Gute Musik, gutes Fernsehen?

Das vom Streaming-Anbieter Netflix produzierte Polit-Drama "House of Cards" ist ein Paradebeispiel für sogenanntes „Quality TV“. Einer der Vorträge der Tagung befasst sich mit der Titelmusik der Serie.
Bild: Netflix

„House of Cards“, „Game of Thrones“ oder „Mad Men“: Das sind nur drei Beispiele US-amerikanischer Serien, die unter den Begriff „Quality TV“ fallen. Er beschreibt die aktuellen Entwicklungen von Fernsehserien im Zeitalter des Internets: Eine Serien-Tradition, die höhere kommerzielle Risiken in Kauf nimmt und dabei nicht länger von einer größtmöglichen Zuschauerzahl abhängig ist, sondern sich bestimmten Zielgruppen zuwendet. Eine internationale Tagung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beschäftigt sich ab Freitag, 27. Februar, mit der in diesen Qualitätsserien eingesetzten Musik. Veranstaltet wird sie vom Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien sowie vom Musikwissenschaftlichen Institut.

Organisator Dr. Willem Strank schildert das Forschungsinteresse: „Neue Rezeptionsgewohnheiten wie streaming und binge watching eröffnen die Möglichkeit zu neuen Serienformaten, die neue ästhetische Maßstäbe setzten. Dabei spielt der Einsatz von Musik auf allen Ebenen eine noch bedeutendere Rolle als zuvor!“ Dies gelte sowohl für den Produktionsprozess, als auch für die Erzählung und Vermarktung der Serien. Strank: „Songs wurden durch Serien zu Hits, und die musikalische Untermalung zu einem der wichtigsten Prozesse der Postproduktion. Die Musik wird zum Wiedererkennungsmerkmal der Serie, sei es durch die Jingles und Titelmelodien oder durch den Einsatz von bereits bestehender Musik.“

Die Tagung behandelt daher ein breites Forschungsfeld: Von der erzählenden Funktion der Musik, über die Beteiligung von Musikerinnen und Musikern an der Handlung, Aspekten der Vermarktung, der Frage, ob Filmmusik nur für die Zuschauenden oder auch die Seriencharaktere hörbar ist, bis zum Spiel mit den Konnotationen der Musik und dem Image der Stars innerhalb und außerhalb des Serien-Plots.

Die zweitägige Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Für Studierende der CAU ist der Besuch kostenlos, Externe zahlen 15 Euro. Anmeldungen können per E-Mail an wstrank@ndl-medien.uni-kiel.de erfolgen.

Weitere Informationen und das vollständige Programm:

www.filmmusik.uni-kiel.de/tagung.php

Das Wichtigste in Kürze:

Was: Internationale Tagung an der CAU Kiel

Wann: Freitag, 27. Februar und Samstag, 28. Februar

Wo: Internationales Begegnungszentrum Kiel, Kiellinie 5

Kosten: Für Studierende der CAU kostenfrei, für Externe 15 Euro

Sprache: Englisch

Kontakt:

Dr. Willem Strank

Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medienwissenschaften

Tel.: 0431 / 880 - 3408

E-Mail: wstrank@ndl-medien.uni-kiel.de