Alle Facetten des Ozeans

Unterwassersegelflugzeug
© Axel Schön, Uni KielDie Ausstellung "Ozean der Zukunft" zeigt auch innovative Technologie der Meeresforschung, wie beispielsweise den so genannten "Glider", der wie ein Unterwassersegelflugzeug auf seinem Weg in den Tiefen der Ozeane die Verteilung von Temperatur, Sauerstoff- und Salzgehalt misst. In regelmäßigen Abständen taucht das Gerät auf, um seine Daten an einen Satelliten zu melden. Von dort werden sie direkt an die Wissenschaftler weitergeleitet.

"Auf der Kieler Woche nutzen wir das Meer vorrangig, um Sport zu treiben. Diese Ausstellung öffnet jedoch die Augen für die vielen anderen Facetten des Ozeans, die für unseren Planeten überlebenswichtig sind", so der Prorektor der Kieler Universität, Professor Thomas Bauer, bei der Eröffnung der Ausstellung "Ozean der Zukunft". "Die Ozeane der Welt sind unser Klimamotor und sie bergen riesige Mengen natürlicher Schätze, sowohl Bodenschätze als auch einen unermesslichen Reichtum an lebenden Organismen." Mit diesen beiden Aspekten und mit den Gefahren, die vom Meer ausgehen können, beschäftigt sich das Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft", das ab heute (17. Juni 2006) an der Kiellinie neben dem Aquarium seine erste Ausstellung zeigt.

Die Kieler Oberbürgermeisterin, Angelika Volquartz, freut sich besonders, dass sich hier eine ganze Reihe von Kieler Forschungseinrichtungen zusammenfinden konnten. "Die Bedeutung gesunder Gewässer ist gar nicht hoch genug einzuschätzen," meint Volquartz, "als Lebensgrundlage, als Wirtschaftsfaktor, als Erholungsraum. Die Kieler Meeresforschung ist seit langem in der Forschungslandschaft etabliert und genießt bundesweit ein sehr hohes Ansehen." Auch das Ziel der Stadt gehe dahin, den Wissenschaftsstandort Kiel nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die exzellenten Leistungen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbarer zu machen.

Die Ausstellung im Zelt gibt einen Ausschnitt aus der Bandbreite des Forschernetzwerkes. Die Besucher erhalten etwa Einblick in die Arbeit an Bord der Forschungsschiffe und erfahren, wie der Meeresboden auf seismische Ereignisse hin untersucht wird. Mit einem interaktiven dreidimensionalen Computerprogramm kann man über verschiedene Meeresböden der Weltmeere "surfen": Es geht von der Kieler Förde und die westliche Ostsee bis zu den Kanaren und den Tiefseegräben Mittelamerikas.

Im Ausstellungszelt neben dem Aquarium an der Kiellinie wartet auch ein kleines Labor auf junge Forscher. Schulklassen können hier den Kosmos "Meer" näher kennen lernen. Das Labor widmet sich unter anderem dem Thema "Plankton". Diese mikroskopisch kleine Lebewelt in den Ozeanen spielt eine Schlüsselrolle beim Funktionieren des biologischen Gleichgewichts und wurde vom Kieler Meeresforscher Victor Hensen (1835 bis 1924) zum ersten Mal beschrieben.

Ein umfangreiches Beiprogramm flankiert die Ausstellung: So werden die zur Kieler Woche bereits traditionellen Vorträge im Aquarium (täglich um 18:30 Uhr) dieses Jahr ebenfalls fachübergreifend Themen vom Seerecht über die Urzeit-Klimaforschung bis zum Küstenschutz ansprechen. Auch die Möglichkeit, das Forschungsschiff "Alkor" des IFM-GEOMAR anzuschauen, wird es wieder geben: OPEN SHIP heißt es am Freitag, 23. Juni, von 10 bis 18 Uhr.

Als Ergänzung bietet die Meeresbiologische Station Laboe nachmittags zwei Forschungsexpeditionen auf der Barkasse "Sagitta" an. Sie legt jeweils um 13 und 16 Uhr an der Pier des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften an der Kiellinie ab. Außer der Forschungsexpedition auf "Sagitta" sind alle Angebote der Ausstellung kostenfrei.

Im Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft" haben sich etwa hundert Wissenschaftler zusammen gefunden, die sich mit dem Meer, seiner Geschichte, seiner Zukunft, seiner Geschöpfe, seiner geologischen Beschaffenheit sowie seiner politischen Bedeutung beschäftigen. Beteiligt sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), das Institut für Weltwirtschaft sowie die Muthesius Kunsthochschule.

"Ozean der Zukunft. Eine Ausstellung des Kieler Forschernetzwerks" vom 17. bis 25. Juni, täglich von 10 bis 18 Uhr
Kiellinie, neben dem Aquarium, Düsternbrooker Weg 20

Beiprogramm:
Schülerlabor
Vorträge vom 19. bis 23. Juni, täglich 18:30 bis 19:15 Uhr (siehe Anlage)
OPEN SHIP auf dem Forschungsschiff "Alkor" am 23. Juni, 10 bis 18 Uhr (Pier des IFM an der Kiellinie)
Tägliche Forschungsfahrten mit "Sagitta" (Dauer: 2,5 Stunden): 13 Uhr und 16 Uhr (Pier des IFM an der Kiellinie) Kostenbeitrag: 25 Euro

Ein Foto zum Thema steht zum Download bereit:
www.uni-kiel.de/download/pm/2006/2006-049-1.jpg
Bildunterschrift:
Die Ausstellung "Ozean der Zukunft" zeigt auch innovative Technologie der Meeresforschung, wie beispielsweise den so genannten "Glider", der wie ein Unterwassersegelflugzeug auf seinem Weg in den Tiefen der Ozeane die Verteilung von Temperatur, Sauerstoff- und Salzgehalt misst. In regelmäßigen Abständen taucht das Gerät auf, um seine Daten an einen Satelliten zu melden. Von dort werden sie direkt an die Wissenschaftler weitergeleitet.
Copyright: Uni Kiel, Foto: Axel Schön

Kontakt:
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR)
Dr. Gerd Hoffmann-Wieck
0431/600-2555
ghoffmann@ifm-geomar.de