„Ich sehe was, was du nicht siehst“

Professor Metin Tolan von der TU Dortmund hält öffentlichen Vortrag an der CAU zu intensiver Röntgenstrahlung

Röntgenstrahlen kommen nicht nur in der medizinischen Diagnostik zum Einsatz, wenn es darum geht, Aufnahmen vom Inneren des menschlichen Körpers zu machen. Sie haben auch zur Entdeckung der DNA-Struktur beigetragen und werden verwendet, um die Echtheit von Gemälden zu prüfen. Wie die aktuelle Forschung hochintensive Röntgenstrahlen nutzt, erläutert Professor Metin Tolan in einem Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Der Experimentalphysiker von der Technischen Universität Dortmund stellt dar, wie sich damit kleinste atomare Strukturen sichtbar machen lassen, um so beispielsweise Proteine zu untersuchen oder neue Materialien zu entwickeln. Der allgemeinverständliche Vortrag mit dem Titel "Ich sehe was, was Du nicht siehst! - Wie man mit Röntgenstrahlung zur wahren Erkenntnis kommt" beginnt am Freitag, 28. Februar um 16.00 Uhr in der Alten Mensa, Olshausenstrße 40. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Tolan ist bekannt für seine populärwissenschaftlichen Vorträge und Bücher, in denen er physikalische Gesetze im Fußball erläutert oder die physikalische Machbarkeit von Erfindungen und Effekten in Film und Fernsehen untersucht wie etwa bei James Bond, der Serie „Star Trek“ oder im Kinofilm „Titantic“ – so darf in seinem Vortrag über Röntgenstrahlung auch James Bonds vermeintliche „Röntgenbrille“ nicht fehlen. 

Der Vortrag findet im Rahmen der 100. Sitzung des Komitees „Forschung mit Synchrotronstrahlung“ (KFS) an der CAU statt. Das gewählte Vertretungsgremium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland unter dem Vorsitz von Privatdozentin Dr. Bridget Murphy (CAU) fördert die Forschung mit extrem intensiver Röntgenstrahlung. Diese sogenannte Synchrotronstrahlung entsteht, wenn Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Verschiedene Arbeitsgruppen der CAU forschen an Synchrotron-Anlagen, zum Beispiel am DESY in Hamburg oder am European XFEL im schleswig-holsteinischen Schenefeld.

Zur Person
Metin Tolan ist Professor für Experimentalphysik an der Technischen Universität Dortmund und Leiter des Instituts für Beschleunigerphysik und Synchrotronstrahlung. Mit Hilfe von Synchrotronstrahlung erforscht er das Verhalten von Grenzflächen weicher Materie, wie zum Beispiel von Polymeren, Flüssigkeiten oder Biomaterialien. Tolan hat an der CAU Physik und Mathematik studiert, wo er 1993 seine Promotion im Bereich Röntgenstrahlung abschloss und sich 2001 habilitierte. Heute ist er Mitglied des Hochschulrats der Kieler Universität. Für seine originelle Vermittlung physikalischer Fragestellungen wurde Tolan 2013 mit dem Communicator Preis der Deutschen Forschungsgemein­schaft und des Stifterverbands für die Deutsche Wis­sen­schaft aus­ge­zeich­net.

Weitere Informationen:

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Portrait
© Lutz Kampert

Professor Metin Tolan, Technische Universität Dortmund

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was: Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Metin Tolan (TU Dortmund): "Ich sehe was, was Du nicht siehst! - Wie man mit Röntgenstrahlung zur wahren Erkenntnis kommt"
  • Wann: Freitag, 28. Februar, 16:00 Uhr
  • Wo: Alte Mensa, Olshausenstr. 40, Kiel

Kontakt

Dr. Karin Griewatsch
Öffentlichkeitsarbeit
Forschung mit Synchrotronstrahlung, Neutronen und Ionenstrahlen an Großgeräten
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
+49-431-880-3854   
kfsadmin@sni-portal.de

Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)