Kieler Historiker erhalten 400.000 Euro für Indien-Forschung

Seit 1999 wird das interdisziplinäre Forschungsprogramm "Umstrittene Zentren: Konstruktion und Wandel sozio-kultureller Identitäten in der indischen Region Orissa" von Prof. Hermann Kulke am Historischen Seminar der CAU koordiniert. Hieran sind 21 Wissenschaftler an fünf deutschen Universitäten beteiligt. Für die abschließenden zwei Jahre wird die Kieler Projektgruppe weiterhin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 400.000 Euro gefördert. In diesem Zeitraum erforschen die Kieler Historiker die frühe Siedlungsarchäologie und Geschichte der früheren Fürstenstaaten Orissas weiter, sie erschließen und veröffentlichen die bisher wissenschaftlich kaum zugänglichen regionalen und lokalen Chroniken und fertigen eine Orissa-Datenbank an. Das Kieler Grabungsteam erhielt als erstes deutsches Forschungsteam seit über zwanzig Jahren eine Grabungserlaubnis in Indien und entdeckte 2002 unter anderem eine bisher unbekannte frühhistorische Stadtkultur in Westorissa.

Im Zuge der Globalisierung und Liberalisierung durchläuft Indien einen tiefgreifenden Wandel. Immer mehr Regionalparteien erlangen Gewicht in der Zentralregierung in Delhi. Und auch innerhalb der Bundesstaaten gibt es politische Spannungen. Diese Prozesse werden seit vier Jahren beispielhaft im ostindischen Bundesstaat Orissa erforscht, gefördert durch die DFG. In enger Kooperation mit den indischen Einrichtungen zeigt das Schwerpunktprogramm die Zusammenhänge zwischen den geschichtlichen Entwicklungen und dem gegenwärtigen politischen Wandel auf.

Rektor Demuth gratuliert den Kieler Historikern zu ihrer Leistung: "Die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft zeigt, dass die CAU nicht nur im naturwissenschaftlich-medizinischen Bereich stark ist, sondern auch in den Geisteswissenschaften."

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität
Historisches Seminar/Asiatische Geschichte
Prof. Dr. Hermann Kulke
0431-880-4050
kulke@asian-history.uni-kiel.de