Immunforschung nach Russland exportiert

Soeben kehrten Molekularbiologen der Kieler Universität aus Russland zurück, wo sie eine Summer School in St. Petersburg veranstaltet haben. Ein Team aus Kieler und dortigen Professoren unterrichteten russische Nachwuchswissenschaftler zwei Wochen lang zum Thema Immunologie und die angeborenen Immunantworten unseres Körpers. Das Ziel: Kiel als Wissenschaftsstandort bekannt machen, die Kieler Universität als ausgewiesenes Zentrum für molekularbiologische und medizinische Forschung darstellen und begabte Nachwuchskräfte für Kooperationen und Austausch suchen.

"Gerade in St. Petersburg gibt es eine große Tradition in Immunforschung", so Professor Thomas Bosch, der Kieler Initiator der Summer School. "Hier wurde das Fachgebiet im 18. Jahrhundert begründet. Da auch heute an der Petersburger Universität eine sehr gute molekularbiologische Forschergruppe arbeitet, sind wir leicht zusammengekommen und pflegen Austausch und Kontakte schon über Jahre." In der Breite, so der Kieler Professor für Zoologie weiter, sei Russland noch weit davon entfernt, im internationalen Konzert der molekularbiologischen Forschung mitzuspielen. Es fehle vor allem an gut ausgestatteten Labors. Deshalb war der Kontakt zur internationalen Forscherwelt und die Arbeit in den renommierten Petersburger Labors für die jungen Teilnehmer der Summer School, die aus allen Teilen Russlands kamen, eine ganz neue, äußerst wichtige Erfahrung.

"Wir für unseren Teil haben mehrere sehr begabte junge Wissenschaftler für einen Aufenthalt in Kiel gewonnen", so Boschs Resümee. "Von der Dynamik, die in Russland derzeit bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in medizinische Produkte herrscht, können wir Deutschen allemal etwas lernen. Man lebt dort in einer Art Gründerzeit, in der fast alles möglich erscheint und kreative Ideen sehr gute Erfolgsaussichten haben."

Kontakt für die Medien:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Zoologie
Professor Dr. Thomas Bosch
0431/880-4169
tbosch@zoologie.uni-kiel.de