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Kieler Perspektiven auf 1920/2020

Ausstellung von Studierenden der Abteilung für Regionalgeschichte wird verlängert

Anlässlich der Volksabstimmungen in Schleswig, die sich im Jahr 2020 zum 100. Mal jähren, haben 16 Studierende der Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in den vergangenen Monaten unter Leitung von Professor Oliver Auge und Caroline E. Weber (M.A.) „Kieler Perspektiven auf 1920/2020“ erarbeitet. Das Königlich Dänische Honorarkonsulat hat eine Ausstellung der Ergebnisse finanziert und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Seit 10. Februar, dem Jahrestag der Abstimmung in der ersten Abstimmungszone, ist die Ausstellung im Foyer der Förde Sparkasse geöffnet. Sie ist noch bis zum Freitag, 20. März, zu sehen.

Zwar lag die Stadt Kiel 1920 außerhalb des Abstimmungsgebietes, unbestreitbar hatte die Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland aber auch große Auswirkungen auf die Fördestadt. Im Jahr 1920 erfuhren die Menschen hier durch die Presse von den Abstimmungsmodalitäten und verfolgten den Wahlausgang, einige Kielerinnen und Kieler waren sogar selbst stimmungsberechtigt, etwa wenn sie im Abstimmungsgebiet geboren waren. Nach erfolgter Grenzziehung setzte in den 1920er Jahren ein von Kieler Professoren und Studenten maßgeblich getragener Kultur- und Grenzkampf ein, der ebenfalls über die Medien kommuniziert wurde. Auch für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg lohnt der Kieler Blick auf die Grenze. Die bis heute für die Gleichberechtigung der Minderheiten gültigen Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 hatten einen Vorläufer, die „Kieler Erklärung“ von 1949. Heute können viele Akteure des deutsch-dänischen Kulturlebens ihre Gründungsgeschichte auf die Zeit unmittelbar nach der Grenzziehung zurückführen, so auch das Königlich Dänische Honorarkonsulat und die Abteilung für Regionalgeschichte der CAU.

Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Schlaglichter, zu denen die Studierenden anschauliche Poster erarbeitet haben. Zudem haben das Kieler Stadtarchiv und das Stadtmuseum, die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, die Fachbibliothek Geschichte sowie die Zentralbibliothek der CAU Materialien zur Verfügung gestellt.

Das Wichtigste in Kürze:

Ausstellung „Kieler Perspektiven auf 1920/2020“ als Ergebnis eines Projektseminars der Abteilung für Regionalgeschichte der CAU unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Auge und Caroline E. Weber (M.A.), finanziert durch das Königlich Dänische Honorarkonsulat Kiel.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. März 2020 im historischen Eingang des Finanzzentrums Kiel zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Wo: Förde Sparkasse, Lorentzendamm 28–30, 24103 Kiel
Öffnungszeiten: Mo-Do: 09:00-18:00 Uhr / Fr.: 09:00-16:00 Uhr

© Lea Drews

Der Besuch der Ausstellung "Kieler Perspektiven auf 1920/2020" ist noch bis zum 20. März 2020 möglich.

Gäste betrachten Exponat
© Rolf Ingenfeld

Die Kieler Bürgermeisterin Renate Treutel und der Königlich Dänische Honorarkonsul Götz Bormann im Gespräch mit der Studentin Vivien Specht, während der Eröffnung der Ausstellung.

Kontakt:

Prof. Dr. Oliver Auge
Historisches Seminar, Abteilung für Regionalgeschichte
0431/880-2300
oauge@email.uni-kiel.de

Caroline E. Weber (M.A.)
Historisches Seminar, Abteilung für Regionalgeschichte
0431/880-3559
cweber@email.uni-kiel.de

Anna-Kristina Pries
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation