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Jakobs-Kreuzkraut verhilft Kieler Nachwuchsforscherin zum Wolfgang-Erz-Förderpreis

Im Rahmen des 34. Deutschen Naturschutztages an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) vergab der Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN) am Mittwoch, 26. September, den Wolfgang-Erz Förderpreis. Henrike Möhler, Doktorandin an der Uni Kiel, konnte den mit 1.200 Euro dotierten Preis für ihre Dissertation „Methoden der Zukunft - Regulierung von Jakobs-Kreuzkraut im Naturschutz-Grünland" entgegennehmen.

„Kaum eine andere Pflanze schafft es so oft in die Zeitungen und polarisiert derart wie das Jakobs-Kreuzkraut“, sagte Henrike Möhler.  „Für Landwirte und Imker ist es ein giftiges Unkraut, Naturschützer sehen es dagegen als ein Lebensraum für viele Kleinstlebewesen an. Mit meiner Arbeit möchte ich helfen, einen angemessenen Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut zu finden.“ In ihrer Dissertation, die sie am Institut für Natur- und Ressourcenschutz der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät schreibt, geht es darum, die Verbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes (Senecio jacobaea) einzuschränken. Die gelb-blühende Pflanze produziert giftige Pyrrolizidin-Alkaloide als Fraßschutz und hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm ausgebreitet. Besonders Wiesen, stillgelegte Ackerflächen und Straßenböschungen, die für den Naturschutz angelegt wurden, sind im Sommer gelbflächig von ihrer Blüte gefärbt. Deshalb erprobt Möhler naturschutzverträgliche Maßnahmen zur Regulierung des Jakobs-Kreuzkrautes. Zum Beispiel untersucht sie, wie sich das Mähen zu verschiedenen Zeitpunkten und mit verschiedenen Intensitäten auf die Verbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes auswirkt oder ob das Säen anderer Kräuter Einfluss hat. Als Ergebnis ihrer Arbeit sollen Handlungsempfehlungen entstehen, die betroffenen Landwirten sowie Behörden der Landwirtschaft und des Naturschutzes einen besseren Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut ermöglichen.

 

Über den Wolfgang-Erz Förderpreis:
Mit dem Wolfgang-Erz-Förderpreis, des Bundesverbandes Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN), werden herausragende und beispielhafte anwendungs- und umsetzungsorientierte Abschlussarbeiten und Dissertationen aus den Themenfeldern des Naturschutzes ausgezeichnet. Erstmals wurde der Preis beim Deutschen Naturschutztag 2010 in Stralsund verliehen. Infos unter: www.bbn-online.de/ueber-uns/foerderpreis-auszeichnungen/wolfgang-erz-foerderpreis/

 

Weitere Informationen:

www.deutscher-naturschutztag.de/

Im Vordergrund das Jakobs-Kreuzkraut, im Hintergrund befindet sich ein Traktor auf einer Wiese
© Natalie Cresswell

Jakobs-Kreuzkraut hat sich in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet und stellt auf landwirtschaftlich genutzten Grünflächen eine potenzielle Gefahr für Nutztiere dar.

 

Vier Leute stehen auf einer Bühne nebeneinander
© Sylvia Reischert/BBN

Die Preisträgerin Henrike Möhler schreibt ihre Dissertation im Rahmen des Projektes „Methoden der Zukunft – Regulierung von Jakobs-Kreuzkraut im Naturschutz-Grünland“, welches 2015 begann und noch bis 2020 läuft.

(v.l.n.r. Heinz-Werner Persiel, Bundesvorsitzender des BBN, Preisträgerin Henike Möhler, Christof Martin Beisitzer im Vorstand des BBN und Angelika Wurzel, stellvertr. Bundesvorsitzende des BBN)

 

Pressekontakt:

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
Telefon: 0431/880-7126
dsaggau@agrar.uni-kiel.de