Fröhliche Wissenschaft im Zeichen Europas

Zwei Kinder lassen sich ein Exponat erklären
© Julia Siekmann, Uni KielSieben Wissensorte, fast 50 Angebote für alle Altersklassen – die Uni Kiel bietet Jung und Alt während der Nacht der Wissenschaft wieder spannende Einblicke in die Welt der Forschung.

Europa hat ein Imageproblem: Viele Menschen verbinden es mit Bürokratie, Regelungswut oder Lobbyismus. Dabei steht Europa auch und gerade für Frieden, Sicherheit und Fortschritt. „Angesichts des wachsenden Nationalismus in vielen Ländern und des bevorstehenden Brexits möchten wir deshalb als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein positives Zeichen für Europa setzen“, lädt die für den Wissenstransfer an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verantwortliche Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann Neugierige am Freitag, 28. September, auf den Campus der Kieler Universität ein. Bei der Europäischen Nacht der Wissenschaft können sie sich auf über 40 spannende Mitmachexperimente, Vorträge und weitere Aktionen über Themen wie Achtsamkeit, Magnetismus, autonome Systeme oder Haithabu freuen.

EU ist wichtiger Fördergeber

Das vielfältige Angebot ermögliche Begegnungen und Diskussionen über Wissenschaft und die Europäische Union (EU), erwartet Parchmann: „Europa leistet viel Unterstützung für Entwicklung und Begegnung. Die Nacht der Wissenschaft ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Menschen an einem Tag in fast 300 Städten auf ganz unterschiedliche und sehr unterhaltsame Weise Wissenschaft und Forschenden begegnen können.“ Dass die Bedeutung Europas gerade für die Forschung kaum zu überschätzen ist, weiß auch Forschungsvizepräsidentin Professorin Karin Schwarz: „Das Kieler Konzept ‚Science4Future‘ belegt zwei Dinge eindrucksvoll. Erstens: Kooperation zahlt sich aus. Zweitens: Die EU ist einer unserer wichtigsten Fördergeber.“ Bis 2020 stellt sie über das Programm ‚Horizont 2020‘ fast 80 Milliarden Euro für Forschung und Innovationen bereit: „Allein an der CAU laufen derzeit 47 EU-Projekte. Sie werden im Umfang von insgesamt etwa 27,5 Millionen Euro gefördert“, rechnet die Lebensmitteltechnologin vor. Viele von ihnen stellen sich während der Nacht der Wissenschaft der Öffentlichkeit vor.

Mehr Standorte und Aktionen als in den Vorjahren

Mit dem Wissenschaftszentrum, der Kieler Forschungswerkstatt, dem Zentrum für Molekularbiologie (ZMB, „Amöbe“) und dem Standort Leibnizstraße (Mensa II und Universitätsbibliothek) bildet der Unicampus auf dem Westufer auch 2018 einen der Veranstaltungsschwerpunkte der Kieler Nacht der Wissenschaft. Die beliebten Blitzsprachkurse auf der „MS Schwentine“ verkürzen zudem wieder die Fahrtzeit zum Ostufer. Weitere CAU-Veranstaltungsorte sind die Technische Fakultät und erstmalig die Kunsthalle zu Kiel mit Antikensammlung.

Wissenschaftszentrum: Von der Komödie im Alten Rom bis zu den Sternen. Vier Gewinner der Langen Vorlesungsnacht an der CAU („Night of the Profs“) aus den Vorjahren präsentieren noch einmal ihre Siegervorträge.

Standort Leibnizstraße (Mensa II und Universitätsbibliothek): Hier können Gäste an Workshops des Studentenwerks Schleswig-Holstein teilnehmen. Außerdem erfahren sie, wer das ganze Essen für die Studierenden auf dem Campus kocht. Hier präsentieren sich auch EU-Projekte an der CAU. Junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erzählen von ihrer Forschung und ihrer Karriere. Ein Vortrag über das UNESCO-Weltkulturerbe Haithabu und Danewerk rundet das Programm ab.

Kieler Forschungswerkstatt: Die Forschungswerkstatt öffnet ihre Türen und vermittelt Schülerinnen, Schülern und Erwachsenen Einblicke in MINT-Fächer sowie in geisteswissenschaftliche und historisch-politische Fragestellungen.

Zentrum für Molekularbiologie (ZMB, „Amöbe“): Das ZMB ist eines der modernsten Genanalysezentren in Europa. Einer der vier Forschungsschwerpunkte an der CAU „Kiel Life Science“ (KLS) stellt sich hier der Öffentlichkeit vor. In ihm vernetzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Agrar- und Ernährungswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin.

Technische Fakultät: Das Institut für Elektro- und Informationstechnik, das Institut für Informatik und das Institut für Materialwissenschaft öffnen ihre Labore für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besucher dürfen hier selbst löten, kleben und forschen. Außerdem stellt sich vor der CAU-Forschungsschwerpunkt KINSIS (Kiel Nano Surface & Interface Science).

MS Schwentine: Die Fähren der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) haben Kultstatus und sind bei Kielerinnen und Kielern ebenso beliebt wie bei auswärtigen Gästen. Während der Nacht der Wissenschaft kommen Besucherinnen und Besucher dort in den Genuss von Blitzsprachkursen. Während der Überfahrt zum nächsten Standort bekommen sie auf dem Wasser einen kurzen Einblick in Sprachen wie Tschechisch oder Friesisch.

Kunsthalle zu Kiel und Antikensammlung: Erstmalig sind die beiden Einrichtungen der CAU Teil der Kieler Nacht der Wissenschaft. Im Zeichen des europäischen Kulturerbejahres 2018 vermitteln die Häuser spannende Forschung aus Archäologie und Kunstgeschichte. Außerdem stellt sich der Kieler Forschungsschwerpunkt Gesellschaft, Kultur und Umwelt im Wandel („Societal, Environmental, Cultural Change – SECC“) der Öffentlichkeit vor.

Weitere Informationen zur Nacht der Wissenschaft:

www.nacht-der-wissenschaft-kielregion.de

European Researchers‘ Night (ERN)
Die Europäische Nacht der Wissenschaft (European Researchers‘ Night) wird seit 2005 jedes Jahr zeitgleich in über 300 Städten in mehr als 25 Ländern veranstaltet. In Deutschland sind 2018 Kiel, Hamburg und Heidelberg beteiligt. Etwa eine Million Menschen sind in dieser Nacht in ganz Europa auf Achse. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laden Wissenshungrige zum Forschen, Experimentieren und Entdecken ein und gewähren ihnen einen Schulterblick auf ihre Arbeit. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei und die Veranstaltungsorte werden durch einen kostenlosen Busshuttle miteinander verbunden.