Geteilte Kompetenzen für den neuen Unirat

Der Universitätsbeirat der Christian-Albrechts-Universität nimmt zu dem Kabinettsentwurf eines Gesetzes über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Stellung:

"Ausgehend von der dramatisch defizitären Haushaltslage des Landes muss zur Kenntnis genommen werden, dass sich die Hochschulenfinanzierung in den nächsten Jahren nicht verbessern, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach noch weiter verschlechtern wird. Die Haushaltsmittel werden für einen seriösen Betrieb aller Hochschulen des Landes nicht einmal annähernd ausreichen.

Eine zwingende Forderung aus dieser Situation ist die strukturelle Veränderung der Hochschullandschaft in Schleswig-Holstein. Weiterbestand und Fächerspektrum der Universitätslandschaft insbesondere in Flensburg und Lübeck sind unter dem Aspekt zu prüfen, dass aus bildungsökonomischer Sicht das Land sich nur eine Volluniversität leisten kann. Eine solche besteht als Landesuniversität in Kiel.

Der Universitätsbeirat hält den im Kabinettsentwurf neu vorgesehenen gemeinsamen Universitätsrat für die drei schleswig-holsteinischen Hochschulen im Grundsatz für sinnvoll. Er sollte jedoch themenspezifisch mit geteilten Kompetenzen ausgestattet sein: Als Entscheidungsgremium sollte er die Struktur- und Entwicklungsplanung der gesamten Universitätslandschaft sowie damit unmittelbar zusammenhängende Fragen beschließen. In dieser Funktion kann er Doppelangebote und -strukturen in Schleswig-Holstein prüfen und zusammenführen. Jedoch in allen anderen Belangen, die lediglich die einzelne Hochschule betreffen, hat das Gremium eine beratende Funktion: Bereiche wie Budgetverantwortung oder die interne Verteilung von Finanzmitteln müssen bei der Universität verbleiben, denn hierfür kann ein externer Universitätsrat keine operativen Entscheidungen treffen. Damit keine Regionalpolitik betrieben wird, muss dieser Rat aus Experten bestehen, die von außerhalb Schleswig-Holsteins berufen werden.

Der Beirat schlägt außerdem vor, die Geschäftsstelle des Universitätsrates am größten Hochschulstandort des Landes an der Universität Kiel anzusiedeln, die sich dann auch zur Finanzierung dieser Stelle bereit erklärt."

Dem Hochschulbeirat gehören folgende Mitglieder an: Professor Hans Heinrich Driftmann, Präsident der IHK Kiel, als Vorsitzender; Peter Deutschland, Landesbezirksvorsitzender DGB-Nord; Jürgen Heinemann, Chefredakteur der Kieler Nachrichten; Angelika Volquartz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Kiel; Gabriele Wachholtz, Geschäftsführerin Wachholtz-Verlag; Norbert Gansel, ehemaliger Kieler Oberbürgermeister (beratendes Mitglied).