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Von Pflanzenkunde über Vermehrung bis zum Griff zur Säge

Botanischer Garten Kiel sucht sechs Auszubildende im Blumen- und Zierpflanzenbau

Gärtnerin Monika Burau gräbt ein Loch im Botanischen Garten Kiel
© Farah Claußen, Uni Kiel

Monika Burau (35) liebt ihren Beruf: Als Gärtnerin für Blumen- und Zierpflanzenbau hält sie im Botanischen Garten Kiel das Wildkraut in Schach.

Für die Gesundheit der Pflanzen sorgen, diese vermehren und Wildkraut in Schach halten: Die Aufgaben der angehenden Gärtnerinnen und Gärtner der Fachrichtung Blumen- und Zierpflanzenbau im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) sind vielfältig. Als Technische Leiterin ist Diplombiologin Susanne Petersen die Ansprechperson für 13 Auszubildende und zwei weitere junge Personen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Damit ist der Botanische Garten Kiel der größte Ausbildungsbetrieb dieser Berufssparte in Schleswig-Holstein. In den vergangenen 25 Jahren haben über 200 junge Menschen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Bis Freitag, 10. Januar 2020, sucht das Team des Botanischen Gartens sechs neue Auszubildende für den 1. August 2020 sowie zwei FÖJlerinnen oder FÖJler.

Auf einen Ausbildungsplatz bewerben kann sich, wer mindestens einen guten Hauptschulabschluss, eine befriedigende Mittlere Reife oder Abitur hat und bereits erste Erfahrungen im gärtnerischen Bereich im Rahmen eines Praktikums sammeln konnte. „Die Bewerberinnen und Bewerber sollten außerdem ein großes Interesse an der Biologie und Natur mitbringen und gesundheitlich fit sein“, sagt Petersen. „In dem Berufsfeld ist viel körperlicher Einsatz und echte Handarbeit gefragt. Pflanzlöcher werden mit dem Spaten ausgehoben und hin und wieder muss man auch mal zur Säge greifen.“

Blumen- und Zierpflanzenbau ist etwas für Frischluftliebende mit einer Leidenschaft für die Natur

Die Ausbildung zur/zum Blumen- und Zierpflanzengärtnerin/-gärtner dauert in der Regel drei Jahre. „Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat oder ein Abitur mitbringt, kann die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen“, erklärt Petersen. Von Seiten der Azubis bekommen alle Beschäftigten des Gartens viele positive Rückmeldungen.

Erfolgreich abgeschlossen hat Monika Burau (35) ihre Ausbildung zur Zierpflanzengärtnerin in diesem Jahr. Zurzeit verlängert sie ihren Aufenthalt im Botanischen Garten um ein Jahr – ein Vorzug, der allen Absolventinnen und Absolventen zuteilwird, um weitere Berufspraxis zu sammeln und sich um eine Folgeanstellung zu bewerben. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin hatte schon vor Beginn der Ausbildung ein großes Interesse an Pflanzen. Dass sie sich dazu entschloss, sich im Botanischen Garten zur Gärtnerin ausbilden zu lassen, lag einerseits an den vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und andererseits an der Aussicht, draußen arbeiten zu können, umgeben von Natur. „Mir gefällt die Pflanzenvielfalt im Botanischen Garten. Das ist eine Besonderheit und für mich ein ganz klarer Vorteil der Ausbildung hier“, sagt sie. Das sei nicht in jedem Gartenbaubetrieb so, da häufig nur Pflanzen weniger Arten in hohen Stückzahlen kultiviert würden. Auch die starke Gemeinschaft unter den Auszubildenden spreche, so Burau, für den Botanischen Garten: „Wir helfen einander gern, sowohl bei der Arbeit als auch beim Lernen.“

Gärtnerin Monika Burau steht in einem Beet
© Farah Claußen, Uni Kiel

Monika Burau hat ihre Ausbildung zur Blumen- und Zierpflanzengärtnerin im Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen.

14.000 Pflanzenarten brauchen viel Pflege

Auf einer Fläche von insgesamt acht Hektar pflegen die Auszubildenden unter Anleitung rund 14.000 verschiedene Pflanzenarten. An zwei Tagen in der Woche besuchen die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner die örtliche Berufsschule, an den anderen Tagen arbeiten sie in den verschiedenen Revieren des Gartens. Sie durchlaufen im Freiland das System der Pflanzen, Amerika, Asien und das Alpinum. Danach geht es in die Schaugewächshäuser: Tropen, Subtropen, Afrika, Victoriahaus, Mediterranhaus.

Die Auszubildenden lernen, Zierpflanzen, Stauden und Gehölze zu vermehren und zu pflegen. Im Frühjahr und im Herbst gestalten sie Beete um. Wer Bereitschaft zeigt, kann eigenverantwortliche Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel das Gießen von Pflanzen im eigenen Revier oder das Ausputzen der Gewächshäuser. Zusätzliche praktische Erfahrungen sammeln die Auszubildenden in verpflichtenden Lehrgängen im Gartenbauzentrum der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftskammer in Ellerhoop nahe Pinneberg. Dort lernen sie, Pflanzen für den Verkauf zu präsentieren und gesund zu halten. Im Bildungszentrum DEULA in Rendsburg wird ein allgemeiner Technik-Lehrgang absolviert. Um zu lernen, wie man mit Freischneider, Säge oder Gabelstapler umgeht, können dort auch freiwillig Kurse belegt werden.

Die Technische Leiterin betont: „Mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Botanischen Garten Kiel sind die Absolventen und Absolventinnen gut für das Berufsleben gerüstet. Wer von uns nicht übernommen werden kann, findet in der Regel bald Anschlussstellen in anderen renommierten Betrieben und Gärten oder hat gute Voraussetzungen für verschiedene Studiengänge.“

Ein FÖJ im Botanischen Garten Kiel

Von den zwei FÖJ-Stellen geht ein Platz an eine geflüchtete Person, die neben einem großen Interesse an der Biologie und Natur fortgeschrittene Deutschkenntnisse (B2-Niveau) mitbringen muss. Bewerbungen für das FÖJ werden nicht direkt an den Botanischen Garten gerichtet, sondern mit Angabe des Wunscheinsatzortes an die Ökologischen Freiwilligendienste Koppelsberg (https://oeko-jahr.de).

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind bis Freitag, 10. Januar 2020, einzureichen bei: Botanisches Institut und Botanischer Garten der Christian-Albrechts-Universität, Herrn Doose, Olshausenstr. 40, 24098 Kiel oder per E-Mail an sdoose@bot.uni-kiel.de.

 

Das Wichtigste in Kürze:

Was? Botanischer Garten Kiel sucht Auszubildende
Wann? Ausbildungsbeginn: 1. August 2020, Bewerbungsschluss: 10. Januar 2020
Wo? Am Botanischen Garten 1-9, 24118 Kiel
www.botanischer-garten.uni-kiel.de/de/der-garten/ausbildung-und-praktika

Kontakt:

Dipl-Biol. Susanne Petersen
Technische Leiterin des Botanischen Gartens
0431/880-4275
spetersen@bot.uni-kiel.de

Redakteurskontakt:

Farah Claußen
Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation