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Aktionstage Sprache und Gewalt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was: Aktionstage Sprache und Gewalt
  • Wann: Montag, 04.11. bis Freitag 08.11.2019
  • Wo: WR 383, Raum 306/307; OS40, Norbert-Gansel-Hörsaal; LS 1, Raum7; LS 11, Raum 304

Über die Aktionstage

Sprache ist eines der wichtigsten und alltäglichsten Mittel menschlicher Kommunikation. Geschriebene und gesprochene Worte sind aber nicht nur Abbilder von Realität, sie schaffen auch Realität und wirken sich auf unser gesellschaftliches Miteinander aus. Sprache vermittelt vorherrschende Wertevorstellungen einer Gesellschaft und ist ein mächtiges Instrument gesellschaftlicher Praxen und Strukturen: Wer genannt wird und wer bloß ‚mitgemeint‘ ist, gibt einerseits Aufschluss über Normen und Herrschaftsstrukturen und wirkt sich andererseits auf das Handeln aus.

Immer wieder berichten Ratsuchende in der Antidiskriminierungsberatung von Eddi Steinfeldt-Mehrtens, beauftragte Person für Diversität an der CAU, auch von ‚Hate Speech‘, sprachlicher Diskriminierung und Gewalt, die sie online oder offline erleben. „Lange herrschte die Annahme vor, dass Sprache und Gewalt sich diametral gegenüberstünden. Gewalt wurde ausschließlich als physische Gewalt verstanden, die in verletzender und grenzüberschreitender Weise auf Personen einwirkt. Sprache wurde hingegen als friedliches und konfliktlösendes Kommunikationsmittel gedacht. Aber auch sprachliche Gewalt ist Gewalt und hinterlässt ihre Spuren“, sagt Steinfeldt-Mehrtens.

Deshalb hat er_sie die Aktionstage Sprache und Gewalt von 04. bis 08. November organisiert und lädt alle Interessierten herzlich ein, an den verschiedenen Workshops, dem Webinar sowie dem Fachvortrag teilzunehmen. Die Aktionstage sollen den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, sich ‚empowernd‘ mit der Thematik Sprache und Gewalt zu beschäftigen.

Programm:

Montag, 04.11.19

  • 12:15 – 13:45 Uhr Workshop
  • Christina Benker, Gehörlosenverband Schleswig-Holstein e.V.
  • Sensibilisierungsschulung und Schnupperkurs der Deutschen Gebärdensprache
  • Westring 383, Raum 306/307

Sie haben schon mal Personen auf der Straße beobachtet, die sich mit Gebärden unterhalten haben oder im Fernsehen einen Beitrag gesehen, der in Gebärdensprache übersetzt wurde und fragen sich jetzt: Was ist das eigentlich, Gebärdensprache? Und wie funktioniert die Kommunikation in dieser Sprache und wie leben gehörlose Menschen eigentlich. Dies und vieles mehr wird in dieser Schulung erklärt. 

Um Anmeldungen wird gebeten unter: mertsching@uv.uni-kiel.de

Dienstag, 05.11.19

  • 11:00 – 13:00 Uhr Workshop
  • Daniela Dlugosch & Annika Heinemann, Zentrum für Schlüsselqualifikation
  • Empathische Kommunikation - gewaltfrei kommunizieren mit sich und anderen
  • Leibnizstraße 11, Raum 304

In diesem Kurz-Workshop erfahrt Ihr mehr über die Grundlagen der GfK nach Marshall B. Rosenberg. Ihr erhaltet anhand der 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation einen Überblick über sinnvolle Kommunikationsstrategien.  Zum anderen reflektiert Ihr Euer aktuelles Kommunikationsverhalten, um dies zukünftig für ggf. gewaltfreiere Lösungen anzupassen.

Um Anmeldungen wird gebeten unter: mertsching@uv.uni-kiel.de

Dienstag, 05.11.19

  • 18:00 – 20:00 Uhr Webinar
  • Zentrum für Betroffene Rechter Angriffe
  • Hate Speech: Umgang mit Hass im Netz

Im Internet begegnen uns immer wieder rechte und rassistische Positionen. Solche Aussagen sollten wir nicht einfach ignorieren. Unser zweistündiges Webinar ermöglicht einen Einstieg zum gelungenen Umgang mit Hass im Netz. Wir stellen vor, welche Kommunikationssituationen unterschieden werden können und welche Gegenstrategien wir zur Wahl haben. Wollt ihr diskutieren, euch positionieren oder ein Posting melden? Gemeinsam schärfen wir unser Bewusstsein dafür, wie wir in unterschiedlichen Situationen sinnvoll handeln können. Dafür betrachten wir eine Auswahl typisch rechter Argumentationsmuster sowie eigene Gesprächsstrategien, die ihr direkt im Webinar ausprobieren könnt.

Das Webinar wechselt zwischen einer audiovisuellen Präsentation und textbasierten Diskussionsmethoden. Für die Teilnahme sind Computer und Internetanschluss notwendig. Kamera oder Headset braucht ihr dagegen nicht.

Anmeldungen bitte an info@zebraev.de. Die Zugangsdaten erhaltet Ihr per E-Mail.

Mittwoch, 06.11.19

  • 09:00 – 14:00 Uhr Workshop
  • Amadeu-Antonio Stiftung
  • Positionieren. Abwehren. Kontern. – Umgang mit Hate Speech und Digitaler Gewalt
  • Leibnizstraße 1, Raum 7

Bei Diskussionen in Sozialen Netzwerken gelingt es rechtsextremen Akteur*innen immer wieder Themen zu setzen und Debatten zu bestimmen. Sie gehen dabei in hohem Maße organisiert vor. Neben der Verbreitung menschenfeindlicher Positionen gehört insbesondere auch die Bekämpfung feministischer Positionen, Gleichstellungspolitiken und vielfältiger Lebensentwürfe zu den strategischen Handlungsfeldern dieser Akteur*innen.

Wer sich mit Betroffenen solidarisiert oder generell für Demokratie und Menschenrechte eintritt, kann online schnell zum Ziel verbaler Angriffe oder rechtsextremer und rechtspopulistischer Kampagnen werden.

In dem Workshop werden anhand von praxisbezogenen Beispielen Handlungsmöglichkeiten besprochen und erprobt: Wie können sich Organisationen und Initiativen gegen rechtsextreme Kampagnen und Shitstorms wehren? Welche persönlichen und solidarischen Handlungsoptionen gibt es beim Umgang mit digitaler Gewalt?

Um Anmeldungen wird gebeten unter: mertsching@uv.uni-kiel.de

Freitag, 08.11.19

  • 18:15 – 19:45 Uhr Vortrag
  • Lann Hornscheidt
  • Ist Sprache Gewalt – und wie kann Sprache diskriminierungskritisch sein?
  • Olshausenstraße 40, Nobert-Gansel-Hörsaal

Sprache kann mehr als nur verletzen, verleumden und Gewalt vorbereiten – Sprache kann selbst Gewalt sein. In dem Vortrag stellt Lann Hornscheidt vor, wie und wann Sprache Gewalt ist und was das für alltägliches Handeln bedeutet. Kann alles gesagt werden, da es Meinungsfreiheit gibt? Welche Effekte haben diskriminierende rassistische Anreden und genderistische Aussagen? Ist Schweigen sprachliche Gewalt? Der Vortrag widmet sich diesen und vielen weiteren Aspekten. Er lädt dazu ein, eigenes Sprachhandeln zu reflektieren und sich Sprache als Handlungsform diskriminierungskritisch (wieder) anzueignen.

    Hinweis:

    Sollten Sie (sprachliche) Gewalt oder Diskriminierung auf dem Campus erfahren oder beobachtet haben, können Sie gerne einen Beratungstermin bei der beauftragten Person für Diversität vereinbaren.

    Kontakt:

    Eddi Steinfeldt-Mehrtens
    Beauftragte_r für Diversität an der CAU
    diversitaetsbeauftragte_r@email.uni-kiel.de
    +49 431 880-7000