Universität

Ein ganzer Tag rund ums Rad

Der CAU-Fahrradaktionstag stieß in neue Dimensionen vor

Der 3. Juli stand an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ganz im Zeichen des Fahrrads. Über den gesamten Campus verteilt konnten Studierende, Beschäftige und Fahrradinteressierte Angebote wie Fahrradreparaturstationen und eine Fahrradcodierstation in Anspruch nehmen, eine Fahrradwaschanlage sowie Elektrofahrräder ausprobieren oder sich an sogenannten Food-Bikes mit Heißgetränken versorgen. Den Abschluss des Aktionstages bildete in diesem Jahr erstmalig ein Vortragsprogramm – unter Mitorganisation des Vereins Tram für Kiel e.V. – sodass den Fahrradfans Vorträge von Wiebke Bonow (Landeshauptstadt Kiel) und vom Berliner Fahrradaktivisten Heinrich Strößenreuther geboten wurden.

CAU-Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer führte in das Vortragsprogramm ein. Sie hat an der Kieler Universität in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung der Fahrradnutzung verspüren können: „Wir bekommen mehr Beschwerden über zu wenige Fahrradstellplätze als über zu wenige Parkplätze. Das ist als Erfolg zu sehen.“ Für Heinrich Strößenreuther ist so ein Erfolg aber noch nicht genug. Der Berliner, der unter anderem durch strittige Kampagnen erreicht hat, dass die Stadt Berlin das bundesweit erste Mobilitätsgesetz mit Schwerpunkt Radverkehrsförderung verabschiedet hat, gilt schon länger als „Verkehrsrebell im schwarzen Anzug“. Er sieht im Fahrrad die Zukunft des Nahverkehrs – Autos sind ihm ein Dorn im Auge: „Die Verkehrswende muss so geschehen, dass die Leute Kurzstrecken bis zehn Kilometer mit dem Fahrrad bewältigen, damit mehr Kapazitäten der öffentlichen Verkehrsmittel für die Langstrecke verfügbar sind.“

Im Gegensatz zu dem mahnenden Vortrag Strößenreuthers, hatten die Aktionen am Mobilitätstag, der vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) in Zusammenarbeit mit dem Projekt „klik – klima konzept 2030“ der Kieler Uni organisiert wurde, einen belohnenden Charakter. „Wir wollen uns mit den heutigen Aktionen bei allen bedanken, die täglich mit dem Fahrrad fahren und das tut im Sommer an der Uni mittlerweile jeder Zweite“, erklärte Mitorganisator und klik-Mitarbeiter Sebastian Starzynski den Gedanken hinter dem Aktionstag. Eine dieser täglichen Radnutzenden ist Neele Görlich. Die Masterstudentin der Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften freute sich über die vielfältigen Angebote auf dem Campus: „Die Aktionen sind einfach super. Vor allem die Codierstation ist nützlich und mit fünf statt 15 Euro außerdem sehr studentenfreundlich.“ Auch die kostenfreie mobile Waschanlage nahm die 26-Jährige für ihr Rennrad dankend in Anspruch. Der AStA zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Planung und Durchführung des mittlerweile vierten Fahrradaktionstages: „Dieses Jahr ist der Mobilitätstag so groß wie noch nie“, freute sich Clara Döge, Leiterin des AStA-Referats für Infrastruktur, und setzt größere Ziele: „Kiel ist eine Stadt, in der man die Wege super mit dem Fahrrad erreichen kann. Wir wollen, dass sich Kiel als Fahrradstadt identifiziert und etabliert.“

Über klik – klima konzept 2030

Die CAU hat das Ziel, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden und ihre CO2-Bilanz in den Bereichen Strom, Gebäudebetrieb und Mobilität aktiv auf null zu bringen (Präsidiumsbeschluss vom 7. Nov. 2012). Hierzu wurde 2012/2013 das Klimaschutzkonzept „klik – klima konzept 2030“ entwickelt. Maßnahmen wie Energiebedarf und Mobilitätsaufwand zu optimieren, mit Wasser sparsam umzugehen, Flächenversiegelung zu reduzieren und Abfälle zu vermeiden stärken das ökologische Profil der CAU und helfen, Kosten für Energie oder Wasser zu senken.

Kontakt

Sebastian Starzynski
Umweltmanagement
klik – klima konzept 2030
Telefon: 0431/880-4911
sstarzynski@uv.uni-kiel.de
www.klik.uni-kiel.de

Text: Nils Fischer

Farah Claußen
Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation