Kieler Uni-Mediziner mit Berliner Gesundheitspreis 2003 ausgezeichnet

Irren ist menschlich – jeder im medizinischen Bereich tätige Mensch kann das bestätigen – andere auch. Das Kieler Institut für Allgemeinmedizin hat unter der Leitung von Prof. Ferdinand M. Gerlach dieser Tatsache konstruktiv Rechnung getragen und einen Projektschwerpunkt entwickelt: ein Risiko-Management im ambulanten Bereich zur Prävention von (Medikations-)Fehlern und zur Schaffung eines Fehlerberichtsystems für hausärztliche Praxen. Gestern um 17 Uhr wurde das Kieler Institut dafür in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit dem "Berliner Gesundheitspreis 2002" ausgezeichnet. Der Preis wird vom AOK-Bundesverband, der AOK Berlin und der Ärztekammer Berlin vergeben. Sechs Preisträger wurden von der mit Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft zusammengesetzten Jury aus 51 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt. Das Kieler Institut erhielt gemeinsam mit dem Baseler Department Anästhesie Kantonsspital den ersten Preis, der mit je 15.000 Euro dotiert ist.

Erstmals in der Bundesrepublik Deutschland – und in Kooperation mit sechs weiteren Ländern auch international – steht in den Studien der Kieler Mediziner der Versorgungsbereich im Vordergrund, in dem die meisten Patienten betreut werden. Da Daten und Ergebnisse zum Fehlermanagement aus Kliniken nicht ohne weiteres auf die Allgemeinpraxis übertragbar sind, wurden und werden mehrere aufeinander aufbauende Studien unter den Alltagsbedingungen allgemeinärztlicher Praxen durchgeführt.

Gerlach hat einen der wenigen Lehrstühle für Allgemeinmedizin in Deutschland inne. Seit Januar 2001 wird die Stiftungsprofessur vom Förderverein zur Errichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein e.V., Bad Segeberg, finanziert.

Kontakt:
gerlach@allgemeinmedizin.uni-kiel.de