Genomforschung für umweltverträglichen Pflanzenschutz

© Christian Urban, Universität Kiel

Seit dem gestrigen Mittwoch, 26. August, bis Freitag, 28. August, veranstaltet die Arbeitsgruppe „Environmental Genomics“ am Botanischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) unter der Leitung von Professorin Eva Stukenbrock die internationale Tagung „Evolutionary Genomics of Plant Pathogens“. Rund 50 Expertinnen und Experten von etwa 20 internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen kommen im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) zusammen, um den aktuellen Wissensstand in der Genomik von Pflanzenpathogenen, also bezüglich der Gesamtheit der Erbinformationen von Pflanzenschädlingen, zu diskutieren. Der Workshop in Kiel ist Teil einer europaweiten Initiative, die die Reduzierung des Pestizideinsatzes im Landbau durch die wissenschaftliche Weiterentwicklung des umweltverträglichen Pflanzenschutzes zum Ziel hat.

Unter dem Namen COST Sustain wird diese Initiative durch das Programm der Europäischen Union zur Förderung von europaweiten Forschungskooperationen COST (European Cooperation in Science and Technology) finanziert. Inhaltliche Schwerpunkte der interdisziplinären Tagung sind unter anderem die Fragen, welche Gene für die Schädlichkeit von Pflanzenpathogenen verantwortlich sind, wie sich diese Schädlichkeit unter starkem Selektionsdruck durchsetzt oder welche genetischen Mechanismen für die schnelle Anpassung von Schädlingen an sich ändernde Umweltbedingungen verantwortlich sind.

„In jüngster Zeit sind die Kenntnisse über das evolutionäre Wechselspiel von Nutzpflanzen mit ihren Schädlingen immer umfassender geworden. Für einen effektiven natürlichen Pflanzenschutz ist die Entschlüsselung der genetischen Grundlagen dieser wechselseitigen Anpassungen von elementarer Bedeutung. Ein wichtiges Werkzeug dafür sind immer größere und besser zugängliche Datenmengen über das Genom von Pflanzenschädlingen. Stück für Stück arbeitet unsere Forschung so auf einen ernährungssichernden Ackerbau ohne großflächigen Pestizideinsatz hin“, ordnet Professorin Stukenbrock, Mitglied des Forschungsschwerpunkts „Kiel Life Science“ (KLS) an der Universität Kiel, den Stellenwert der Tagung und des Forschungsgebietes ein.

Um dem Ziel eines nachhaltigeren Pflanzenschutzes näher zu kommen, versuchen Forschende verschiedener Disziplinen die natürlichen Resistenzen von Pflanzen gegenüber ihren Schädlingen zu nutzen. Demgegenüber steht vor allem die Fähigkeit der Pflanzenpathogene, die pflanzlichen Schutzmechanismen durch schnelle evolutionäre Anpassung zu überwinden. Aktuelle Fortschritte in Genomsequenzierung und Genomanalyse erlauben es der Wissenschaft, die Evolution der Pflanzenpathogene immer besser zu verstehen und damit vielversprechende Ansätze für einen umweltverträglichen Pflanzenschutz zu identifizieren.

Das Wichtigste in Kürze:

Was: Internationale Tagung „Evolutionary Genomics of Plant Pathogens“

Wann: Mittwoch, 26.08. bis Freitag, 28.08.2015

Wo: Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB)

Am Botanischen Garten 11, 24118 Kiel

Kontakt:

Prof. Eva Stukenbrock

Arbeitsgruppe „Environmental Genomics“

Botanisches Institut, Universität Kiel

Tel.: 0431-880-6366

E-Mail: estukenbrock@bot.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

Veranstaltungswebsite „Evolutionary Genomics of Plant Pathogens“:

http://www.cost-sustain.org/Events-and-meetings/Workshop-Evolutionary-genomics-of-plant-pathogens

Arbeitsgruppe „Environmental Genomics“:

https://www.envgenomics.botanik.uni-kiel.de/

Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“ (KLS)

http://www.kls.uni-kiel.de

EU-Programm COST-Sustain:

http://www.cost-sustain.org/About-Sustain

Medienvertreterinnen und -vertreter, die über die internationale Tagung „Evolutionary Genomics of Plant Pathogens“ in Kiel berichten wollen, sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Kiel Life Science“ (KLS) an der Christian-Albrechts-Universität Kiel statt, der Forschungen aus den Agrar- und Ernährungswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin vernetzt.