Angstkultur international erforschen

Unterzeichnen das Memorandum of Understanding (v.r.n.l.): Professor Lutz Kipp, Präsident der CAU, John Allegrante, Professor of Health Education am Teachers College der Columbia University, Professor Olaf Köller, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des IPN und Professor Michael Düring, Dekan der Philosophischen Fakultät der CAU.
Foto: Jan Winters, CAU

Am Mittwoch, 19. Juli, unterzeichneten die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und ihre Philosophische Fakultät sowie das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem Teachers College (TC) der Columbia University in New York (USA). Das sogenannte „Memorandum of Unterstanding“ ist die Basis für einen weiteren intensiven Austausch der beteiligten Forschungsinstitutionen. Dies versicherten sich CAU-Präsident Professor Lutz Kipp, Fakultätsdekan Professor Michael Düring, IPN-Direktor Professor Olaf Köller und Professor John Allegrante, in Vertretung des Leiters (Provost) des TC der Columbia University, anlässlich der Unterzeichnung in Kiel.

Professorin Anja Pistor-Hatam, Vizepräsidentin der CAU, betonte: „Ich freue mich, dass durch diese Vertrauenserklärung die Zusammenarbeit mit der Columbia University in New York – einer der weltweit renommiertesten Hochschulen – weiter intensiviert wird. Im Bereich der Meereswissenschaften, insbesondere durch den Exzellenzcluster ‚The Future Ocean‘, gibt es schon eine langjährige Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen an der Columbia University. Der neue Vertrag eröffnet uns zusätzliche Perspektiven des wissenschaftlichen Austauschs in der Bildungsforschung.“

Konkret erarbeiten die deutschen und amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 2015 ein gemeinsames Forschungsprojekt unter Leitung von Professor Ulrich Hoinkes, Sprecher des Zentrums für empirische Bildungsforschung in den Geisteswissenschaften (ZeBiG) an der CAU. Das laufende Forschungsprojekt ist dem Phänomen der gesellschaftlichen „Angstkultur“ (Anxiety Culture) aus sozialwissenschaftlicher und linguistischer Sicht gewidmet. Mit diesem fachlichen Blick werden gesellschaftliche Problemfelder wie Klimawandel, Gesundheitsrisiken oder Migrationsströme, die Terrorismusbedrohung, aber auch Gefahrenpotenziale der medialen Kommunikationsformen in einer digitalisierten Welt untersucht. „Unser Ziel ist es, zu einer Reformierung des öffentlichen Bildungsangebots zu diesen sozialen Problemfeldern, insbesondere in Schulen, zu kommen“, so Hoinkes. Für dieses Projekt haben sich die Kieler Sozial- und Politikwissenschaften, die Philosophie, Erziehungswissenschaften und verschiedene Fachphilologien wie Anglistik, Romanistik und Germanistik sowie auch die Sinologie zusammengetan. „So ist es gelungen, die Philosophische Fakultät der CAU insgesamt als Partner für das Teachers College zu gewinnen“, berichtet Hoinkes.

Im kommenden Wintersemester folgt der Romanist einer Einladung an das TC in New York, um auch dort die interdisziplinäre Vernetzung weiter zu festigen. Zukünftig wollen CAU und TC internationale Fachtagungen organisieren und fachübergreifende Wissenschaftspublikationen herausgeben. Auch die Mobilität von Studierenden, Doktorandinnen und Doktoranden und Professorinnen und Professoren soll gefördert und weitere Forschungsprojekte auf den Weg gebracht werden. Denkbare Themenfelder identifizieren die Partner in der sozialen Klimaforschung, Gesundheitsforschung, Migrationsforschung und in der sozialen Kommunikationsforschung.

Weitere Informationen:

Das Zentrum für empirische Bildungsforschung in den Geisteswissenschaften (ZeBiG), wurde 2014 an der CAU gegründet. Es widmete sich zunächst dem Bereich der Professionalisierungsforschung für das Lehramt und baute schließlich Partnerschaften zu internationalen Hochschulen auf. Hieraus entstand eine intensive Zusammenarbeit mit dem Teachers College der Columbia University. Bei einer durch das IPN unterstützten „Come-in-touch“-Konferenz im Jahr 2015 wurden die gegenseitigen Verbindungen gestärkt. Das Teachers College ist mit rund 5.300 Studierenden die größte und eine der renommiertesten Schools of Education in den USA. Es bietet ausschließlich schulfachübergreifende Masterprogramme und Promotionsstudiengänge an.

Zum Forschungsprojekt: www.hoinkes-research.net/threatsanddangers

Kontakt:

Dr. Martina Schmode

International Center der CAU

Telefon: 0431/880-3719

E-Mail: mschmode@uv.uni-kiel.de