eines Reallabors an der Technischen Fakultät unterstützt, um neuartige und zuverlässige Batterietechnologien zu entwickeln. Die Förderhöhe des Projektes "Labor für zuverlässige batteriegestützte Energiewandlung" von Professor Marco Liserre, Professor Rainer Adelung und Dr. Sandra Hansen wird in den kommenden Wochen bekanntgegeben.

Verliehen wurden die Bescheide gestern (3. Dezember) durch Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien, Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Rande der Veranstaltung „Science Match Future Energies" in der Kieler Sparkassen-Arena. Rund 100 Energie-, Klima- und Nachhaltigkeitsforscherinnen und Forscher, darunter zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der CAU, präsentierten ihre Ideen und Projekte Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Laut Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz stärkt der Wettbewerb die angewandte Forschung an den Hochschulen und zugleich den Technologietransfer. "Parallel dazu liefern die ausgewählten Forschungsprojekte aber auch das Science Match wertvolle Erkenntnisse für die Energiewende und den Klimaschutz. Eine klassische Symbiose, bei der Wissenschaft wie Wirtschaft gleichermaßen profitieren", so Buchholz.

Für Schleswig-Holstein biete der Ausbau dieser Forschungsinfrastruktur eine großartige Chance so Minister Albrecht. Das Weidemilch-Forschungsprojekt sei ein faszinierendes Beispiel dafür, inwieweit angewandte Energiewendeforschung dazu beitragen könne, substanzielle Beiträge zum Klimaschutz zu leisten und zugleich Schleswig-Holstein als Energiewende- und Forschungsstandort im Länderkanon stärker zu positionieren.

Labor für zuverlässige batteriegestützte Energiewandlung (BAEW)
Projektträger: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Prof. Dr. Marco Liserre (Projektleitung), Prof. Dr. Rainer Adelung und Dr. Sandra Hansen, Projektvolumen: rd. 2.218 T€
Ziel ist der Aufbau eines Reallabors zur Untersuchung und Entwicklung neuartiger, innovativer und zuverlässiger Batterietechnologien. Hierfür soll die Expertise im Bereich der Materialwissenschaften und der Leistungselektronik zusammengebacht und um zusätzliche Forschungsinfrastruktur erweitert werden, um anwendungsnahe leistungselektronische Fragestellungen mit Bezug zur Speicherintegration in Smart Grids und Elektromobilität durchführen zu können.

„Low-Input Weidemilchproduktion im landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb“
Projektträger: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Prof. Dr. Friedhelm Taube, Projektvolumen: rd. 251 T€, Fördervolumen rd. 226 T€
Eine bestehende Forschungsinfrastruktur auf dem Versuchsgut Lindhof der CAU Kiel soll ausgebaut werden, um die Treibhausgasemissionen einer weidebasierten Milchviehhaltung genau zu ermitteln. Dazu sollen zwei sogenannte Eddy-Kovarianz-Messstationen installiert werden, um den Austausch von Methan und von Kohlendioxid auf einer Weide permanent und zeitlich hoch aufgelöst zu erfassen. Dies ermöglicht die Durchführung einer kompletten Treibhausgas-Bilanz für die Weidemilchproduktion.

© Harald Haase

Erfolgreiche CAU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler im landesweiten Ideenwettbewerb Energieinfrastruktur: Dr. Sandra Hansen (1.v. l.), Professor Marco Liserre (3. v.l., hintere Reihe) und Professor Friedhelm Taube (3.v.r., hintere Reihe). Die Förderbescheide überreichten Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (1.v. r.) Wissenschaftsministerin Karin Prien (3.v.r.) und Wirtschaftsminister Buchholz (2.v.l.). Nicht auf dem Foto: Professor Rainer Adelung.

Kontakt:

Prof. Dr. Friedhelm Taube
Grünland und Futterbau
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung:
  +49 431 880-2134
 ftaube@gfo.uni-kiel.de
http://www.gfo.uni-kiel.de/mitarbeiter

Prof. Marco Liserre
Leistungselektronik
Institut für Elektrotechnik
 +49 431 880-6100
ml@tf.uni-kiel.de
http://www.pe.tf.uni-kiel.de

Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)