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Hermann Kantorowicz-Lecture 2019

Professor Nils Jansen spricht über den Gegenstand der Rechtswissenschaft bei Kantorowicz

Ohne Rechtsgeschichte kann ein Jurist nicht wissen, warum das Recht so geworden ist, wie es ist. Ohne Rechtsphilosophie kann eine Juristin nicht begründen, wie es weiterentwickelt werden sollte. Um diesen wichtigen Zusammenhang geht es in den Hermann Kantorowicz-Lectures des Hermann Kantorowicz-Institutes für juristische Grundlagenforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Den diesjährigen Vortrag hält am Dienstag, 29. Oktober, um 18:00 Uhr Professor Nils Jansen aus Münster. Interessierte sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Jansen, Ordinarius für Römisches Recht und Privatrechtsgeschichte sowie Deutsches und Europäisches Privatrecht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und Direktor am Institut für Rechtsgeschichte, hat seine akademische Laufbahn in Kiel begonnen. Danach widmete er sich verstärkt der Rechtsgeschichte. Er vereint in seiner Person, wie Kantorowicz selbst, philosophische, theoretische und historische Forschungsinteressen. In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, wie Hermann Kantorowicz den Gegenstand der Rechtswissenschaft beschrieben hat. Gefragt wird, worin Kantorowicz’ Ansicht nach die Aufgabe einer (dogmatischen) Rechtswissenschaft bestehen sollte, und wie weit Kantorowicz‘ Selbstverständnis auch heute noch zu tragen vermag. Diese Frage prägt aktuell auch rechtswissenschaftliche Selbstverständigungsdiskurse im Spannungsfeld zwischen dem klassischen Systemanspruch des Rechts und modernen Auffassungen, die diesen eher zurückweisen.

Professor Nils Jansen (52) studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Politik in Passau. Seine Forschungsschwerpunkte sind die historischen und theoretischen Grundlagen des europäischen Privatrechts. Nach wissenschaftlichen Stationen in Passau, Kiel, Regensburg, Cambridge, Augsburg und Düsseldorf folgte 2006 die Berufung an die WWU. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten ihn nach Oxford (GB), an die Duke University (USA) und das Stellenbosch Institute of Advanced Study (Südafrika). Seit 2006 ist er Hauptantragsteller im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster; seit 2018 ist er dessen Sprecher.

Das Wichtigste in Kürze:

Was: 3. Hermann Kantorowicz-Lecture
Wann: Dienstag, 29. Oktober, 18:00 Uhr
Wo: Christian-Albrechts-Universität, Olshausenstraße 75, Hörsaal 4

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Ino Augsberg
Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
0431/880-5494
augsberg@law.uni-kiel.de

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