natural sciences & mathematics

Extravagante Fortpflanzung

Der 7-Punkt-Marienkäfer weist spezielle Härchen an den Beinen auf, mit denen er eine ungewöhnlich hohe Haftung an Oberflächen erzielen kann - so zum Beispiel auch bei der Paarung. Drei Sensoren registrieren, wie lange die Beinhärchen des Käfers auf dem Drehteller haften, bevor er sanft gegen eine Wand aus Moos fliegt.
Foto, Copyright: Raissa Nickel, CAU

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der Naturforscher Charles Darwin, dass die Evolution das Paarungsverhalten und Fortpflanzungsstrategien beeinflusst. Auf molekularer Ebene hat die sexuelle Selektion in den vergangenen Jahren eine neue Bedeutung bekommen. Unter dem Motto „Sex & More“ werden Schülerinnen und Schüler beim Darwintag der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am Freitag, 14. November, über aktuelle Forschungsergebnisse der Evolutionsbiologie aufgeklärt. Bereits zum fünften Mal laden das Zoologische Museum in Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Institut der CAU Schülerinnen und Schüler ab der 11. Jahrgangsstufe sowie interessierte Laien zu spannenden Vorträgen in das Audimax der Uni Kiel ein, um unerwartete Einblicke in die vielen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu bieten.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Darwintages steht die Evolution von Sex und sexuellen Konflikten. Das Themenspektrum der fünf Vorträge reicht von sexuellem Kannibalismus bei Spinnen über Spermienübertragung bei Krabben bis hin zu schwangeren Vätern im Tierreich. „Fortpflanzung ist für Weibchen im Vergleich zu Männchen relativ ‚teuer‘. Dadurch werden sie wählerisch bei der Partnersuche, und die Männchen müssen zum Teil über extravagante Merkmale zeigen, wie gut sie sind“, erklärt Organisator Professor Hinrich Schulenburg vom Zoologischen Institut der CAU. Die vortragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchten die Komplexität der Fortpflanzung anhand verschiedener Beispiele. So erläutert Professor Stanislav Gorb vom Zoologischen Institut in seinem Vortrag, welche Bedeutung die Hafthärchen von männlichen Blattkäfern bei der Kopulation spielen. Der Frage, warum und unter welchen Bedingungen sich geschlechtliche Fortpflanzung als dominante Fortpflanzungsform durchgesetzt hat, geht Dr. Lutz Becks vom Plöner Max Planck Institut für Evolutionsbiologie nach.

Erstmals wurde der Darwintag 2009 aus Anlass des 200. Geburtstages des britischen Evolutionstheoretikers ausgerichtet. Seitdem begeistert die Veranstaltung jährlich etwa 1.200 Besucherinnen und Besucher: „Schön ist, dass Schulen aus ganz Schleswig-Holstein teilnehmen und wir den Schülerinnen und Schülern Forschungsschwerpunkte der Evolutionsbiologie an der Uni Kiel allgemeinverständlich näher bringen können“, freut sich Schulenburg über die große Resonanz. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr und endet gegen 12:45 Uhr.

Es wird um rechtzeitige Anmeldung unter paedagogik@zoolmuseum.uni-kiel.de oder 0431/880-5170 gebeten.

Pressevertreterinnen und Pressevertreter sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

Das Programm des Darwintages ist im Internet abrufbar unter:

Plakat zum Darwintag (PDF)

Das Wichtigste in Kürze:

Was: Darwintag 2014

Wann: Freitag, 14. November, 9 Uhr bis 12:45 Uhr

Wo: Audimax der CAU, Christian-Albrechts-Platz 2, Kiel

Kontakt:

Professor Hinrich Schulenburg

Zoologisches Institut der CAU

Tel.: 0431/880-4141

E-Mail: hschulenburg@zoologie.uni-kiel.de