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Kieler Uni bekommt neuen Großrechner

Von links nach rechts: Prof. Thomas Slawig und Prof. Steffen Börm (Institut für Informatik), Dr. h.c. Klaus-Jürgen Wichmann, Prof. Manfred Schimmler, Dr. Christian Zöllner (Petersen-Stiftung) und Prof. Dirk Nowotka (Institut für Informatik) vor dem neuen Rechner im Rechenzentrum der Kieler Uni. Foto/Copyright: Sebastian Maas/CAU

Um das komplexe Gravitationsverhältnis mehrerer Millionen Sonnen in einer Galaxie zueinander zu berechnen, benötigt man mehr als einen handelsüblichen Heimrechner. Auch um Ozeanströmungen ins Verhältnis zu Wasserdruck und Salzgehalt zu setzen und diese Informationen an mehreren 100.000 Messpunkten in einer Langzeitsimulation miteinander zu vergleichen, reicht der Laptop nicht aus. Gut also, dass die drei Professoren Dirk Nowotka, Steffen Börm und Thomas Slawig des Instituts für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) jetzt für alle Rechenfälle gewappnet sind. Mit Hilfe der Petersen-Stiftung, des Landes Schleswig-Holstein und durch Einsatz ihrer eigenen Berufungsmittel konnten die drei Wissenschaftler einen neuen Großrechner anschaffen.

Der Rechner, hergestellt von der Firma SGI, hat einen Arbeitsspeicher von 2,25 Terabyte (oder 2304 Gigabyte). Zum Vergleich: Durchschnittliche Heimrechner haben momentan zirka vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Zudem besitzt „der Neue“ eine „Shared-Memory-Architektur“. „Üblicherweise wird der Speicher von großen Parallelrechnern auf die Prozessorknoten verteilt. Die Prozessoren tauschen Speicherinhalte über Nachrichten aus, welche über ein Netzwerk geschickt werden“, erklärt Professor Dirk Nowotka die Nachteile herkömmlicher Computer. „In dem neuen Kieler Rechner kann jeder Prozessor direkt auf jede Speicherzelle zugreifen. Das bedeutet eine wesentlich bessere Nutzbarkeit für unsere Untersuchungen“, führt er aus. Mit 36 Prozessoren, das heißt insgesamt 288 Rechenkernen, und weiteren acht Modulen mit spezialisierten Hilfsprozessoren ausgestattet, kann der Computer also auch die hohen Anforderungen der Kieler Wissenschaftler erfüllen.

Nowotka nutzt den Rechner in seiner Arbeitsgruppe zur Ermittlung und Beseitigung von Fehlern in sogenannter Sicherheitskritischer Software. Darunter versteht man Programme, deren Ausfall Gefahren für Mensch und Umwelt bedeuten könnte: Steuerungssoftware von Flugzeugen und medizinischen Geräten oder die Auslöser von Airbags etwa. Vielleicht rettet der neue Rechner daher sogar Menschenleben.

Weitere Informationen:

Die Prof. Dr. Werner Petersen Stiftung setzt sich für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und hervorragender wissenschaftlicher, technischer und kultureller Forschungsleistungen in Schleswig-Holstein und im weiteren Ostseeraum ein. Zudem vergibt sie seit dem Jahr 2000 jährlich den Prof. Dr. Werner Petersen Preis der Technik für hervorragende Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten in den norddeutschen Bundesländern.

Weitere Informationen zur Stiftung:

www.petersen-stiftung.de/index.htm

Kontakt:

Prof. Dirk Nowotka

E-Mail: dn@informatik.uni-kiel.de

Tel: 0431/880-4199