50 Jahre Rechenzentrum der Uni Kiel

Im November 1958 wurde an der Christian-Albrechts-Universität die erste elektronische Rechenanlage – eine Zuse Z22 – in Betrieb genommen. "Grundstock für ein Rechenzentrum" titelten die Kieler Nachrichten damals – die CAU gehörte damit zu den ersten Universitäten in Deutschland, die einen solchen Rechner bekamen. Heute, am 27. November 2008, feiert die Uni Kiel den 50. Geburtstag des Zentrums, das inzwischen einen Vektorrechner und als Parallelrechner ein Computecluster mit mehr als 300 Cores und einem schnellen internen Verbindungsnetzwerk betreibt. "Unser Rechenzentrum ist heute wie damals exzellent aufgestellt und bietet Spitzentechnologien für Spitzenforschung. Das wird auch in Zukunft so sein, die Anlagen werden ständig bedarfsgerecht erweitert und regelmäßig ausgetauscht", so der Kanzler der Universität, Dr. Oliver Herrmann.

Als Zentrale Einrichtung ist das Rechenzentrum Dienstleister für Verwaltung, Lehre und Forschung. "Wir unterstützen die Wissenschaft zum Beispiel mit zentralen Rechner- und Speichersystemen und beim so genannten 'High Performance Computing'", so Ralf Bröck, Direktor des Rechenzentrums. "Erst kürzlich haben Kieler Wissenschaftler einen entscheidenden Beitrag zur Klimaforschung leisten können, für den unsere Hochleistungscomputer über sechs Monate lang Simulationen gerechnet haben." Neben dem wissenschaftlichen Rechnen gehört insbesondere auch die gesamte Kommunikations-Infrastruktur der Universität zu den Aufgaben des Rechenzentrums. Dazu gehören zum Beispiel das Netzwerk der Uni und ihre Mail-Server. Auch Herausforderungen in der Datenverarbeitung der Verwaltung, beispielsweise bei der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master, werden vom Rechenzentrum in Absprache mit der EDV-Abteilung der Verwaltung gelöst.

Aufgaben und Erscheinung des Rechenzentrums haben sich in den letzten 50 Jahren ebenso gewandelt wie die Technologie. War die Zuse Z22 zunächst noch in einem kleinen Raum des damaligen Instituts für Kernphysik untergebracht, so steht dem Rechenzentrum heute für die weit mehr als 100 Server und seine Supercomputer über 800 Quadratmeter zur Verfügung – voll klimatisiert und mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung ausgestattet. In der Netzzentrale laufen mehr als 10.000 Anschlüsse aus der Universität zusammen. Die Kapazität der Plattenspeicher liegt bei mehr als 140 Billionen Zeichen (darauf ließe sich die Bibel etwa 32.000 Mal speichern), das über Roboter bediente Bandarchiv fasst zusätzlich etwa 580 Billionen Zeichen.