ICE Johanna Mestorf: Deutsche Bahn wählt erste deutsche Archäologie-Professorin als Namensgeberin für neuen Zug aus

Johanna Mestorf (1828-1909) war Preußens erste Honorarprofessorin. Copyright: Archäologisches Landesmuseum

Die Deutsche Bahn plant, einen ICE der neuesten Generation nach der bedeutenden Archäologin Johanna Mestorf (1828-1909) zu benennen. Mestorf wurde 1899 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zur ersten Honorarprofessorin Preußens ernannt.

Im Rahmen einer bundesweiten Namenssuche erreichten die Bahn über 2.500 Vorschläge, aus denen eine Jury 100 historische Persönlichkeiten auswählte. Die Bahn will 100 neue ICE-4-Züge bis 2023 in Dienst stellen und nach Prüfung der Namensrechte auf die Vorschläge taufen. Für die vor mehr als 110 Jahren in Bramstedt geborene Mestorf hatten sich auf Initiative von Dr. Julia Katharina Koch (CAU Kiel) unter anderem Professor Claus von Carnap-Bornheim (Schleswig), Professor Johannes Müller (Kiel) sowie zahlreiche Persönlichkeiten des universitären und öffentlichen Lebens, darunter auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, stark gemacht.

Weithin für die Allgemeinheit noch unbekannt, gehörte Johanna Mestorf zu den ersten Direktorinnen eines Museums im damaligen Preußen. Sie hat die archäologische Forschung in Deutschland und Skandinavien durch zahlreiche Ausgrabungen und Publikationen geprägt. Johanna Mestorf ist Namenspatronin der Johanna-Mestorf-Akademie (JMA), die im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder den Cluster-Antrag „ROOTS – Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten“ unter Federführung von Professor Johannes Müller an der Kieler Universität trägt.

„Ein einzigartiges Projekt der Bahn. So wird es gelingen, Johanna Mestorf über Kiel und Schleswig-Holstein hinaus bekannt werden zu lassen. Sie wird damit posthum zu einer Botschafterin der Wissenschaft und der Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft“, zeigen sich die Professoren von Carnap-Bornheim und Müller begeistert.

Der Kiel-Schleswiger Sonderforschungsbereich (SFB) 1266 „TransformationsDimensionen“ erforscht Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen in prähistorischen und archaischen Gesellschaften und ist Teil der JMA, einer zentralen Einrichtung der CAU zur Förderung von interdisziplinärer Forschung und Lehre in den Bereichen Gesellschafts- und Umweltwandel. Dr. Julia Katharina Koch beschäftigt sich im SFB 1266 mit Gleichstellungsthemen.

Kontakt:

Prof. Dr. Johannes Müller

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Institut für Ur- und Frühgeschichte

E-Mail: johannes.mueller@ufg.uni-kiel.de

Tel.: 0431 880 3391

Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim

Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

E-Mail: claus.carnap@schloss-gottorf.de

Tel.: 04621 813 309

Links:

www.sfb1266.uni-kiel.de

www.jma.uni-kiel.de

www.zbsa.eu

https://inside.bahn.de/ice4-zugtaufe