Kieler Uni wird noch grüner

Wärmebildaufnahme eines Uni-Gebäudes
© Uni KielDie Wärmebildaufnahme zeigt, dass das Audimax schon gut isoliert ist. Mit den Umweltleitlinien will die Kieler Universität die Umweltbelastungen weiter reduzieren.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) führt das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem, das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS), ein. Der Universitätssenat verkündete in der gestrigen (16. November) Sitzung, dass erdie Umweltleitlinien konstruktiv unterstützen werde. „Es ist sehr erfreulich, dass im Bereich der Umwelt an der CAU etwas getan werden kann, obwohl die bestehende, in ökologischer Hinsicht zum Teil sehr marode Bausubstanz aus finanziellen Gründen nicht grundsaniert wird,“ betont Professorin Anja Pistor-Hatam, Senatsvorsitzende an der CAU.
Die Universität hat sich für die Umsetzung des EMAS zehn Leitlinien auferlegt, nach denen sie künftig umweltbewusst handeln will. Ganz oben auf der Agenda steht dabei die nachhaltige Entwicklung in Handlungsbereichen wie Forschung, Lehre, Verwaltung und Hauhaltsführung. „Wir verpflichten uns mit den Umweltleitlinien zu einer kontinuierlichen Reduzierung von Umweltbelastungen“, begründet Frank Eisoldt, Kanzler und Zentraler Umweltmanagementbeauftragter der CAU, den Schritt. Dazu zählen unter anderem der Ressourcenschutz und der Einsatz erneuerbarer Energien, außerdem die Förderung des Nachhaltigkeitsbezugs in Forschung und Lehre. Eisoldt dankte den Vertreterinnen und Vertretern aller Fakultäten und zentralen Einrichtungen der Universität für ihre engagierte Unterstützung im Vorfeld des Beschlusses.
CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet setzt in dem Prozess auf Synergieeffekte, die sich durch den Umweltschutz an der Hochschule ergeben: „Mit einem professionellen Umweltmanagement reduzieren wir spürbar Betriebkosten. Gleichzeitig begeben wir uns auf den Weg, Umweltaspekte in unseren anspruchsvollen Lehr- und Forschungsbetrieb zu integrieren. Wer Entscheidungsträger der Zukunft ausbilden will, muss ihnen schon im Studium glaubhaft vermitteln, dass Forschung, Lehre und Umweltfragen keine Widersprüche, sondern verschiedene Aspekte einer Medaille sind.“
Ein eigens eingerichteter Arbeitskreis für Umweltmanagement wird die Umsetzung des Senatsbeschlusses begleiten und überprüfen. Die Mitglieder definieren Umweltziele und legen zentrale Handlungsfelder fest, die aus den Leitlinien abgeleitet werden. Für die kommenden drei Jahre hat sich die CAU elf Ziele gesetzt. So soll der Anteil des mit erneuerbaren Energien hergestellten Stroms auf mindestens 25 Prozent steigen. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch bis zum Jahr 2014 um zehn Prozent sinken. Auch der Wärme- und der Wasserverbrauch sollen weiter reduziert werden. Zudem wird das Beschaffungsmanagement beim Einkauf verstärkt ökologische Aspekte berücksichtigen. Das gelte auch für den motorisierten Individualverkehr. Hier will die Universität Kiel auf umweltverträgliche Mobilitätsformen setzen. Weitere Aktionsfelder sind die Umweltbildung in Forschung und Lehre, die naturnahe Gestaltung des Campus (Stichwort: geringe Versiegelung) sowie die Abfallvermeidung. Finanzielle Anreize für ressourceneffizientes Handeln der Einrichtungen sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Bausteine eines aktiven Umweltmanagements.