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Fit für die Zukunft

Die Organisatorinnen Angila Vetter und Svenja Scherer sowie der Historiker Torsten Schaßan und der Diplom-Informatiker Stefan Holtzhauer (von links) haben das Interesse der Teilnehmenden geweckt und möchten ein Bewusstsein für die Entwicklungen und Forschung im Bereich der Digitalen Geisteswissenschaften schaffen.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, Uni Kiel

Analog war gestern – die Zukunft der Arbeits- und Medienwelt ist digital. Um sich fit für die Herausforderungen einer digitalisierten Welt zu machen, nahmen vergangene Woche elf Angehörige der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) an dem dreitägigen Graduierten-Workshop „Medienwechsel“ teil, bei dem es um die Möglichkeiten einer digitalen Umsetzung von geisteswissenschaftlichen Projekten ging. Der von dem Germanistischen Seminar, dem Graduiertenzentrum und dem Alumni Kiel e.V. geförderte Workshop richtete sich insbesondere an Promovierende unterschiedlicher Fachrichtungen, die mithilfe von Textcodierung ihre Dissertationsprojekte oder andere Forschungsvorhaben am Puls der Zeit bearbeiten möchten.

Während des Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem mit den unterschiedlichen Anwendungsgebieten des Dokumentenformats der Text Encoding Initiative (TEI). Dadurch werden ganz im Sinne der Digital Humanities, also der Digitalen Geisteswissenschaften, die Codierung und der Austausch von historischen Dokumenten ermöglicht, womit sie auch einem fachwissenschaftlich nicht versierten Publikum zugänglich werden. Dozent Torsten Schaßan, studierter Historiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, leitete zusammen mit dem Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Büdenbender den Workshop und weist auf die Aktualität des Themas hin. „Digitale Sammlungen in Form von Google Books oder digitalen Datenbanken halten Einzug in die Forschung. Die TEI ermöglicht uns ein strukturierteres und effizienteres Arbeiten und eine bessere Dokumentation. Daten werden verfügbar und nachvollziehbar. Solche Kenntnisse sind eine Schlüsselqualifikation für berufliche Tätigkeiten und mehr und mehr Voraussetzung für die Einstellung in Projekten.“

Svenja Scherer übernahm mit Angila Vetter und Sebastian Holtzhauer die Organisation des Workshops. Ihr ging es darum, ein Bewusstsein für die Digitalen Geisteswissenschaften zu schaffen: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Alle haben Lust, sich zu beteiligen, Projekte mit digitaler Unterstützung anzudenken und umzusetzen.“ Die Germanistin Angila Vetter ergänzt: „Für uns als Organisatoren war das primäre Ziel zu zeigen, welche Möglichkeiten digitale Arbeitsweisen bieten und welche Impulse der Einzelne für sich und seine Forschung gewinnen kann. Wir möchten eine Vernetzung zwischen einzelnen Fachbereichen für eine interdisziplinäre Arbeit erreichen und halten diesen Anstoß für neue Tendenzen in den Geisteswissenschaften für sehr wichtig.“

Stephan Bruhn betont als Doktorand im Historischen Seminar die Vorteile des technischen Know-hows: „Ich hatte wenige Vorkenntnisse und erhoffte mir eine allgemeine Orientierung, da das Thema der Digital Humanities für die Berufsperspektiven wichtiger wird. Der qualitative und quantitative Nutzen ist enorm. Durch den Workshop habe ich einen sehr guten Einblick erhalten und eine Vorstellung davon bekommen, wo man selbst anknüpfen kann. Auch im Bereich der Geisteswissenschaften ist computergestütztes Arbeiten sinnvoll möglich.“ Mit dem erworbenen Wissen können Stephan Bruhn und die anderen Teilnehmenden die wissenschaftstheoretischen, technischen und zukünftigen Herausforderungen des Medienwechsels meistern.

Kontakt:

Svenja Scherer

Germanistisches Seminar

Ältere Deutsche Literatur

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Telefon: 0431/880-2311

E-Mail: sscherer@germsem.uni-kiel.de

Angila Vetter

Germanistisches Seminar

Ältere Deutsche Literatur

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Telefon: 0431/880-2311

E-Mail: vetter@germsem.uni-kiel.de