Erfolg für Spitzenforschung an der Kieler Universität

Bildunterschrift: Oberbürgermeister Torsten Albig, Wissenschaftsminister Jost de Jager, Professor Gerhard Fouquet, Präsident CAU, Professor Thomas Bosch, Vizepräsident für das Zukunftskonzept und Internationalisierung CAU, Professor Eckhard Quandt, Koordinator für den Exzellenzcluster-Antrag der Nanowissenschaften "Materialien für das Leben" CAU.
Copyright: CAU, Foto: Michael August

Die gemeinsame Kommission für die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bestehend aus der Fachkommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Strategiekommission des Wissenschaftsrates, hat die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) heute eingeladen, sich mit einem zusätzlichen Exzellenzcluster in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative zu bewerben. Mit ihrer Antragsskizze "Materials for Life" – "Materialien für das Leben" konnte sich die CAU im stark umkämpften Forschungsfeld der Nanotechnologie durchsetzen.

"Wir freuen uns über den Erfolg der Wissenschaft. Mit den Nanotechnologien setzen wir maßgebliche Akzente für einen weiteren Forschungsschwerpunkt an der Kieler Uni und bauen unsere Stärke in diesem wichtigen Zukunftsfeld aus", sagt Professor Gerhard Fouquet, Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. "Mit der Entscheidung der Kommission sind wir einen entscheidenden Schritt weiter auf unserem Weg zu einer der führenden Universitäten in Nordeuropa."

Im Forschungsprojekt "Materials for Life" beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen wie der Materialwissenschaft, der Physik, Elektrotechnik und Medizin mit intelligenten Werkstoffen für den Gesundheitssektor. Das besondere ist die einmalige Verbindung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung zum Beispiel für die Entwicklung aufwändiger Überwachungssysteme bei schwerkranken Patienten.

"Die große Herausforderung wird die multidisziplinäre Zusammenarbeit zwischen vielen Fächern der Naturwissenschaften, den Ingenieurswissenschaften und der Medizin sein. Wenn uns das gelingt – und hier ist Kiel hervorragend aufgestellt – dann versprechen wir uns herausragende wissenschaftliche Ergebnisse mit großem Anwendungspotenzial in der Medizintechnik", sagt Professor Eckhard Quandt, Koordinator für den Exzellenzcluster-Antrag "Materialien für das Leben" an der CAU.

Mit der heutigen Entscheidung wird sich die Kieler Universität am 1. September 2011 mit insgesamt vier Anträgen im Rahmen der zweiten Phase der Exzellenzinitiative bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewerben. Neben dem neuen Antrag für den Exzellenzcluster "Materialien für das Leben" werden auch die bereits geförderten Exzellenzprojekte – die Graduiertenschule "Menschliche Entwicklungen in Landschaften" sowie die Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" und "Entzündung an Grenzflächen" – Folgeanträge stellen.

Eine Absage erhielt die Kieler Universität für ihr Zukunftskonzept. Von den 22 Bewerbern um die Fördermillionen für herausragende Strukturreformen innerhalb der Universitäten konnten sich nur 7 für die Endrunde qualifizieren.

"Wir bedauern die Entscheidung der Kommission sehr", sagt Professor Thomas Bosch, Vizepräsident für das Zukunftskonzept und Internationalisierung der CAU. "Wir halten aber dennoch an unserem Ziel fest, neue Strukturen an der Kieler Universität zu etablieren und herausragende Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen. Einzelne Maßnahmen unseres Konzeptes werden wir sogar zeitnah umsetzen können. Für andere benötigen wir die finanzielle Unterstützung der Landesregierung, mit der wir jetzt Gespräche aufnehmen werden."

Wissenschaftsminister Jost de Jager, der das Land im Bewilligungsausschuss der Exzellenzinitiative vertritt, zollte den Wissenschaftlern seinen Respekt und sieht in dem Erfolg auch eine Bestätigung des hochschulpolitischen Konzepts der Landesregierung. "Wir haben stets deutlich gemacht, dass wir eine klare Profilierung und Schwerpunktbildung sowie eine intensive Vernetzung mit Partnern innerhalb und außerhalb der Universität unterstützen. Diese Strategie sowie eine hervorragende Ausstattung der Technischen Fakultät – etwa mit dem Nanolabor – haben den heutigen Erfolg ermöglicht", so de Jager.

Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig freut sich über den Erfolg der Universität: "Der neue Forschungsschwerpunkt im Bereich der Nano- und Oberflächenforschung kann ganz neue Impulse setzen für die weitere Entwicklung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Kiel. Ich bin sicher, dass die Universität mit der Unterstützung ihrer Kooperationspartner auch in der nächsten Antragsphase erfolgreich sein wird."

Hintergrundinformationen

Zum Stichtag 1. September 2011 müssen die Voll- und Verlängerungsanträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht werden. Die endgültige Entscheidung, welche Hochschulen bundesweit Eliteuniversität werden und welche Exzellenzcluster und Graduiertenschulen im Einzelnen unterstützt werden, fällt im Juli 2012. Ab November 2012 beginnt der fünfjährige Förderzeitraum der zweiten Phase der Exzellenzinitiative. Hierfür stehen insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Juni 2009 hatten Bund und Länder die Fortsetzung des erfolgreichen Programms zur Förderung der Spitzenforschung an den deutschen Universitäten beschlossen. Dieses läuft seit 2006 beziehungsweise 2007 in zwei Runden; 75 Prozent trägt der Bund, 25 Prozent werden von den Ländern bereitgestellt.

In der ersten Förderrunde kam die Christian-Albrechts-Universität mit einer jährlichen Fördersumme von rund 14 Millionen Euro nach den neun Eliteuniversitäten deutschlandweit auf den zehnten Platz. Bewilligt wurden damals die beiden Exzellenzcluster "Future Ocean" und "Inflammation at Interfaces" sowie die Graduiertenschule "human development in landscapes".

Für die zweite Phase der Exzellenzinitiative sind für die einzelnen Förderlinien flexiblere Fördersummen festgelegt worden. Graduiertenschulen sollen demnach mit zwischen einer und 2,5 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden, Exzellenzcluster mit zwischen drei und acht Millionen Euro. Bei den universitären Zukunftskonzepten sollen auch verstärkt Elemente der forschungsbezogenen Lehre berücksichtigt werden.

65 Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten 227 Antragsskizzen für die zweite Phase der Exzellenzinitiative eingereicht, davon 98 für Graduiertenschulen, 107 für Exzellenzcluster und 22 für universitäre Zukunftskonzepte.

Text: Dr. Anke Feiler-Kramer